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Startseite Urgent Actions 2023 Two water defenders killed
UA 003/23
Honduras
Aktiv seit 13. Januar 2023 | Noch 36 Tage Laufzeit

Zwei Umweltschützer getötet

AI-Index: AMR 37/6352/2023

Aly Magdaleno Domínguez Ramos und Jairo Bonilla Ayala wurden am 7. Januar 2023 in Guapinol tot aufgefunden. Nach Angaben ihrer Familienangehörigen wurden sie von Unbekannten erschossen. Die beiden Umweltschützer engagierten sich gegen eine Eisenerzmine in Guapinol, einer Gemeinde im Departamento Colón im Norden von Honduras. Aly Magdaleno Domínguez Ramos ist der Bruder von Reynaldo Domínguez; beide gehörten zu den 32 Personen, die vom Bergbauunternehmen Inversiones Los Pinares und dem Staat Honduras kriminalisiert werden, weil sie sich für den Schutz des Nationalparks Carlos Escaleras eingesetzt haben. Die honduranischen Behörden müssen unverzüglich gründliche und unparteiische Ermittlungen einleiten und angemessenen Schutz für Umweltschützer*innen gewährleisten.

Die beiden Umweltschützer und Menschenrechtler Aly Magdaleno Domínguez Ramos und Jairo Bonilla Ayala wurden am 7. Januar 2023 in der Gemeinde Guapinol im Bezirk Tocoa des Departamento Colón getötet. Angesichts dieser Tat sind auch ihre Angehörigen, sowie die gesamten Gemeinde Guapinol und die Mitglieder der Umweltorganisation Comité Municipal para la Defensa de Bienes Comunes y Públicos (CMDBCP) in grosser Gefahr.

CMDBCP berichtete, dass Aly Magdaleno Domínguez Ramos und Jairo Bonilla Ayala am 7. Januar 2023 erschossen wurden, als sie sich mit einem Moped auf dem Heimweg von der Arbeit befanden. Die Einwohner*innen von Guapinol und anderen Gemeinden des Bezirks Tocoa sind immer wieder derartigen Angriffen ausgesetzt, weil sie friedlich die Rechtmässigkeit eines Bergbauprojekts im Nationalpark Carlos Escaleras anfechten. In diesem Zusammenhang wurden zuvor bereits die «Guapinol Acht», acht Umweltschützer*innen des Guapinol-Flusses, willkürlich inhaftiert, was weltweit für Aufsehen sorgte.

Die für die Ermittlungen zuständigen Behörden müssen das Recht der Familien der Menschenrechtler*innen auf Gerechtigkeit, Wahrheit und Wiedergutmachung anerkennen. Ausserdem muss ihre Menschenrechtsarbeit als Motiv für das Verbrechen in Betracht gezogen werden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Umweltorganisation Comité Municipal por la Defensa de los Bienes Comunes y Públicos (CMDBCP) in Tocoa im Norden von Honduras vereint mehrere Gruppen, darunter Gemeinden, Kirchen und lokale Organisationen, die Land- und Umweltrechte verteidigen. Sie setzen sich seit 2015 gegen die Vergabe zweier Betriebslizenzen an die Bergbaugesellschaft Inversiones Los Pinares (ILP) ein, die im Nationalpark Carlos Escalera, der früher als Montaña de Botaderos bekannt war, tätig ist.

Am 1. August 2018 errichteten Anwohner*innen das «Guapinol Camp» als friedliche Protestaktion gegen die vergebenen Lizenzen und den Bergbau in einem zentralen Schutzgebiet, dessen Wasserquellen eine Lebensgrundlage für sie darstellen. Sie reichten mehrere Strafanzeigen bei den örtlichen Gerichten ein, über die jedoch noch nicht entschieden wurde. Seit 2018 wurden Mitglieder der Organisation CMDBCP in mindestens zwei Verfahren strafrechtlich verfolgt, weil sie die Flüsse Guapinol und San Pedro vor den Folgen des Bergbauprojekts schützen wollen. Im Rahmen dieser Verfahren mussten Aly Magdaleno Domínguez Ramos und sein Bruder Reynaldo Dominguez 2019 zusammen mit anderen Umweltschützer*innen des Guapinol-Flusses einige Zeit im Gefängnis verbringen.

Dasselbe Verfahren führte auch zur willkürlichen Inhaftierung von acht weiteren Umweltschützer*innen des Guapinol-Flusses, was weltweit Aufsehen erregt hatte, da sie nur aufgrund ihres friedlichen Einsatzes für das Recht auf sauberes Wasser mehr als zwei Jahre im Gefängnis verbringen mussten. Nach gründlicher Recherche wies Amnesty International zahlreiche Mängel in den Ermittlungsakten nach und erklärte die Umweltschützer*innen zu gewaltlosen politischen Gefangenen. Seit ihrer Freilassung im Februar 2021 prangert das CMBDCP die Angriffe gegen Mitglieder der Organisation an, dazu zählen auch ihre Stigmatisierung und Überwachung. Die Organisation fordert weiterhin die Beendigung des Bergbauprojekts.

Im Laufe der vergangenen fünf Jahre hat Amnesty International bereits auf zahlreiche, zum Teil tödliche, Angriffe auf Aktivist*innen in Honduras aufmerksam gemacht. Das Land ist für Menschenrechtverteidiger*innen eines der tödlichsten der Welt. Trotz der Schwere der Angriffe auf Aktivist*innen hat Honduras das Abkommen von Escazú noch nicht unterzeichnet. Es ist das erste Abkommen in Lateinamerika und der Karibik, das die Verbindung zwischen Umweltschutz und Menschenrechte herstellt und die Unterzeichnerstaaten zum Schutz von Umweltaktivist*innen verpflichten soll. Das Abkommen trat am 22. April 2021 in Kraft.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.

  • Werden Sie in den sozialen Medien aktiv: Infos (in English) siehe gelbes Feld rechts.

  • Bitte schreiben Sie vor dem 10. März 2023.

  • Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch.

Modellbrief

Modellbrief auf Spanisch hier öffnen / Aqui modelo de carta en español

Señor Fiscal General:
Me dirijo a usted para expresarle mi preocupación por la muerte de los defensores de los derechos humanos Aly Magdaleno Domínguez Ramos y Jairo Bonilla Ayala, ocurrida en la comunidad de Guapinol, municipio de Tocoa, departamento de Colón, en Honduras, el 7 de enero de 2023, así como por la seguridad de sus familiares, la comunidad de Guapinol y el Comité Municipal de Defensa de los Bienes Comunes y Públicos (CMDBCP).
Según información del CMDBCP, Aly Domínguez y Jairo Bonilla fueron abatidos a tiros el 7 de enero de 2023, cuando regresaban del trabajo a casa en un ciclomotor. La población de Guapinol y otras comunidades de Tocoa han sufrido continuos ataques a causa de su impugnación pacífica de la legalidad de un proyecto minero en el Parque Nacional Carlos Escaleras; esos ataques han incluido la detención injusta de ocho defensores del río Guapinol, conocidos como los “ocho de Guapinol”, que obtuvieron notoriedad y atención globales.
Las autoridades responsables de la investigación deben respetar el derecho de las familias de los defensores de los derechos humanos a la justicia, la verdad y la reparación. Según las normas internacionales de derechos humanos, las autoridades deben considerar el trabajo de derechos humanos de las víctimas como hipótesis para estos crímenes.
Por tanto, le insto a llevar a cabo urgentemente una investigación inmediata, independiente, exhaustiva e imparcial para identificar a todos los responsables de los asesinatos de Aly Domínguez y Jairo Bonilla.
Atentamente,

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Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt

Die beiden Umweltschützer und Menschenrechtler Aly Magdaleno Domínguez Ramos und Jairo Bonilla Ayala wurden am 7. Januar 2023 in der Gemeinde Guapinol im Bezirk Tocoa des Departamento Colón getötet. Angesichts dieser Tat sind auch ihre Angehörigen, sowie die gesamten Gemeinde Guapinol und die Mitglieder der Umweltorganisation Comité Municipal para la Defensa de Bienes Comunes y Públicos (CMDBCP) in grosser Gefahr. Umweltschützer*innen in der Region sind immer wieder derartigen Angriffen ausgesetzt, weil sie friedlich die Rechtmässigkeit des Bergbauprojekts im Nationalpark Carlos Escaleras anfechten.

Ich fordere Sie höflich auf, unverzüglich eine unabhängige, unparteiische und umfassende Untersuchung durchzuführen, um die Verantwortlichen für die Morde an Aly Magdaleno Domínguez Ramos und Jairo Bonilla Ayala zu identifizieren.

Hochachtungsvoll,

 

Appelle an

Generalstaatsanwalt:
Sr. Oscar Fernando Chinchilla

(Fiscal General de la República
Edificio Lomas Plaza II, Col. Lomas del Guijarro
Tegucigalpa
Honduras)

E-Mail: fiscaliageneralhnd@gmail.com; mprelacionespublicas@gmail.com
Twitter: @MP_Honduras / @ofchb
Wir ermutigen Sie, E-Mails zu senden und die angegebenen Twitter-Handles zu verwenden

Kopien an

Nathalie Roque
Minister for Human Rights (Secretaria de Derechos Humanos)

Ministry of Human Rights (Secretaría de Derechos Humanos)
Edificio Le Sage, Colonia Florencia Oeste, Boulevard Suyapa frente a Lama Motors / Volvo. Tegucigalpa M.D.C

Email: natalie.roque@sedh.gob.hn despacho.ministerial@sedh.gob.hn (assistant)
Twitter: @sedhHonduras, @RoqueNatalie


Ambassade de la République du Honduras
Avenue de France 23
1202 Genève

Fax: 022 / 710 07 66
E-mail: mission@hondurasginebra.ch

 

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Bitte prüfen Sie vorher auf der Website der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie, für die Zustellung Ihres Appells andere Kommunikationskanäle zu nutzen (E-Mail, Fax oder soziale Medien) und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.


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Es ist möglich, dass Sie ein Antwortschreiben auf Ihren Appellbrief erhalten. Sie müssen nicht selber auf diese Schreiben antworten, aber wir sind dankbar, wenn sie uns dieses Antwortschreiben zukommen lassen. Idealerweise gescannt per E-mail an ua@amnesty.ch. Wir leiten die Antwortschreiben jeweils an das zuständige Research-Team (via das Internationale Sekretariat von Amnesty) weiter. Die Kolleg*innen analysieren den Inhalt und entscheiden über das weitere Vorgehen, das allenfalls in einer Further information zum tragen kommt.

Wir befürchten keinerlei Konsequenzen für UA-Aktivist*innen in der Schweiz.
Möglicherweise ist es sinnvoll, eventuell keinen Brief zu schreiben, falls Sie in das Land einreisen möchten (oder dort Familie haben). Dies betrifft vor allem «problematische» und repressive Länder. (Russland, Türkei, China, ...)

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English

.@MP_Honduras @sedhHonduras must ensure an independent, effective and impartial investigation into the killings of Aly Domínguez and Jairo Bonilla, defenders of the #Guapinol river in #Honduras, and effective protection measures for the communities and their families.

Español

.@MP_Honduras @sedhHonduras deben garantizar una investigación independiente, efectiva e imparcial sobre los asesinatos de Aly Domínguez y Jairo Bonilla, defensores del río #Guapinol en #Honduras, y medidas efectivas de protección para las comunidades y sus familias.

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