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Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2022 06 Protect environmental defenders at risk
UA 050/22
Kolumbien
Abgeschlossen am 16. Juli 2022

Umweltschützer*innen unter Beschuss

AI-Index: AMR 23/5677/2022

Am 31. Mai wurden vier Mitglieder der Umweltschutzorganisation FEDEPESAN von Unbekannten unter Beschuss genommen, als sie in der Region Magdalena Medio mögliche Umweltschäden untersuchten. Amnesty International fordert das Innenministerium auf, den Umweltschützer*innen unverzüglich Schutzmassnahmen zu gewähren. Ausserdem muss ihr Recht, die Menschenrechte zu verteidigen, garantiert werden.

Die Mitglieder der Umweltschutzorganisation FEDEPESAN (Federación de Pescadores artesanales, ambientalistas, y turísticos del departamento de Santander), die sich für den Schutz der Menschenrechte sowie der Wasserreserven und des Ökosystems in der Region Magdalena Medio einsetzt, sind in grosser Gefahr.

Am 31. Mai brachen vier FEDEPESAN-Mitglieder in Motorbooten auf, um mögliche Umweltschäden zu untersuchen. Da die Sicherheitslage in der Region immer prekärer wird, wurde ein Mitglied von einer Sicherheitseskorte begleitet. Trotzdem wurden die vier Umweltschützer*innen von Unbekannten mit Schusswaffen angegriffen.

Die zentralkolumbianische Region Magdalena Medio umfasst ein ausgedehntes Tal in den Anden, das vom Fluss Magdalena gebildet wird. Der Anschlag ereignete sich in dem Flussabschnitt, in dem sich die Schluchten von Rosa-rio, Palotal und San Silvestre verbinden, auf der Höhe der Stadt Barrancabermeja.

FEDEPESAN hatte öffentlich die Verschmutzung des Ciénaga San Silvestre im Grossraum Barrancabermeja angeprangert. Der See versorgt rund 300.000 Menschen in der Region Magdalena Medio mit Wasser.

Kolumbien ist das gefährlichste Land der Welt für Menschen, die Landrechte verteidigen und sich für den Umweltschutz einsetzen. Menschenrechtsverteidiger*innen riskieren jeden Tag ihr Leben, um ihre Gemeinschaften und die natürlichen Ressourcen zu schützen. Aufgrund dieses Engagements sind auch ihre Familien in Gefahr.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Amnesty International ist der Ansicht, dass sich der kolumbianische Staat nicht in vollem Umfang für den Schutz von Territorium, Land und Umweltschützer*innen einsetzt. Im Jahr 2020 prangerte Amnesty International an, dass das Land nur wenig getan hat, um Umwelt- und Menschenrechtsverteidiger*innen zu schützen – ungeachtet der umfangreichen Gesetzgebung diesbezüglich.

Im April 2021 startete Amnesty International eine Urgent Action für Mitglieder der Umweltorganisation CREDHOS (Corporación Regional para la Defensa de los Derechos Humanos), die ebenfalls in der Region Magdalena Medio arbeiten und ähnlichen Risiken ausgesetzt sind wie FEDESPAN. Die Behörden haben die in der UA geforderten Massnahmen ergriffen.

CREDHOS startete eine landesweite Eilaktion zur Situation von FEDESPAN, während FEDESPAN eine Pressemitteilung zu dem Vorfall vom 31. Mai veröffentlichte.

8 Briefe verschickt  
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