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UA 004/22
Jemen
Abgeschlossen am 26. April 2022
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Deadline extended

17.3.2022

Due to any lack of progress from the Huthi de facto authorities in releasing Luke Symons, and the fact that the 5-year anniversary of Luke’s arbitrary detention is approaching (on 4 April), we are extending the appeal deadline of this UA until 12 May as a boost in international appeals is needed to keep the pressure on the Huthi authorities to respond to our calls for Luke’s release.

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Sorge um Gesundheitszustand eines inhaftierten Briten

AI-Index: MDE 31/5171/2022

Der 29-jährige Brite Luke Symons, der seit mehr als vier Jahren willkürlich in Sanaa inhaftiert ist, wurde in Einzelhaft verlegt. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends. Er war am 4. April 2017 von den De-facto-Behörden der Huthi festgenommen worden, scheinbar nur, weil er einen britischen Pass besass. Bis heute wurde er weder angeklagt noch vor Gericht gestellt. Amnesty International fordert die Huthi auf, Luke Symons unverzüglich freizulassen.

Luke Symons wurde am 4. April 2017 an einem Sicherheitskontrollpunkt in der südwestjemenitischen Stadt Ta'iz festgenommen, weil er im Besitz eines britischen Passes war. Seitdem halten ihn die Huthi-De-facto-Behörden in Sanaa willkürlich fest. Bislang wurde er weder angeklagt noch einem Gericht vorgeführt. Jetzt wurde er in Einzelhaft verlegt.

Amnesty International sprach mit zwei Familienangehörigen, die angaben, dass Luke Symons der Spionage für die britische Regierung beschuldigt wird. Bisher wurde er jedoch nicht offiziell angeklagt. Zudem liegt Amnesty International eine Anordnung zur Freilassung von Luke Symons aus Mangel an Beweisen vor. Diese war am 2. Dezember 2018 vom Obersten Politischen Rat in Sanaa erlassen worden, der von den Huthi als Exekutivorgan eingesetzt wurde.

Laut seiner Familie wurde Luke Symons während Verhören gefoltert und misshandelt, um ihn zu dem «Geständnis» zu bringen, dass er ein Spion sei. 2018 war sein Arm durch Schläge gebrochen worden. Kürzlich hatte er ein Magenproblem, wobei ihm trotz wiederholter Anfragen der Zugang zu medizinischer Behandlung verweigert wurde. Bei seinem letzten Telefongespräch mit seiner Familie im Dezember 2021 brachte Luke Symons zum Aus-druck, dass sich die Haftbedingungen negativ auf seine körperliche und psychische Verfassung auswirkten. Auch seine Frau, die ihn Anfang Januar 2022 besuchen konnte, äusserte sich sehr besorgt über seinen sich verschlechternden körperlichen und psychischen Gesundheitszustand.

Luke Symons wird zurzeit in Einzelhaft in einem Gefängnis in Sanaa festgehalten. Nach dem Völkerrecht ist die Verhängung von Einzelhaft für Untersuchungshäftlinge verboten. Einzelhaft kann für Gefangene, die unter psychischen Problemen leiden, Folter gleichkommen.

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Alle Konfliktparteien im Jemen – einschliesslich der bewaffneten Huthi-Gruppierungen, der jemenitischen Regierung, der von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) geführten Koalition sowie der jemenitischen Streitkräfte, die von den VAE unterstützt werden – haben Menschenrechtsverletzungen begangen; da-runter willkürliche Inhaftierungen, Verschwindenlassen, Schikane, Folter und andere Misshandlungen sowie unfaire Gerichtsverfahren.
Die Huthi-Kräfte haben in den von ihnen kontrollierten Gebieten willkürlich Kritiker*innen und Oppositionelle sowie Journalist*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen und Angehörige der Religionsgemeinschaft der Baha’i fest-genommen und inhaftiert. Sie haben auch zahlreiche Betroffene unfairen Gerichtsverfahren, Haft ohne Kontakt zur Aussenwelt und Verschwindenlassen ausgesetzt. Bei den meisten von ihnen handelte es sich um Mitglieder oder Unterstützer*innen der politischen Partei al-Islah (Jemenitische Versammlung für Reform).
Im Mai 2021 veröffentlichte Amnesty International den englischsprachigen Bericht Released and Exiled: Torture, unfair trials and forcible exile of Yemenis under Huthi rule, in dem die Erfahrungen einiger nicht an den Kämpfen beteiligter Menschen eingehend untersucht werden, die 2020 im Rahmen von politischen Verhandlungen freigelassen wurden, nachdem sie bis zu sieben Jahre widerrechtlich inhaftiert und gefoltert worden waren. Darunter sind Journalist*innen, Oppositionelle und Angehörige der religiösen Minderheit der Baha‘i. Nach ihrer Freilassung wurden die Angehörigen der Baha’i ins Exil getrieben, wobei die UN ihre Ausreise erleichterte. Acht weitere Frei-gelassene wurden in andere Landesteile verbannt.
Die Haftbedingungen in Gefängnissen und sonstigen Haftanstalten der Huthi begünstigten die Ausbreitung des Coronavirus. Die Gefangenen wurden durch massive Überbelegung der Haftzellen und unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung, Nahrung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen hohen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Niemand ergriff Massnahmen zum Schutz der Gefangenen und um die Ausbreitung des Virus in den Gefängnissen durch die Bereitstellung von Masken oder anderen Hygieneprodukten einzudämmen.
Auch die international anerkannte jemenitische Regierung hat Menschenrechtsverteidiger*innen und andere Aktivist*innen schikaniert, bedroht und willkürlich inhaftiert. Die von den VAE unterstützten jemenitische Streitkräfte haben im Süden des Landes zahlreiche Menschen systematisch und willkürlich inhaftiert und verschwinden lassen (https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-verschwindenlassen-und-folter-jemenitischen-gefaengnissen). Im Mai 2018 berichtete Amnesty International ausführlich über die Fälle von 51 Männern, die von den VAE und jemenitischen Streitkräften, die ausserhalb des Befehls der jemenitischen Regierung operieren, in einem Netzwerk von Geheimgefängnissen festgehalten wurden, darunter auch Personen, die zwischen März 2016 und Mai 2018 inhaftiert worden waren.

ADDITIONAL IN ENGLISH: aMNESTY pRESS RELEASE

4.2.2022:

Call on government to help British man held by Houthis for nearly five years

13 Briefe verschickt  
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