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Startseite Urgent Actions 2021 11 Stop deportation of healthcare worker
UA 115/21
Kanada
Abgeschlossen am 19. November 2021

Drohende Abschiebung am 19. November

AI-Index: AMR 20/4991/2021

Mamadou Konaté, ein Arbeitsmigrant aus Côte d'Ivoire, soll am 19. November abgeschoben werden. Er lebt seit sechs Jahren in Kanada und arbeitete während der Corona-Pandemie in Gesundheitseinrichtungen als Hausmeister mit Angehörigen von Risikogruppen. Er hat sich am Arbeitsplatz mit Covid-19 infiziert. 2020 haben die Regierungen Kanadas und der kanadischen Provinz Quebec Programme gestartet, um Asylbewerber*innen, die während der Pandemie im Gesundheitswesen arbeiteten, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu gewähren. Diese Programme diskriminieren jedoch bestimmte Berufsgruppen des Gesundheitswesens, wie beispielsweise Reinigungskräfte. Anstatt Mamadou Konaté abzuschieben, sollte die Regierung sicherstellen, dass ihre Programme zur Regularisierung von Gesundheitspersonal während der Corona-Pandemie für alle zugewanderten unverzichtbaren Arbeitskräften und ohne Diskriminierung gelten.

Mamadou Konaté ist ein ivorischer Arbeitsmigrant, der seit sechs Jahren in Kanada lebt und dem nun die Ab-schiebung droht. Er war als Hausmeister in Wohn- und Pflegeeinrichtungen tätig und begleitete während der Corona-Pandemie über Monate hinweg schutzbedürftige Senior*innen. Kaum anderthalb Jahre später, ist das Schicksal von Mamadou Konaté ungewiss, denn für den 19. November ist seine Abschiebung geplant.

Die Programme zur Regularisierung des Status von Beschäftigten im Gesundheitswesen liefen in Quebec und auf kanadischer Bundesebene am 31. August aus und das Bundesprogramm zur Erleichterung der Vergabe eines Daueraufenthalts für wichtige befristete Arbeitskräfte und ausländische Hochschulabsolvent*innen am 5. November. Kanada muss sich nicht nur zur Verlängerung dieser Programme verpflichten, sondern auch zur Änderung der Berechtigungskriterien. Gegenwärtig sind die Zulassungskriterien noch zu restriktiv und diskriminierend, und Amnesty International Kanada setzt sich für eine Ausweitung der Kriterien ein.

Kanada muss seiner Verpflichtung nachkommen, ein faires und effizientes Verfahren einzuführen, das die Integrität des kanadischen Asylverfahrens und die Menschenrechte und Freiheiten aller Menschen respektiert und nicht diskriminierend ist.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Mamadou Konaté ist ein Arbeitsmigrant aus Côte d'Ivoire. Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie arbeitete er in Wohn- und Langzeitpflegeeinrichtungen und begleitete schutzbedürftige Senior*innen über Monate hinweg in einer beängstigenden Zeit. Kaum anderthalb Jahre später ist seine Zukunft jedoch ungewiss, da ihm die baldige Abschiebung droht, obwohl er eine befristete Arbeitserlaubnis bis 2022 besitzt. Mamadou Konaté äusserte seine Angst, nach Côte d'Ivoire zurückzukehren, in das Land, aus dem er 2016 nach Morddrohungen geflohen war. Er sagte gegenüber Amnesty International, dass er sich durch seine Erlebnisse im Krieg (körperliche Misshandlung, posttraumatische Syndrome, Entwurzelung) nicht mehr sicher fühle, in sein Land zurückzukeh-ren.
Im Dezember 2020 starteten die kanadische Bundesregierung und die Regierung der Provinz Quebec Sonder-programme, um den Status von Flüchtlingen, die während der Corona-Pandemie im Gesundheitswesen tätig waren, zu legalisieren und ihnen den Weg zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung zu ebnen. Erklärtes Ziel dieser Programme ist es, den Beitrag einer grossen Zahl unverzichtbarer Arbeitsmigrant*innen während der Pandemie zu würdigen. In Wirklichkeit zielen die Programme jedoch nur auf Asylsuchende ab, die in bestimmten Positionen im Gesundheitswesen, während bestimmter Stunden und Wochen und nur während der ersten Welle der Pandemie gearbeitet haben. Die engen Zulassungskriterien dieser Programme bedeuten, dass Men-schen wie Mamadou Konaté, der als Hausmeister arbeitete, keine Möglichkeit der Legalisierung ihres Status hatten.
Reinigungskräfte in Gesundheitseinrichtungen waren während der Corona-Pandemie besonders gefährdet und arbeiteten an der vordersten Front. In den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Rationierung von persönlicher Schutzausrüstung heisst es, dass Reinigungskräfte und Hausmeister*innen tatsächlich mehr persönliche Schutzausrüstung haben sollten als viele andere Krankenhausmitarbeitende, einschliesslich Ärzt*innen und Krankenpfleger*innen, die keinen direkten Kontakt mit COVID-19-Patient*innen haben. So sollten Reinigungskräfte, die die Zimmer von Corona-Patient*innen betreten, eine medizinische Maske, einen Schutzkittel, strapazierfähige Handschuhe, einen Augenschutz und Stiefel tragen. Dennoch gehörten Reinigungskräfte und Hausmeister*innen stets zu den am wenigsten geschützten Arbeitnehmenden in Gesundheits-einrichtungen.
Der Minister für Einwanderung, Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft ist befugt, Mamadou Konaté gemäss dem Einwanderungs- und Flüchtlingsschutzgesetz eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu gewähren.

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