Benutzerspezifische Werkzeuge
Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2021 09 Refugee must not be forcibly returned to Uzbekistan Refugee released and no longer at risk
FI 102/21-1
Russland
Abgeschlossen am 4. Oktober 2021

Usbekische Menschenrechtlerin frei

AI-Index: EUR 46/4826/2021

Die Menschenrechtsverteidigerin Valentina Chupik wurde aus der Haft am Moskauer Flughafen Scheremetjewo entlassen und konnte am 2. Oktober nach Armenien fliegen. Die russischen Behörden hatten sie seit dem 25. September in der Transithalle des Flughafens festgehalten, weil ihr der Flüchtlingsstatus in Russland entzogen worden war. Ihr drohte die Abschiebung nach Usbekistan, wo sie der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt gewesen wäre.

Am 2. Oktober bestätigte der Rechtsbeistand von Valentina Chupik, dass ihr ein neuer Reisepass ausgestellt wurde und dass sie an einen Ort ihrer Wahl reisen durfte. Sie postete später ein Foto von sich an Bord eines Fluges nach Armenien.

Valentina Chupik ist die Gründerin der Organisation Tong Zhakhoni, die Migrant*innen aus Zentralasien in der Russischen Föderation rechtlichen Beistand bietet. Sie wurde am 25. September am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen, als sie aus Armenien nach Russland zurückreiste. Grenzwachen teilten ihr mit, dass ihr der Flüchtlingsstatus aberkannt und die Einreise in die Russische Föderation bis September 2051 untersagt sei, weil sie «falsche Angaben gemacht und Dokumente ge-fälscht» habe. Ihr wurde mit der Abschiebung nach Usbekistan gedroht, wo ihre willkürliche Haft, ein unfaires Verfahren, Folter und andere Misshandlungen gedroht hätten. Vor 16 Jahren war sie aus Usbekistan geflohen, aus begründeter Angst vor willkürlicher Strafverfolgung im Zusammenhang mit ihrer Menschenrechtsarbeit. Valentina Chupik wurde vor über zehn Jahren in Russland als Flüchtling anerkannt. Ihre Dokumente hat sie im März 2021 erneuert.

Amnesty International begrüsst zwar die Freilassung von Valentina Chupik und die Tatsache, dass sie nicht nach Usbekistan abgeschoben wurde, ein Land, in dem sie der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt gewesen wäre. Nichtsdestotrotz stellen der Entzug ihres Flüchtlingsstatus und die Androhung der Abschiebung Verstösse gegen internationale Menschenrechtsnormen dar, denen Russland verpflichtet ist, und schaffen einen äusserst besorgniserregenden Präzedenzfall.

Vielen Dank allen, die sich für Valentina Chupik eingesetzt haben. Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich.

Downloads
x UA 102/21-1 english
Microsoft Word Document, 32.9 kB
x UA 102/21-1 deutsch
Microsoft Word Document, 33.0 kB
Aktionsabfolge
Mehr zum Thema

Folter

Warum ist Folter immer falsch und nutzlos? Wie engagiert sich Amnesty für die Wahrung des absoluten Folterverbots? Mehr

Menschenrechtsverteidiger

Grundlegende Infos über die Menschenrechte und die verschiedenen internationalen Abkommen. Mehr