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Startseite Urgent Actions 2021 08 Protect journalist at risk
UA 091/21
Kolumbien
Aktiv seit 27. August 2021 | Noch 29 Tage Laufzeit

Journalist muss geschützt werden

AI-Index: AMR 23/4654/2021

Am 7. Juli wurde ein Plan zur Tötung von José Alberto Tejada bekannt. Seit dem 28. April kam es zu mehr als 14 Vorfällen. So wurde er von Unbekannten beschattet und erhielt von einem Beamten der Sicherheitskräfte eine Morddrohung. Der Journalist hat mit seiner Arbeit entscheidend dazu beigetragen, Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen das Völkerrecht durch die Sicherheitskräfte während des kolumbianischen Generalstreiks in der Stadt Cali anzuprangern. José Alberto Tejada muss geschützt werden.

Der Journalist und Direktor der kolumbianischen Medienunternehmens Canal2, José Alberto Tejada, befindet sich in Gefahr. Er hat mit seiner Arbeit entscheidend dazu beigetragen, die von den Sicherheitskräften im Rahmen des kolumbianischen Generalstreiks begangenen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen das Völkerrecht anzuprangern.

Am 7. Juli erhielt die kirchliche Organisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz vertrauliche und glaubwürdige Informationen über einen Plan zur Ermordung von José Alberto Tejada. Darunter war auch die Information, dass Unbekannte 30 Millionen kolumbianische Pesos gesammelt hätten, um für seine Ermordung zu bezahlen.

Aufgrund seiner Arbeit ist José Alberto Tejada seit Beginn des landesweiten Streiks mindestens 14 Sicherheitsvor-fällen ausgesetzt gewesen, darunter Beschattung durch Unbekannte und Morddrohungen. Ein Vorfall ereignete sich beispielsweise am 4. Juni, während er über die humanitäre Situation in «Paso del Aguante», einem Stadtteil von Cali, berichtete. Er wurde von einem Angehörigen der Spezialeinheit GOES der Nationalen Polizei mit dem Satz «Du bist reif, erschossen zu werden» («está bueno como para pegarle un tiro») bedroht. Am 20. Juli, als José Alberto über die Demonstrationen berichtete, wurde eine Person seines Schutzteams dreimal angeschossen, wobei sie an der Schulter, am Oberschenkel und am Knie verletzt wurde. Dafür soll ein_e Angehörige_r der Mobilen Aufstandsbekämpfung (ESMAD) verantwortlich gewesen sein. Des Weiteren wurde José Alberto Tejada von hochrangigen Beamt*innen diffamiert, die ihn öffentlich beschuldigten, «Falschnachrichten zu verbreiten, um zur Gewalt in Cali anzustiften».

Am 9. Juli 2021 beantragte José Alberto Tejada Schutzmassnahmen für sich, sein Team und die Räumlichkeiten von Canal2. Trotz der grossen Gefährdung all dieser Personen hat die nationale Schutzeinheit noch keine Massnahmen er-lassen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

José Alberto Tejada ist Journalist und Direktor des kolumbianischen Medienunternehmens Canal2. Seit Beginn des Generalstreiks kritisierte er das unübliche und unangemessene Vorgehen der staatlichen Kräfte gegen die friedlichen Demonstrierenden in der Stadt Cali, dem Epizentrum des Generalstreiks.
Zwischen Juni und August 2021 kam es zu mehreren Vorfällen, die sein Leben und seine körperliche Unversehrtheit sehr gefährdeten. Dabei wurde eine Person seines Schutzteams angeschossen. Am 7. August gegen 01:30 Uhr beobachteten Mitglieder seines Schutzteams, wie ein Mann auf einem roten Motorrad in der Nähe von José Alberto Tejadas Hauses eine Waffe zog. Das Schutzteam trieb den Motorradfahrer in die Flucht.
José Alberto Tejada wird zudem durch hochrangige Beamt*innen und bewaffnete Gruppen diffamiert. Sie haben ihn öffentlich beschuldigt, falsche Nachrichten zu verbreiten, um zur Gewalt in Cali anzustiften. Am 6. Juni teilte die Senatorin María Fernanda Cabal auf ihrem Twitter-Account die Nachricht eines Accounts mit dem Namen «Destructo II», der das Bild von José Alberto Tejada zeigt und ihn beschuldigt, für die Gewalt in Cali verantwortlich zu sein, weil er falsche Nachrichten verbreite. Am 20. August kursierte in den sozialen Netzwerken und Instant-Messaging-Anwendungen ein Flugblatt, in dem José Alberto Tejada zur militärischen Zielscheibe erklärt wurde. Es war von Personen unterzeichnet, die sich als«„Schwarze Adler - Hauptstadtblock Bogotá DC» (Águilas Negras, Bloque Capital D.C.) bezeichnen.
Seit dem 4. Juni wird José Alberto Tejada von ehemaligen Angehörigen der kolumbianischen Sicherheitskräfte beschützt, die sich auf eigene Initiative für den Schutz des Journalisten einsetzen.
Am 9. Juli beantragte José Alberto Tejada bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IACHR) vor-sorgliche Massnahmen und Schutzmassnahmen der Nationalen Schutzeinheit (UNP) für ihn, sein Team und die Räumlichkeiten von Canal2. Am 23. August reagierte die UNP teilweise auf den Antrag. Dennoch wird die vorgeschlagene Regelung den Sicherheitsbedürfnissen von José Alberto Tejada, seiner Familie und seinem Team nicht gerecht.
Am 19. August forderten 35 Mitglieder des kolumbianischen Kongresses das Innenministerium und die UNP auf, Schutzmassnahmen für den Journalisten José Alberto Tejada zu ergreifen.

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.

  • Bitte schreiben Sie vor dem 22. Oktober 2021.
  • Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Campos

Ich schreibe Ihnen, um meine Sorge um den Journalisten José Alberto Tejada, welcher Direktor des Medienunternehmens Canel2 ist, auszudrücken. Seine Arbeit hat entscheidend dazu beigetragen, die von den Sicherheitskräften im Rahmen des kolumbianischen Generalstreiks begangenen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen das Völkerrecht anzuprangern.

Am 7. Juli erhielt die kirchliche Organisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz vertrauliche und glaubwürdige Informationen über einen Plan zur Ermordung von José Alberto Tejada. Darunter war auch die Information, dass Unbekannte 30 Millionen kolumbianische Pesos gesammelt hätten, um für seine Ermordung zu bezahlen.

Aufgrund seiner Arbeit ist es seit Beginn des landesweiten Streiks zu mindestens 14 verschiedenen Sicherheitsvorfällen gekommen, darunter Beschattung durch Unbekannte und direkte Morddrohungen. Er wurde beispielsweise von einem Angehörigen der Spezialeinheit GOES der Nationalen Polizei mit dem Satz «Du bist reif, erschossen zu werden» («está bueno como para pegarle un tiro») bedroht. Am 20. Juli, als José Alberto Tejada über die Demonstrationen berichtete, wurde eine Person seines Schutzteams dreimal angeschossen. Dafür soll ein_e Angehörige_r der Mobilen Aufstandsbekämpfung (ESMAD) verantwortlich gewesen sein. Des Weiteren wurde José Alberto Tejada von hochrangigen Beamt*innen diffamiert, die ihn öffentlich beschuldigten, «Falschnachrichten zu verbreiten, um zur Gewalt in Cali anzustiften».

Am 9. Juli 2021 beantragte José Alberto Tejada Schutzmassnahmen für sich, sein Team und die Räumlichkeiten von Canal2. Trotz der grossen Gefährdung all dieser Personen hat die nationale Schutzeinheit noch keine Massnahmen erlassen.

Deshalb fordere ich Sie auf, José Alberto Tejada angemessene Schutzmassnahmen zu gewähren, denen eine umfassende Risikobeurteilung zugrunde liegt und die mit ihm abgesprochen wurden.

Hochachtungsvoll,

Appelle an

Leiter der nationalen Behörde für Schutzmassnahmen
Alfonso Campos Martinez
Director of the National Protection Unit
Carrera 63 # 14 – 97, Primer Piso
Puente Aranda, Bogotá D.C.
KOLUMBIEN

E-Mail: director@unp.gov.co

Anrede: Sehr geehrter Herr Campos / Dear Mr. Campos

 

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Der Versand von Briefen PRIORITY ist nach fast allen Ländern möglich.
Bitte prüfen Sie auf der Website der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie, für die Zustellung Ihres Appells andere Kommunikationskanäle zu nutzen (E-Mail, Fax oder soziale Medien) und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Kopien an

Ambassade de la République de Colombie
Zieglerstrasse 29
3007 Berne

Fax: 031 350 14 09
E-mail: esuiza@cancilleria.gov.co

 

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