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Startseite Urgent Actions 2021 05 Artist opposing censorship in detention
UA 055/21
Kuba
Abgeschlossen am 29. Juni 2021
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Korrektur/Ergänzung

Wir haben den Text und den Musterbrief aktualisiert, um hervorzuheben, dass wir den Künstler Luis Manuel Otero Alcántara zum gewaltlosen politischen Gefangenen (Gewissensgefangener) ernannt haben.

Künstler freilassen!

AI-Index: AMR 25/4147/2021

Am 2. Mai wurde Luis Manuel Otero Alcántara von Angehörigen der Staatssicherheit in seiner Wohnung festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht. Der kubanische Künstler befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Hungerstreik, um gegen die Beschlagnahmung von Kunstgegenständen aus seinem Haus am 22. April zu protestieren. Er ist ein Sprecher der Initiative Movimiento San Isidro, einer Gruppe zahlreicher unabhängiger KünstlerInnen, JournalistInnen und AktivistInnen, die sich für die Meinungsfreiheit auf Kuba einsetzen. Luis Manuel Otero Alcántara ist ein gewaltloser politischer Gefangener. Amnesty International fordert seine umgehende und bedingungslose Freilassung.

Der kubanische Künstler Luis Manuel Otero Alcántara, ein Sprecher der Initiative Movimiento San Isidro (MSI), wird seit dem 2. Mai offenbar in staatlichem Gewahrsam in einem Krankenhaus in Havana festgehalten. Er hat kaum Kontakt mit der Aussenwelt und darf nur sehr eingeschränkt Besuch empfangen. Er wird allem Anschein nach nur deshalb festgehalten, weil er friedlich von seinem Recht auf freie Meinungsäusserung Gebrauch gemacht hat. Die MSI ist eine Initiative bestehend aus zahlreichen unabhängigen KünstlerInnen, JournalistInnen, AkademikerInnen und AktivistInnen, die sich für die Meinungsfreiheit auf Kuba einsetzen. Die Bewegung wurde ursprünglich gegründet, um gegen das Gesetz Nr. 349 zu protestieren, das 2018 eingeführt wurde und KünstlerInnen stark zensiert.

Luis Manuel Otero Alcántara wurde von Angehörigen der Staatssicherheit in seiner Wohnung, der Zentrale der MSI, festgenommen. Dort führte er zu diesem Zeitpunkt einen Hungerstreik durch, mit dem er Berichten zufolge gegen die Beschlagnahmung von Kunstgegenständen aus seinem Haus protestierte. Laut Angaben der NGO Cubalex und der staatlichen Medien wurde der Künstler in die Notaufnahme des Universitätskrankenhauses General Calixto García in Havana gebracht.

Luis Manuel Otero Alcántara war bereits in der Vergangenheit wegen seiner Menschenrechtsarbeit von Angehörigen der Staatssicherheit schikaniert und eingeschüchtert worden. Im Dezember 2020 wurde er unter schwere Überwachung gestellt und infolge eines damaligen Hungerstreiks unter ähnlichen Bedingungen in Gewahrsam genommen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge befindet sich Luis Manuel Otero Alcántara derzeit unter Überwachung der Staatssicherheit im Krankenhaus und darf nur sehr eingeschränkten Besuch von seinen engsten Familienangehörigen empfangen. Allem Anschein nach hat er keinen Zugang zu seinem Telefon und der Aussenwelt. Amnesty International liegen zudem Hinweise darauf vor, dass er sich womöglich nach wie vor im Hungerstreik befindet.
Laut Angaben von Cubalex und wie von Amnesty International dokumentiert wurde Luis Manuel Otero Alcántara immer wieder monatelang von Angehörigen der Staatssicherheit überwacht. Wenn er versuchte, sein Haus zu verlassen, drohte ihm die Festnahme durch die Polizei, was faktisch einem Hausarrest gleichkommt. In jüngster Zeit wurde auch immer wieder über die Drangsalierung und Einschüchterung anderer MSI-Mitglieder berichtet. Dies macht deutlich, dass in Kuba nach wie vor die Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Meinungs-freiheit, stark unterdrückt werden.
Amnesty International hat Luis Manuel Otero Alcántara bereits zweimal als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet, weil er lediglich aufgrund der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäusserung inhaftiert wurde. Er und weitere MSI-Angehörige sowie verschiedene UnterstützerInnen und JournalistInnen befanden sich zudem in der Vergangenheit unter kontinuierlicher schwerer Überwachung, wie von Amnesty International im Dezember 2020 dokumentiert.

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