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Startseite Urgent Actions 2021 04 Women migrant workers detained for months
UA 039/21
Sri Lanka (Saudi-Arabien)
Aktiv seit 15. April 2021 | Noch 30 Tage Laufzeit

Arbeitsmigrantinnen monatelang willkürlich inhaftiert

AI-Index: ASA 37/3983/2021

In Saudi-Arabien werden mindestens 41 Arbeitsmigrantinnen aus Sri Lanka zum Teil seit 18 Monaten festgehalten. Drei der Frauen haben kleine Kinder bei sich, und eine von ihnen benötigt dringend medizinische Versorgung. Die Frauen wurden nicht über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert und haben keinen Zugang zu Rechts-beiständen. Sie sind daher im Dunkeln bezüglich der Gründe und Länge ihrer Inhaftierung. Die srilankischen Behörden müssen aktiv Massnahmen ergreifen, um den Frauen unverzüglich die Rückkehr nach Sri Lanka zu ermöglichen.

Mindestens 41 Frauen, die aus Sri Lanka als Hausangestellte nach Saudi-Arabien gekommen waren, werden der-zeit im Tarheel-Zentrum (Exit 18) in Riad in Abschiebehaft gehalten. Da sie nicht über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert wurden und keinen Zugang zu rechtlicher Vertretung haben, wissen sie nicht, warum sie inhaftiert wurden oder wie lange sie in Haft bleiben müssen. Die saudi-arabischen Behörden haben die Rechtsgrund-lage für die Inhaftierung der Frauen nicht bekannt gegeben, doch alles deutet darauf hin, dass sich viele von ihnen aufgrund ihres Migrationsstatus unter dem berüchtigten Kafala-System in Haft befinden. Unter diesem System können ArbeitsmigrantInnen inhaftiert werden, wenn ihre Arbeitsgenehmigung ausläuft und ihre ArbeitgeberInnen ihnen keine Ausreiseerlaubnis ausstellen, oder wenn sie vor Menschenrechtsverstössen oder Misshandlung von ihrem Arbeitsplatz fliehen.

Die 41 Frauen werden seit mindestens acht Monaten, manche sogar seit bereits 18 Monaten, festgehalten. Mindestens drei Frauen haben kleine Kinder bei sich, und wenigstens eine der Frauen benötigt dringend medizinische Versorgung, die sie nicht erhält. In den vergangenen Monaten haben Gefängnisangestellte den Frauen wiederholt versprochen, dass sie bald nach Sri Lank zurückkehren dürfen. Dennoch befinden sich die Frauen nach wie vor in Abschiebehaft.

Die srilankische Botschaft in Riad hat Kontakt mit den Inhaftierten aufgenommen und mehrmals Zusicherungen ausgesprochen, denen jedoch keine Taten gefolgt sind. Die srilankische Regierung muss dafür sorgen, dass die Kosten der Rückführung (wie z. B. das Flugticket und jegliche Kosten für zu ergreifende Quarantänemassnahmen) gedeckt werden, da sich viele der Frauen dies nicht leisten können.

Die Regierung ist verpflichtet, die Menschenrechte aller srilankischen ArbeitsmigrantInnen in Saudi-Arabien zu schützen. Sie muss daher zeitnah dafür sorgen, dass die inhaftierten Arbeitsmigrantinnen freigelassen werden und sicher nach Sri Lanka zurückkehren können. ArbeitsmigrantInnen leisten einen grossen Beitrag zur srilankischen Wirtschaft und die Regierung muss sich für sie einsetzen, wenn ihre Rechte in Gefahr sind.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Hausangestellte sind eine der schutzbedürftigsten Gruppen unter den ArbeitsmigrantInnen in den Golfstaaten. Sie arbeiten häufig alleine und isoliert im privaten Bereich und sind in fast allen Lebensbereichen stark von ihren ArbeitgeberInnen abhängig. Auch ist das in der Golfregion (und damit auch in Saudi-Arabien) geltende Arbeits-recht nicht auf sie anwendbar. Sie können inhaftiert werden, wenn sie vor Menschenrechtsverstössen und Ausbeutung fliehen, oder wenn ihre Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, was häufig deshalb passiert, weil ihre SponsorInnen die Erlaubnis nicht verlängert haben. Die Arbeitsbedingungen für Hausangestellte sind in der Re-gel hart, mit langen Arbeitstagen und kaum Pausen oder Urlaubstagen. Oft kommt es zu verbalen und tätlichen Angriffen, und ArbeitgeberInnen beschlagnahmen regelmässig die Pässe ihrer Hausangestellten, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Saudi-Arabien führte vor Kurzem eine Reform des Arbeitsrechts durch, von der Hausangestellte jedoch ausgenommen sind. Dies bedeutet, dass Hausangestellte nach wie vor das Land nur mit Erlaubnis ihrer ArbeitgeberInnen verlassen dürfen, was sie einem erhöhten Risiko von Menschenrechtsverstössen wie Zwangsarbeit, tätlichen Übergriffen und sexueller Nötigung aussetzt.
Sri Lanka und Saudi-Arabien sind auf der Grundlage zahlreicher internationaler Verträge, die sie ratifiziert haben (darunter die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation gegen Zwangsarbeit), dazu verpflichtet, ArbeitsmigrantInnen vor Menschenrechtsverstössen zu schützen. In diesem Fall müssen beide Staaten sicherstellen, dass die inhaftierten Frauen umgehend aus der willkürlichen Haft entlassen werden und dass ihnen eine frei-willige Rückkehr in Sicherheit und Würde ermöglicht wird.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.

  • Bitte schreiben Sie vor dem 15. Juni 2021.
  • Schreiben Sie in gutem Singhalesisch, Englisch oder auf Deutsch.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Minister

Mindestens 41 Frauen, die aus Sri Lanka als Hausangestellte nach Saudi-Arabien gekommen waren, werden derzeit im Tarheel-Zentrum (Exit 18) in Riad in Abschiebehaft gehalten. Da sie nicht über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert wurden und keinen Zugang zu rechtlicher Vertretung haben, wissen sie nicht, warum sie inhaftiert wurden oder wie lange sie in Haft bleiben müssen.

Die 41 Frauen werden seit mindestens acht Monaten, manche sogar seit bereits 18 Monaten, festgehalten. Mindestens drei Frauen haben kleine Kinder bei sich, und wenigstens eine der Frauen benötigt dringend medizinische Versorgung, die sie nicht erhält. In den vergangenen Monaten haben Gefängnisangestellte den Frauen wiederholt versprochen, dass sie bald nach Sri Lank zurückkehren dürfen. Dennoch befinden sich die Frauen nach wie vor in Abschiebehaft.

Die Regierung ist verpflichtet, die Menschenrechte aller srilankischen ArbeitsmigrantInnen in Saudi-Arabien zu schützen. Sie muss daher zeitnah dafür sorgen, dass die inhaftierten Arbeitsmigrantinnen freigelassen werden und sicher nach Sri Lanka zurückkehren können. ArbeitsmigrantInnen leisten einen grossen Beitrag zur srilankischen Wirtschaft und die Regierung muss sich für sie einsetzen, wenn ihre Rechte in Gefahr sind.

Sorgen Sie bitte dafür, dass die inhaftierten srilankischen Arbeitsmigrantinnen unverzüglich die Möglichkeit erhalten, freiwillig und in Sicherheit und Würde nach Sri Lanka zurückzukehren.

Garantieren Sie den Frauen, solange sie noch in Abschiebehaft sind, angemessenen konsularischen Beistand, damit sie umgehend medizinisch versorgt werden und unter angemessenen Bedingungen auf ihre Rückkehr warten können.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Minister für Marktdiversifizierung
Piyankara Jayaratne
Nawala
SRI LANKA

E-Mail: ministerofficemfe@gmail.com oder
secretary@mtfes.gov.lk

Anrede: Sehr geehrter Herr Minister /
Dear Minister Jayaratne

 

→ Weltweite Briefzustellung - Allgemeine Info:
Der Versand von Briefen PRIORITY ist nach fast allen Ländern möglich.
Bitte prüfen Sie auf der Website der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie, für die Zustellung Ihres Appells andere Kommunikationskanäle zu nutzen (E-Mail, Fax oder soziale Medien) und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Kopien an

Ambassade de la République Socialiste Démocratique de Sri Lanka
Niklasstrasse 19
D-14163 Berlin
Deutschland

Fax: 0049 30/ 80 90 97 57
E-mail: slemb.berlin@mfa.gov.lk

 

 

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