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UA 038/2021
Kolumbien
Abgeschlossen am 3. Juni 2021

Menschenrechtsorganisation erhält Morddrohungen

AI-Index: AMR 23/3965/2021

Die Menschenrechtsorganisation CREDHOS erhielt am 24. März den Drohanruf eines Mannes, der sich als Teil des Blocks Magdalena Medio der bewaffneten Gruppe FARC-EP ausgab. Er sagte, die Organisation sei ein militärisches Ziel und habe 48 Stunden, um die Stadt Barrancabermeja zu verlassen. Wenige Minuten später ging beim Präsidenten von CREDHOS eine Sprachnachricht mit Morddrohungen gegen ihn und seine Familie ein.

Die Mitglieder der unabhängigen Menschenrechtsorganisation CREDHOS (Corporación Regional para la Defensa de los Derechos Humanos) im Departamento Santander sind in grosser Gefahr. Die Organisation setzt sich seit 1987 für die Verteidigung, Förderung und den Schutz der Menschenrechte in der Region Magdalena Medio ein.

Seit September 2020 haben die Mitglieder von CREDHOS mindestens fünf Morddrohungen erhalten. Die jüngste am 24. März ging per Telefon im CREDHOS-Büro ein. Darin drohte der Anrufer: «Stellt eure Veröffentlichungen und eure Schleimerei ein. CREDHOS ist ein militärisches Ziel. Ihr habt 48 Stunden, um Barrancabermeja zu verlassen». Unmittelbar darauf erhielt Iván Antonio Madero Vergel, der Präsident der Organisation, eine Sprachnachricht mit einer Morddrohung gegen ihn und seine Familie.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die unabhängige Menschenrechtsorganisation CREDHOS im Departamento Santander wurde 1987 in der Stadt Barrancabermeja gegründet. Seit über 30 Jahren setzt sie sich für die Verteidigung, Förderung und den Schutz der Menschenrechte in acht Bezirken der Region Magdalena Medio im Norden Kolumbiens ein. In den letzten Jahren hat die Auseinandersetzung mit umweltspezifischen Konflikten in der Region innerhalb der Organisation stark an Bedeutung gewonnen. CREDHOS setzt sich für das Recht der Gemeinden für eine gesunde Umwelt ein.

Die MitarbeiterInnen von CREDHOS werden aufgrund ihrer Tätigkeit schon seit Gründung der Organisation bedroht, schikaniert oder sogar getötet. Zu den jüngsten Sicherheitsvorfällen, denen die MitarbeiterInnen von CREDHOS ausgesetzt waren, gehören:

Am 10. Februar 2021 benachrichtigte eine vertrauliche Quelle die Organisation, dass bewaffnete Gruppen CREDHOS zu einem militärischen Ziel erklärt haben.

Am 9. Januar 2021 kursierte in den Sozialen Medien und Instant-Messaging-Anwendungen ein Flugblatt, das von Personen unterzeichnet wurde, die sich als «Der Magdalena-Medio-Block der FARC- EP» bezeichneten. In dem Flugblatt wird die Änderung eines Wochen zuvor von CREDHOS veröffentlichten Berichts verlangt, der eine Analyse der Dynamik von bewaffneten Gruppen und illegaler Wirtschaftstätigkeit in zwei Regionen Kolumbiens enthält: dem Süden des Departamento Bolívar und dem Nordosten des Departamento Antioquia.

Am 24. Oktober 2020 brachen Unbekannte in die Wohnung von des CREDHOS-Vorstandsmitglieds Dr. Ivonne Suarez Pinzón ein. Sie ist auch Direktorin des Archivs der mündlichen Erinnerung der Opfer des internen bewaffneten Konflikts (Archivo Oral de Memoria de las Víctimas - UIS – AMOVIUIS), in dem die Dokumente der von der Organisation vor der «Sondergerichtsbarkeit für den Frieden» JEP (Jurisdicción Especial de Paz) vorgetragenen Fälle aufbewahrt werden.

Am 1. September 2020 zeigte der Vorstandssekretär von CREDHOS, Abelardo Sanchez, bei der Generalstaatsanwaltschaft an, dass sein Haus in der Nacht zuvor von unbekannten Männern beobachtet wurde.

Im Jahr 2016 erklärte die kolumbianische Opferschutzstelle (Unidad para la atención y reparación integral a las víctimas) CREDHOS zu einer Organisation, die kollektive Wiedergutmachung für die seit ihrem Bestehen erlittenen Straftaten erhält. Die Umsetzung der Massnahmen begann offiziell in März 2019. Das Konzept um-fasst 16 Massnahmen, die in den Büros der Zentrale in Barrancabermeja und in den acht Gemeinden, in denen CREDHOS tätig ist, greifen sollen.

11 Briefe verschickt  
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