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FI 027/21-2
Pakistan
Abgeschlossen am 6. Juli 2021

Zum Tode verurteiltes christliches Paar freigesprochen

AI-Index: ASA 33/4401/2021

Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar wurden am 3. Juni 2021 nach sieben Jahren im Todestrakt endlich freigesprochen. Sie hätten niemals angeklagt und zum Tode verurteilt werden dürfen. Ihr Fall ist ein Beweis dafür, welche Gefahr die drakonischen Blasphemiegesetze des Landes bedeuten können. Die Behörden müssen Shafqat Emmanuel, Shagufta Kausar, ihrer Familie und ihrem Anwalt Saiful Malook sofort angemessenen Schutz gewähren.

Shafqat Emmanuel und seiner Ehefrau Shagufta Kausar drohte die Hinrichtung, weil sie «blasphemische» Textnachrichten an einen muslimischen Kleriker geschickt haben sollen. Dabei soll ein Telefon mit einer auf Shagufta Kauars Namen registrierten SIM-Karte benutzt worden sein. Das christliche Paar hat alle Vorwürfe stets bestritten und glaubt, dass der Personalausweis von Shagufta Kausar für diesen Zweck missbraucht wurde. Die Eheleute sind seit 2013 inhaftiert und wurden im April 2014 zum Tode verurteilt. Ihr Rechtsmittelverfahren sollte im April 2020, sechs Jahre nach ihrer Verurteilung, stattfinden, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Auch 2021 wurde ihr Berufungs-verfahren zweimal mit der Begründung vertagt, dass die Gerichtsstunden für diesen Tag beendet seien.

Während dieser Zeit verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Shafqat Emmanuel rapide. Sein gesamter Unterkörper ist gelähmt und er ist daher auf die Hilfe des Gefängnispersonals angewiesen, wenn er sein Bett verlassen und zur Toilette gehen möchte. Zudem hat er schwere Wundliegegeschwüre, die laut Angaben seines Rechtsbeistands nicht angemessen medizinisch behandelt wurden.

Im Juni 2021 fand schliesslich das Berufungsverfahren vor dem Lahore High Court statt. Am 3. Juni wurden Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar von allen Anklagepunkten freigesprochen und der Richter ordnete an, dass sie sofort aus dem Gefängnis entlassen werden.

Ihr Freispruch löste im Internet eine heftige Gegenreaktion aus, bei der nicht nur das Paar, sondern auch ihr Anwalt bedroht wurde. Saiful Malook sagte Amnesty International, dass er um sein Leben fürchtet. Amnesty wird sich auf verschiedenen Wegen dafür einsetzen, dass die bedrohten Personen Schutz erhalten.

Ihr Anwalt sagte Amnesty International, dass die Anklage gegen das Ehepaar ohne den breiten Ein-satz für ihre Freilassung wahrscheinlich nicht fallengelassen worden wäre. Es wird angenommen, dass die weltweite Mobilisierung der Unterstützer*innen von Amnesty International sehr wichtig war, um die Aufmerksamkeit auf den Fall zu lenken. Die Aktionen haben ausserdem darauf aufmerksam gemacht, wie gefährlich die pakistanischen Blasphemiegesetze sein können.

Vielen Dank allen, die sich für Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel eingesetzt haben. Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich.

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