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Startseite Urgent Actions 2021 01 Kazakh family at risk of torture in detention
UA 004/21
China
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22.01.2021: Suggested social media message

Suggested social media message:

An ethnic #Kazakh mother and her two sons living in #Xinjiang went missing in August 2020. No one has heard from them in 6+months and it is feared that their missing is linked to the activism by their husband and father.

Demand #China release them! UA 004/21

Thank you for your support!

Inhaftierte kasachische Familie in Foltergefahr

AI-Index: ASA 17/3555/2021

Weilina Muhatai und ihre beiden Söhne Muheyati Haliyoula und Parisati Haliyoula werden seit August 2020 vermisst. Sie sind ethnische KasachInnen aus der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang und ihr«Verschwinden» könnte mit dem Aktivismus des Ehemanns von Weilina Muhatai in Verbindung stehen, der im Dezember 2020 im Gewahrsam gestorben sein soll. Seit mehr als sechs Monaten gibt es keinerlei Nachricht von der Familie und es besteht grosse Sorge um die drei Vermissten.

Weilina Muhatai und ihre beiden Söhne Muheyati Haliyoula und Parisati Haliyoula werden seit August 2020 vermisst. Trotz mehrerer Kontaktversuche durch Familienangehörige im Ausland gibt es seit mehr als sechs Monaten keine Nachricht von ihnen; auch offizielle Informationen zu ihrem Schicksal oder Aufenthaltsort gibt es keine. Sie sind ethnische KasachInnen aus der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang und ihr «Verschwinden» könnte mit dem Aktivismus des Ehemanns von Weilina Muhatai, Haliyoula Tuerxun, zusammenhängen. Es wird davon ausgegangen, dass Haliyoula Tuerxun im Dezember 2020 in einem sogenannten «Umerziehungslager» gestorben ist.

Weilina Muhatai ist eine pensionierte staatliche Angestellte; auch ihr Mann war pensionierter Angestellter im öffentlichen Dienst. Bei ihren Söhnen Muheyati Haliyoula und Parisati Haliyoula handelt es sich um einen Geschäftsmann und einen Musiklehrer. Ihr dritter und ältester Sohn lebt derzeit in Kasachstan. Haliyoula Tuerxun, Weilina Muhatai, Muheyati Haliyoula und Parisati Haliyoula wurden im März 2018 in «Umerziehungslagern» inhaftiert. Weilina Muhatai und ihre beiden Söhne wurden Anfang 2019 wieder freigelassen und danach engmaschig von den Behörden überwacht.

Man sagte der Familie, dass Haliyoula Tuerxun in einem geheimen Verfahren zu 20 Jahren Haft verurteilt worden sei, ohne jedoch Informationen über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe preiszugeben. Im Dezember 2020 erfuhr die Familie aus vertrauenswürdiger Quelle, dass Haliyoula Tuerxun im Gewahrsam gestorben war. Die chinesischen Behörden haben seinen Tod gegenüber der Familie nie bestätigt. Der in Kasachstan lebende Sohn von Weilina Muhatai und Haliyoula Tuerxun befürchtet, dass sein Vater an den Folgen von Folter und anderer Misshandlung gestorben ist, da gegen die Hafteinrichtungen in der Region Xinjiang häufig Folter- und Misshandlungsvorwürfe erhoben werden. Vor seiner Inhaftierung im März 2018 hatte Haliyoula Tuerxun auf den Tod eines ethnischen Kasachen in einem der Umerziehungslager aufmerksam gemacht.

Es besteht grosse Sorge um die Gesundheit und das Wohlergehen von Weilina Muhatai, Muheyati Haliyoula und Parisati Haliyoula. Da nichts über ihr Schicksal und ihren Verbleib bekannt ist, und angesichts der wiederholten Folter- und Misshandlungsvorwürfe gegen Hafteinrichtungen in Xinjiang, fürchtet Amnesty International um die Sicherheit und das Leben der Familie.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Xinjiang ist eine ethnisch äusserst vielfältige Region. Mehr als die Hälfte der dort lebenden 22 Millionen Menschen gehören zu überwiegend türkischen und meist muslimischen ethnischen Gruppierungen, darunter UigurInnen (etwa 11,3 Millionen), KasachInnen (etwa 1,6 Millionen) und andere Bevölkerungsgruppen, deren Sprachen, Kultur und Lebensweise stark von den Han-ChinesInnen abweichen, die in China in der Mehrheit sind.
Im März 2017 erliess die Autonome Region Xinjiang eine Verordnung zur «Entradikalisierung», die zahlreiche Handlungen als «extremistisch» verbietet. Dazu zählen unter anderem «Verbreitung von extremistischem Gedankengut», die Verunglimpfung von staatlichen Radio- oder Fernsehsendern und die Weigerung diese zu konsumieren, sowie das Tragen von Burkas oder «ungewöhnlichen» Bärten. Darüber hinaus zählen Widerstand gegen nationale Politik sowie das Publizieren, Herunterladen, Aufbewahren und Lesen von Artikeln oder Publikationen und audiovisuellen Beiträgen mit «extremistischem Inhalt» zur Liste dieser «extremistischen» Handlungen. Es wurde zudem ein «Zuständigkeitssystem» eingerichtet, mit dem die «Antiextremismus-Arbeit» der Regierung in verschiedene Bereiche eingeteilt und jährlich überprüft wird.
Es werden schätzungsweise eine Million UigurInnen, KasachInnen und Angehörige anderer mehrheitlich muslimischer Bevölkerungsgruppen in sogenannten Einrichtungen für «Transformation durch Erziehung» festgehalten. Die chinesischen Behörden bestritten bis Oktober 2018 die Existenz dieser «Umerziehungseinrichtungen». Danach erklärten sie, die Menschen seien freiwillig in diesen Lagern und würden eine Berufsausbildung erhalten. Ziel dieser Einrichtungen sei es, den Menschen eine technische und berufliche Ausbildung zu bieten und ihnen zu ermöglichen, eine Arbeit zu finden und sich zu «nützlichen» BürgerInnen zu entwickeln. Im Widerspruch zu diesen Erläuterungen stehen allerdings die Berichte von ehemaligen InsassInnen dieser Lager, die Schläge, Nahrungsentzug und Isolationshaft beschreiben. China ist bisher den Aufforderungen der internationalen Gemeinschaft und auch Amnesty International nicht nachgekommen, unabhängige ExpertInnen uneingeschränkt nach Xinjiang einreisen zu lassen. Stattdessen versucht die chinesische Regierung, kritische Stimmen zu unterdrücken, indem sie sorgfältig ausgewählte Delegationen aus verschiedenen Ländern zu streng durchgeplanten und überwachten Besuchen nach Xinjiang einlädt.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 21. März 2021.
  • Schreiben Sie in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch.
  • INFO COVID-19 und weltweite Briefzustellung:
    Der Versand von Briefen PRIORITY ist nach fast allen Ländern möglich. Bitte prüfen Sie auf der Website der Schweizer Post in der Rubrik 'Verkehrseinschränkungen', ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie andere Kommunikationskanäle – E-Mail, Fax oder soziale Medien, wenn vorhanden – für die Zustellung Ihres Appells zu nutzen und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Direktor

Mit grosser Sorge verfolge ich die Situation von Weilina Muhatai und ihren beiden Söhnen Muheyati Haliyoula und Parisati Haliyoula. Sie werden seit August 2020 vermisst. Trotz mehrerer Kontaktversuche durch Familienangehörige im Ausland gibt es seit mehr als sechs Monaten keine Nachricht von ihnen; auch offizielle Informationen zu ihrem Schicksal oder Aufenthaltsort gibt es keine. Sie sind ethnische KasachInnen aus der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang und ihr «Verschwinden» könnte mit dem Aktivismus des Ehemanns von Weilina Muhatai, Haliyoula Tuerxun, zusammenhängen. Dieser soll im Dezember 2020 in einem sogenannten «Umerziehungslager» gestorben sein.

Lassen Sie Weilina Muhatai, Muheyati Haliyoula und Parisati Haliyoula bitte umgehend und bedingungslos frei, es sei denn es existieren glaubwürdige und zulässige Beweise dafür, dass sie eine international als Straftat anerkannte Handlung begangen haben, und sie erhalten ein Verfahren, das den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entspricht. Geben Sie bis zu ihrer Freilassung unbedingt ihren Verbleib bekannt.

Sorgen Sie bitte dafür, dass die drei Inhaftierten Zugang zu ihren Familienangehörigen und Rechtsbeiständen ihrer Wahl erhalten, umgehend angemessen medizinisch versorgt werden, und nicht gefoltert oder anderweitig misshandelt werden.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Direktor des Büros für öffentliche Sicherheit
im Kasachischen Autonomen Bezirk Ili
Director Gao Qi
398 Nanhuan Lu, Yining Shi 835000
Ili Kazakh Autonomous Prefecture
Xinjiang Uyghur Autonomous Region
VOLKSREPUBLIK CHINA

Fax: (00 852) 8037588
E-Mail: webmaster@xjyl.gov.cn

Anrede: Sehr geehrter Herr Direktor / Dear Director Gao

 

 

Kopien an

Ambassade de la République Populaire de Chine
Kalcheggweg 10
3006 Berne

Fax: 031 351 45 73
E-mail: dashmishu@hotmail.com

 

13 Briefe verschickt  
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