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Startseite Urgent Actions 2020 10 Defenders’ lives at risk
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Bolivien
Aktiv seit 29. Oktober 2020 | Noch 25 Tage Laufzeit
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29.10.2020 Suggested tweet

Arturo Murillo, Minister of Government

Twitter: @MindeGobierno, @ArturoMurilloS
Facebook: @MindeGobierno, @arturo.murillo

Suggested tweet:

Bolivia: The lives of defenders Waldo and Franco Albarracin are at risk. They are being targeted through death threats and stigmatization. @MindeGobierno @ArturoMurilloS should immediately grant them protection.

Menschenrechtsverteidiger in Lebensgefahr

AI-Index: AMR 18/3276/2020

Die Menschenrechtsverteidiger Waldo und Franco Albarracin erhalten seit dem 19. Oktober 2020, dem Tag nach den Präsidentschaftswahlen, Morddrohungen per Telefon und in den Sozialen Medien. In zwei Videos, die in den Sozialen Medien kursierten, wurde Waldo Albarracin bezichtigt, an einem Putsch gegen die Regierung von Evo Morales beteiligt gewesen zu sein.

Die beiden Menschenrechtsverteidiger Waldo und Franco Albarracin haben angegeben, seit dem 19. Oktober 2020 von Unbekannten mehrere Morddrohungen per Telefon und über die Sozialen Medien erhalten zu haben. Waldo Albarracin wird in zwei Videos beschuldigt, an dem Putsch gegen die Regierung unter Präsident Evo Morales beteiligt gewesen zu sein. Im ersten Video setzte ihn ein Mitglied des Komitees zur Verteidigung der Demokratie (Comité de Defensa de la Democracia – CONADE) auf eine «Schwarze Liste von bolivianischen VerräterInnen» und im zweiten Video warf ihm ein_e ehemalige_r Angehörige_r der Morales-Regierung vor, sein eigenes Haus in Brand gesteckt zu haben.

Am 26. Oktober 2020 erstattete Waldo Albarracin bei der Staatsanwaltschaft in La Paz Strafanzeige gegen diese Drohungen. Anfang des Jahres hatte er bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission Schutzmassnahmen für sich und seine Familie beantragt.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Im Dezember 2018 veröffentlichte die bolivianische Regierung die Namen von 43 Personen, darunter Waldo und Franco Albarracin, und beschuldigte sie, während der Proteste am 6. Dezember 2018 «Gewalt und Rassismus» verbreitet zu haben. Die Proteste richteten sich gegen eine weitere Amtszeit von Evo Morales.
Einen Tag nach den Wahlen wurde während der Stimmenauszählung am 21. Oktober 2019 eine friedliche Mahnwache vor den Wahlbüros abgehalten. Waldo Albarracin gab an, dass die Polizei bei seiner Ankunft ihm und anderen friedlich Demonstrierenden «Gas ins Gesicht sprühte». Er führte weiter aus: «Als ich mein Gesicht bedeckte und mich von der Polizei abwandte, schlug mir jemand mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf. Ich nehme an, es war eine Eisenstange». In einem gerichtsmedizinischen Attest wurden seine Verletzungen bestätigt und er wurde für 14 Tage krankgeschrieben. Obwohl Waldo Albarracin wegen des Angriffs Anzeige erstattete, wurde der Vorfall seinen Angaben zufolge bis heute nicht aufgeklärt.
Am 10. November 2019, nachdem der Rücktritt von Präsident Morales bekanntgegeben wurde, startete eine Gruppe von ungefähr 400 Menschen einen Angriff auf das Haus von Waldo Albarracin. Dabei beschädigten sie Türen mit Dynamit und lösten so einen Brand aus. Waldo Albarracin teilte Amnesty International mit, dass er die Polizei gerufen hatte, diese aber sagte, dass sie nicht zu seinem Haus kommen könne.
Nachdem ihr Haus niedergebrannt war, hatten Waldo und Franco Albarracin Schwierigkeiten, einen dauerhaft sicheren Wohnort zu finden. In den Sozialen Medien erhielten sie weiterhin Morddrohungen von Unbekannten.
Angesichts der Gefahr für Leib und Leben und der unmittelbar bedrohlichen Situation beantragte Waldo Albarracin am 28. Februar 2020 Schutzmassnahmen bei der Interamerikanischen Menschrechtskommission. Bis heute wurden ihm diese jedoch nicht gewährt.
Am 18. Oktober 2020 fanden in Bolivien Präsidentschaftswahlen statt, aus denen Luis Arce als Sieger hervorging. Er ist Mitglied der Partei Movimiento al Socialismo (MAS), derselben Partei, der auch der ehemalige Präsident Evo Morales angehört.
Waldo und Franco Albarracin sowie ihre Familie werden von den bolivianischen Behörden nicht ausreichend geschützt. Die Angriffe gegen sie werden nicht untersucht und die Verantwortlichen bleiben somit straffrei. Die Menschenrechtsverteidiger und ihre Familie sind im Zusammenhang mit ihrem unermüdlichen Einsatz für die Menschenrechte wiederholt Opfer von Angriffen, Drohungen, Stigmatisierung und Verleumdungskampagnen geworden, bei denen hochrangige BeamtInnen versuchten, ihrer Menschenrechtsarbeit die Legitimität abzusprechen.

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 23. Dezember 2020.
  • Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch.
  • INFO COVID-19 und weltweite Briefzustellung:
    Der Versand von Briefen PRIORITY ist nach fast allen Ländern möglich. Bitte prüfen Sie auf der Website der Schweizer Post in der Rubrik 'Verkehrseinschränkungen', ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie andere Kommunikationskanäle – E-Mail, Fax oder soziale Medien, wenn vorhanden – für die Zustellung Ihres Appells zu nutzen und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Minister

Mit grosser Sorge verfolge ich die Situation von Waldo und Franco Albarracin. Die beiden Menschenrechts-verteidiger erhalten seit dem 19. Oktober 2020 von Unbekannten Morddrohungen. Waldo Albarracin wird in zwei Videos beschuldigt, an dem Putsch gegen die Regierung unter Präsident Evo Morales beteiligt gewesen zu sein.

Ich fordere Sie auf, in Absprache mit Waldo und Franco Albarracin umgehend umfangreiche und wirksame Schutzmassnahmen für sie und ihre Familie anzuordnen.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Innenminister
Arturo Murillo
Ministro de Gobierno
Av. Arce esq. Belisario Salinas N° 2409
La Paz
BOLIVIEN

E-Mail: santamar20@hotmail.com und
info@mingobierno.gob.bo

Anrede: Sehr geehrter Herr Minister /
Estimado Señor Ministro

 

 

Kopien an

Ambassade de l'Etat Plurinational de Bolivie
Wichmannstrasse 6
D-10787 Berlin
DEUTSCHLAND

Fax: 004930 / 26 39 15 15
E-mail: berlin@embajada-bolivia.de
8 Briefe verschickt  
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