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Startseite Urgent Actions 2020 09 Nigerian singer at risk of imminent execution
UA 137/20
Nigeria
Aktiv seit 4. September 2020 | Noch 42 Tage Laufzeit
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08:10.2020: Update and deadline extended

We are extending the appeal deadline of Yahaya Sharif-Aminu’s death sentence.

This coming Saturday, 10 October, is World Day Against the Death Penalty and a boost in international appeals will serve to keep the attention on the case and to pressure the authorities to respond to our appeals.

So please continue to call on the Governor of Kano State to not sign Yahaya Sharif- Aminu’s execution warrant and to grant his immediate and unconditional release.

Suggested tweets

.@GovUmarGanduje #FreeYahayaSharifAminu now UA 137/20

.@GovUmarGanduje death penalty is cruel, inhuman and degrading #FreeYahayaSharifAminu UA 137/20

No one should ever be sentenced to death @GovUmarGanduje must #FreeYahayaSharifAminu UA 137/20

Thanks for your continued support!

Drohende Hinrichtung eines nigerianischen Sängers

AI-Index: AFR 44/2968/2020

Der 22-jährige Sänger Yahaya Sharif-Aminu, inhaftiert im Gefängnis von Kano im Norden Nigerias, könnte jederzeit hingerichtet werden. Nachdem er in den Sozialen Medien ein Lied verbreitet hatte, das als blasphemisch angesehen wird, hat ein Oberes Scharia-Gericht ihn zum Tod durch Erhängen verurteilt. Einflussreiche Personen und ReligionsführerInnen üben zunehmend Druck auf die Regierung aus, die Strafe schnellstmöglich zu vollstrecken. Yahaya Sharif-Aminu hat Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Er muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Der nigerianische Sänger Yahaya Sharif-Aminu hatte im Februar 2020 ein Lied komponiert, das abwertende Kommentare gegen den Propheten Mohammed enthalten soll. Im März wurde er festgenommen. Ausserdem sahen sich seine Familienangehörigen gezwungen, aus ihrem Zuhause in Nordnigeria zu flüchten, als am 4. März eine wütende Meute Jugendlicher gegen das Lied protestierte und das Haus der Familie im Stadtviertel Sharifai in Kano in Brand steckte.

Am 10. August wurde Yahaya Sharif-Aminu vor einem Oberen Scharia-Gericht in Kano angeklagt und der Blasphemie schuldig gesprochen. Er befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft im Zentralgefängnis Kano. Nach seiner Verurteilung drängten zahlreiche einflussreiche Personen und religiöse Organisationen den Gouverneur des Bundesstaates Kano, Abdullahi Umar Ganduje, den Hinrichtungsbefehl zu unterschreiben. Yahaya Sharif-Aminu hat gegen sein Todesurteil Rechtsmittel eingelegt.

Es bestehen ernsthafte Zweifel an der Fairness des Verfahrens gegen Yahaya Sharif-Aminu und der Grundlage der Anklage, die einzig auf WhatsApp-Nachrichten basiert. Die Todesstrafe ist die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen. Niemand darf je zum Tode verurteilt werden. Die Verhängung der Todesstrafe nach einem unfairen Verfahren verletzt das Recht aufs Leben. Zudem besteht durch übereilte Gerichtsverfahren die Gefahr, dass die Verurteilten keine effektiven Rechtsmittel einlegen können, um die unzureichende Vertretung durch einen rechtlichen Beistand während der Gerichtsverhandlung auszugleichen. Die Todesstrafe wegen Blasphemie verletzt die Verpflichtungen Nigerias unter dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, der die Todesstrafe auf die «schwersten Verbrechen» beschränkt. Diese Verbrechen beinhalten nach dem Völkerrecht Delikte mit vorsätzlicher Tötung.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Am 27. August veröffentlichte die Regierung des Bundesstaates Kano auf ihrer Website eine Stellungnahme, laut welcher der Gouverneur nicht zögern würde, den Hinrichtungsbefehl von Yahaya Sharif-Aminu zu unterschreiben.
In Bezug auf die Fairness des Prozesses und Basis der Anklage gegen Yahaya Sharif-Aminu bestehen ernsthafte Zweifel. Vor und während des Gerichtsverfahrens wurde ihm der Zugang zu Rechtsbeiständen verwehrt. Nachdem MenschenrechtsanwältInnen und AktivistInnen das Gericht gedrängt hatten, Yahaya Sharif-Aminu das Recht auf Rechtsbeistand zu gewähren, kamen die Behörden dieser Aufforderung nach. So konnte er Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Die Scharia wird in 12 Bundesstaaten im überwiegend muslimischen Norden Nigerias angewandt, darunter auch in Kano, wo Blasphemie mit dem Tode bestraft wird. Die Hisbah, eine staatliche Sicherheitseinheit des Bundesstaates Kano, ist für die Durchsetzung der Scharia im konservativen Bundesstaat zuständig.
In Nigeria ist die Todesstrafe weiterhin eine legale Strafe, welche landesweit durchgesetzt wird. 2019 wurden über 54 Todesurteile registriert. Ende 2019 belief sich die Zahl der zum Tode verurteilten Menschen in Nigeria auf mehr als 2.700. Sowohl die nationale Studiengruppe zur Todesstrafe als auch die Präsidialkommission zur Reform der Justizverwaltung betonten 2004 bzw. 2007, dass das nigerianische Strafjustizsystem das Recht auf ein ordnungsgemässes Gerichtsverfahren nicht sicherstellen kann. Beide Gruppen forderten ein Moratorium für die Verhängung der Todesstrafe.
2008 verabschiedete die Afrikanische Kommission der Menschenrechte und der Rechte der Völker ihre zweite Resolution in Bezug auf die Todesstrafe. Darin wird von den Mitgliedstaaten der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker verlangt, „ein Moratorium für die Verhängung der Todesstrafe im Hinblick auf die Abschaffung der Todesstrafe“ zu berücksichtigen und das zweite Fakultativprotokoll zum internationalen Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte, das die Abschaffung der Todesstrafe beinhaltet, zu unterzeichnen. In einer Studie, die am 19. April 2012 veröffentlicht wurde, bekräftigte die Arbeitsgruppe «Todesstrafe» der Afrikanischen Kommission erneut die Notwendigkeit der Abschaffung der Todesstrafe und schlug Möglichkeiten für die Umsetzung vor.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 11. Dezember 2020. (Fristverlängerung)
  • Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
  • INFO COVID-19 und weltweite Briefzustellung:
    Der Versand von Briefen PRIORITY ist nach fast allen Ländern möglich. Bitte prüfen Sie auf der Website der Schweizer Post in der Rubrik 'Verkehrseinschränkungen', ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie andere Kommunikationskanäle – E-Mail, Fax oder soziale Medien, wenn vorhanden – für die Zustellung Ihres Appells zu nutzen und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Modellbrief

Sehr geehrter Gouverneur

Mit grosser Sorge habe ich von der drohenden Hinrichtung des Sängers Yahaya Sharif-Aminu erfahren.

Der Sänger hatte im Februar 2020 ein Lied komponiert, das abwertende Kommentare gegen den Propheten Mohammed enthalten soll. Im März wurde er festgenommen.

In Bezug auf die Fairness des Prozesses und Basis der Anklage gegen Yahaya Sharif-Aminu bestehen ernsthafte Zweifel. Vor und während des Gerichtsverfahrens wurde ihm der Zugang zu Rechtsbeiständen verwehrt. Nachdem MenschenrechtsanwältInnen und AktivistInnen das Gericht gedrängt hatten, Yahaya Sharif-Aminu das Recht auf Rechtsbeistand zu gewähren, kamen die Behörden dieser Aufforderung nach. So konnte er Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Ich fordere Sie auf, von der Unterzeichnung des Hinrichtungsbefehls für Yahaya Sharif-Aminu abzusehen.

Bitte lassen Sie Yahaya Sharif-Aminu umgehend und bedingungslos frei.

Hochachtungsvoll

Appelle an

Gouverneur
Abdullahi Umar Ganduje
Office of the Governor
Government House
Kano
Kano State
NIGERIA

E-Mail: info@kanostate.gov.ng
Twitter: @GovUmarGanduje

Anrede: Sehr geehrter Gouverneur / Dear Governor,

 

 

Kopien an

Ambassade de la République Fédérale du Nigéria
Zieglerstrasse 45
3007 Berne

Fax: 031 384 26 26
E-mail: info@nigerianbern.org

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