Benutzerspezifische Werkzeuge
Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2020 07 COVID-19 threatens indigenous peoples’ lives
UA 114/20
Ecuador
Aktiv seit 3. Juli 2020 | Noch 3 Tage Laufzeit

COVID-19 bedroht das Leben der indigenen Völker

AI-Index: AMR 28/2643/2020

Am 1. Juli berichtete die Konföderation der Indigenen Nationalitäten des Ecuadorianischen Amazonas (CONFENIAE) von 1.215 bestätigten (45% von 2.673 getesteten Personen) und 622 Verdachtsfälle von Covid-19 in den Indigenen Amazonasgemeinschaften. Sie sind in erhöhter Gefahr durch den Mangel an Trinkwasser, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung, Gesundheitsleistungen und Covid-19-Tests. Eine Ölkatastrophe am 7. April und saisonale Überschwemmungen haben die Umwelt, die Nahrungsmittel und Wasserquellen vieler indigener Gemeinschaften verschmutzt und das Risiko einer Infektion erhöht.

Etwa 290.00 indigene Menschen, die zu zehn Nationen (Ethnien) gehören, leben im ecuadorianischen Amazonasgebiet. Menschen in freiwilliger Isolation oder mit kürzlichem Kontakt zu anderen Menschen könnten sogar von der Ausrottung bedroht sein, da ihre Population häufig sehr klein und ihr Immunsystem durch die geringe genetische Diversität schwächer ist.

Indigenenorganisationen prangern an, dass die Massnahmen der Regierung gegen die Corona-Pandemie bislang unangemessen und ineffizient sind. Sie berichteten am 1. Juli von 1.215 bestätigten und 622 Covid-19-Verdachtsfällen unter den indigenen Personen im ecuadorianischen Amazonasgebiet.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Nach Angaben der Regierung gab es am 2. Juli 2020 50.915 bestätigte Fälle (41% der 121.328 getesteten Menschen) und 4.246 Verstorbene in Ecuador, das eine Gesamtbevölkerung von 17 Millionen Menschen hat.

Die Konföderation der Indigenen Nationen des Ecuadorianischen Amazonasgebiets (CONFENIAE) gibt an, dass sich unter der indigenen Bevölkerung am 1. Juli 2020 insgesamt 116 erkrankte Personen von Covid-19 erholt hatten und 25 daran gestorben waren. Zusätzlich waren zwölf Personen der Gruppe der Verdachtsfälle gestorben.

Zur Pandemie kommt erschwerend hinzu, dass am 7. April ein Leck im Transecuadorianischen Pipelinesystem SOTE und der Rohölpipeline OCP die Flüsse Coca und Napo verseuchte. Dies verschmutzte die Umwelt, das Wasser, die Nahrungsmittel und Lebensgrundlage von fast 120.000 Menschen, von denen 27.000 Indigene, überwiegend Kichwa und Shuar, sind.

Am 29. April reichte eine Gruppe von Indigenen- und Menschenrechtsorganisationen einen Antrag auf ein Verfassungsschutzverfahren ein und forderte Schutzmassnahmen im Namen von fast 120.000 von der Ölkatastrophe betroffenen Menschen. Die Petition gibt die Verantwortung dem Ministerium für Energie und natürliche und nicht nachwachsende Rohstoffe, dem Ministerium für Umweltschutz, dem Gesundheitsministerium, der staatlichen Ölgesellschaft Petroecuador und dem Privatunternehmen OCP. Die PetitionsstellerInnen berichteten, dass das verantwortliche Gericht das rechtsstaatliche Verfahren durch Unregelmässigkeiten gefährdete.

Am 22. Juni machten Indigenen- und Menschenrechtsorganisationen in Ecuador eine Eingabe beim UN-Sonderberichterstatter für die Rechte der indigenen Völker zur Gefährdungslage der indigenen Gemeinschaften in Ecuador in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 13. August 2020.
  • Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch.

ACHTUNG! Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus ist die weltweite Briefzustellung momentan eingeschränkt. Da die Zustellbedingungen täglich ändern können, prüfen Sie bitte auf der Website der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie andere Kommunikationskanäle – E-Mail, Fax oder soziale Medien, wenn vorhanden – für die Zustellung Ihres Appells zu nutzen und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Präsident

Mit grosser Sorge habe ich von der Bedrohung der indigenen Gemeinschaften am Amazonas durch Covid-19 und eine Ölkatastrophe erfahren.

Ich fordere Sie höflich auf, umgehend einen Aktionsplan zu entwerfen und umzusetzen, um die indigenen Gemeinschaften im ecuadorianischen Amazonasgebiet vor der Covid-19-Pandemie zu schützen. Der Plan muss den Menschenrechtsstandards entsprechen und mit den Indigenenorganisationen und -Behörden konsultiert werden. Umfassen sollte der Plan: Aktionen, um die Verbreitung des Virus zu stoppen und gleichzeitig das Recht auf Leben, Gesundheit, Wasser, eine gesunde Umwelt und einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Präsident
Presidencia de la República del Ecuador
García Moreno N10-43 entre Chile y Espejo
170401, Quito
ECUADOR

E-Mail: morenol@presidencia.gob.ec
oder roldanjs@presidencia.gob.ec

Anrede: Sehr geehrter Herr Präsident / Dear President

 

 

Kopien an

Ambassade de la République de l'Equateur
Kramgasse 54
3011 Berne

E-mail: secretaria@embajadaecuador.ch

6 Briefe verschickt  
My Urgent Actions
Fürs Mitzählen lassen Ihres Briefes und Update-Funktion zu nutzen müssen Sie sich
einloggen oder
anmelden
Downloads
UA 114/20 english
Microsoft Word Document, 31.4 kB
UA 114/20 espagnol
Microsoft Word Document, 121.2 kB
UA 114/20 deutsch
Microsoft Word Document, 31.0 kB
UA 114/20 français
Microsoft Word Document, 31.9 kB