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Startseite Urgent Actions 2020 06 Land defenders threatened
UA 109/20
Honduras
Aktiv seit 25. Juni 2020 | Noch 1 Tage Laufzeit

Landrechtsaktivistinnen und -aktivisten bedroht

AI-Index: AMR 37/2598/2020

Am 23. Juni zeigte die Indigenenorganisation Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH) Drohungen gegen die Organisation an. Am Tag zuvor hatten sie einen digitalen Flyer erhalten, in dem eine unbekannte Gruppierung drohte, das Gebäude «Utopia» der Organisation in La Esperanza niederzubrennen, nachdem COPINH diese Räumlichkeiten als Quarantäneort für inhaftierte Menschen, die mit Covid-19 infiziert sind, zur Verfügung stellen wollte. Amnesty International fordert die Behörden auf, die Sicherheit der COPINH-Mitglieder zu garantieren und alle Angriffe gegen sie zu untersuchen.

Laut COPINH erhielten Mitglieder der Organisation am 22. Juni digitale Flyer, in denen eine unbekannte Gruppierung drohte, das Gebäude Utopia in La Esperanza im Departamento Intibucá niederzubrennen, weil sie es als Quarantäneort für inhaftierte Covid-19-Infizierte angeboten hatten.

Die Drohung gegen COPINH stehen im Zusammenhang mit mehreren kürzlich von der Organisation angezeigten Angriffen und dem generell feindlichen Umfeld für MenschenrechtsverteidigerInnen in Honduras im Kontext der Regierungsmassnahmen gegen Covid-19.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

COPINH-Mitglieder werden seit Jahren aufgrund ihrer Tätigkeit bedroht und schikaniert. Berta Cáceres, Leiterin und Mitbegründerin von COPINH wurde am 2. März 2016 in ihrem Haus in dem Ort La Esperanza erschossen. Am 5. März 2016 erliess die Interamerikanische Menschenrechtskommission Massnahmen zum Schutz aller Mitglieder von COPINH und der Familie von Berta Cáceres und des mexikanischen Menschenrechtsverteidigers Gustavo Castro. Sie begründete dies mit den Gefahren, die ihre Arbeit im Bereich der Menschenrechte, der Umwelt und natürlicher Ressourcen mit sich bringt, sowie mit ihrer erhöhten Schutzbedürftigkeit nach der Ermordung von Berta Cáceres. Auf der Grundlage dieser Massnahmen muss das honduranische Schutzsystem für MenschenrechtsverteidigerInnen Sicherheitsmassnahmen einsetzen, um die Sicherheit und die Arbeitsfähigkeit der COPINH-Mitglieder ohne drohende Vergeltungsmassnahmen zu garantieren.
Dennoch berichte COPINH weiterhin von Angriffen. Die jüngste Anzeige erfolgte wegen Angriffen gegen COPINH-Mitglieder und Einschränkungen ihrer Arbeit im Zusammenhang mit Covid-19, dazu zählte auch die Inhaftierung des Mitglieds und Allgemeinen Koordinators José Trochez durch die Armee, als er humanitäre Arbeit leistete. Am 15. Juni erhielten COPINH-Mitglieder Informationen, in denen sie vor einem bevorstehenden Angriff auf die Mitglieder und ihre Einrichtungen gewarnt wurden. Nach diesem Vorfall forderte COPINH weitere Schutmassnahmen des Schutzmechanismus. COPINH berichtete zudem, dass am 21. Juni eine Gruppe von etwa 60 Personen bei ihrer Einrichtung Utopia auftauchte und drohte, das Gebäude zu übernehmen. Die Schutzstelle schickte daraufhin zwei Polizeiwagen zu ihnen. Wegen der Sorge vor weiteren Angriffen hat COPINH dauerhaften Schutz erbeten, der aber nach Angaben der Organisation bislang nicht bereitgestellt wurde.
Auf dem Territorium der indigenen Gemeinschaft der Lenca wird den Menschen in Río Blanco laut COPINH weiterhin die Ernte zerstört und sie werden schikaniert und bedroht. COPINH berichtete Amnesty International schon 2019 über derartige Angriffe. Im Juli 2019 wurde die Ernte von mindestens 25 Familen in der Gemeinde Río Blanco im Departamento Intibucá vorsätzlich zerstört. Im April und Mai 2019 wurden Rosalina Dominguez, Finanzkoordinatorin des Indigenenrates in Río Blanco, ihre vier Söhne und zwei weitere Mitglieder der Gemeinschaft von einer Gruppe von mindestens sieben Personen, eine davon bewaffnet, auf dem Weg zur Arbeit mit dem Tode bedroht.
Amnesty International hat auch Informationen über die Risiken der MenschenrechtsverteidigerInnen in Honduras im Zusammenhang mit Covid-19 erhalten. Seit Honduras begonnen hat, Massnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 zu treffen, hört Amnesty International von Aktionen der Behörden, die die Arbeit von MenschenrechtsverteidigerInnen bedrohen, darunter die Rücknahme von Schutzmassnahmen als Folge der Erlasse PCM-021, PCM-02, PCM-026 and PCM-02. Am 7. April veröffentlichte Amnesty International ein Dokument über die Bedeutung von MenschenrechtsverteidigerInnen während der Covid-19-Pandemie. Ihre Rolle ist wichtig, um den Schutz der Menschenrechte in diesen herausfordernden Zeiten sicherzustellen. Daher muss ihre Arbeit mit angemessenen Anpassungen fortgesetzt werden. 
Seit etwa drei Jahren prangert Amnesty International bei vielen Gelegenheiten die Bedrohung, Einschüchterung, Drangsalierung und Ermordung von AktivistInnnen in Honduras an. Das Land ist weltweit eines der gefährlichsten für MenschenrechtsverteidigerInnen.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 6. August 2020.
  • Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch.

ACHTUNG! Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus ist die weltweite Briefzustellung momentan eingeschränkt. Da die Zustellbedingungen täglich ändern können, prüfen Sie bitte auf der Website der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie andere Kommunikationskanäle – E-Mail, Fax oder soziale Medien, wenn vorhanden – für die Zustellung Ihres Appells zu nutzen und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Modellbrief

Sehr geehrte Frau Ministerin

Mit Sorge habe ich von den neuerlichen Drohungen gegen COPOINH-Mitglieder erfahren.

Bitte stellen Sie sicher, dass die Mitglieder der Organisation COPINH in Absprache mit ihnen geschützt werden und alle Angriffe gegen sie umfassend untersucht werden.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Ministerin für Menschenrechte
Karla Eugenia Cueva Aguilar
Ministerio de Derechos Humanos
Contiguo Edificio Rojo y Complejo Hotelero
Plaza San Martín
Avenida República de Panamá
Tegucigalpa
HONDURAS

E-Mail (Assistentin): karen.lagos@sedh.gob.hn

Anrede: Sehr geehrte Frau Ministerin / Dear Minister

 

 

Kopien an

Ambassade de la République du Honduras
Avenue de France 23
1202 Genève

Fax: 022 / 710 07 66
E-mail: mission@hondurasginebra.ch


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