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Startseite Urgent Actions 2020 05 Indigenous community attacked
UA 070/20
Kolumbien
Abgeschlossen am 9. Juni 2020

Angriff auf indigene Gemeinde

AI-Index: AMR 23/2266/2020

Am 24. April drang eine unbekannte Person in die indigene Gemeinde ASEIMPOME ein. Als sie entdeckt wurde, setzte sie ein Haus in Brand und floh. Ausserdem kreisen seit zwei Wochen immer wieder Unbekannte auf zwei Motorrädern um die Gemeinde. Bereits am 12. April hatten VertreterInnen der Menschenrechtsorganisation Corporación Claretiana Norman Pérez Bello berichtet, dass zwei unbekannte und bewaffnete Männer in der Nähe des Dorfes gesehen worden seien. Amnesty International fordert die Behörden dringend auf, die Angriffe zu untersuchen, die AngreiferInnen zu ermitteln und sie davon abzuhalten, die Gemeinde weiter zu bedrohen.

Im zentralkolumbianischen Departamento Meta ist die Sicherheit der indigenen Gemeinde ASEINPOME massiv bedroht. Seit Beginn der im Zuge der COVID-19-Pandemie ergriffenen Quarantänemassnahmen nehmen die Angriffe auf das Dorf zu. Wiederholt beobachteten die AnwohnerInnen unbekannte bewaffnete Personen, die sich auf Gemeindegebiet aufhielten. Der aktuellste Vorfall ereignete sich am 24. April: Gegen 11 Uhr vormittags wurde eine unbekannte Person bemerkt, als sie aus einem der Häuser kam. Als die sofort benachrichtigte Wache bei dem Haus ankam, stand dieses bereits in Flammen. Die Gemeinde macht die unbekannte Person, die kurz zuvor beim Verlassen des Hauses gesehen worden war, für das Feuer verantwortlich.

Ausserdem kreisen seit zwei Wochen immer wieder drei unbekannte Männer auf zwei Motorrädern um die Gemeinde. Am 12. April bemerkten GemeindebewohnerInnen zudem zwei weitere unbekannte und bewaffnete Männer, die sich etwa eine halbe Stunde lang in der Nähe des Dorfes, auf dem Weg nach El Porvenir, aufhielten.

Die Gemeinde ASEINPOME (Comunidad del Asentamiento Ancestral Indígena Kubeo – Sikuani) liegt auf dem angestammten Territorium der indigenen Gruppe der Sikuani – Kubeo. Sie gehört zu der kleinbäuerlichen Gemeinde El Porvenir in Puerto Gaían im zentralkolumbianischen Departamento Meta. Nach mehreren Zwangsräumungen, Morddrohungen und dem Ausverkauf ihrer Kultur entschieden sich die Gemeindemitglieder 2015, auf ihr angestammtes Land zurückzukehren. Seitdem werden sie bedroht und angegriffen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Im Jahr 2019 verweigerte das Innenministerium die Bestätigung, dass auf dem Gemeindegebiet indigene Gemeinschaften lebten. Stattdessen genehmigte das Ministerium ein Ölförderungsprojekt durch ein multinationales Unternehmen im Siedlungsgebiet. Währenddessen erhielten Gemeindemitglieder Droh- und Erpressungsanrufe, ausserdem wurden sie rassistisch beleidigt. Im Februar 2019 wurde ein Gemeindemitglied von einer unbekannten Person mit vorgehaltener Waffe bedroht: Sie werde zurückkehren und die Gemeinde vertreiben.
Sämtliche Vorkommnisse wurden der Nationalpolizei gemeldet – doch die Sicherheitskräfte leiteten weder Ermittlungen ein noch kamen sie vorbei. Auch die Staatsanwaltschaft wurde informiert, doch vergeblich: Seit Juli 2019 erhielt die Gemeinde keine weiteren Informationen und die Antwort auf ihre Nachfragen steht nach wie vor aus.

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