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Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2020 04 Woman detained because of discriminatory laws
UA 041/20
Madagaskar
Abgeschlossen am 9. April 2020

Inhaftiert, weil sie mit einer Frau zusammen ist

AI-Index: AFR 35/2043/2020

Domoina Ranabosoa befindet sich seit 10. März im Gefängnis von Antanimora in Untersuchungshaft. Ihre Haftbedingungen sind schlecht. Der Vorwurf gegen sie lautet «sexuelle Nötigung von Minderjährigen unter 21 Jahren» – weil sie mit einer 19-Jährigen zusammen ist. Ihre psychische und körperliche Verfassung hat sich seit der Inhaftierung massiv verschlechtert. Wegen der COVID-19-Pandemie sind jegliche Besuche untersagt und der ursprünglich auf den 10. April angesetzte Gerichtstermin wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

Die 33-jährige Domoina Ranabosoa befindet sich derzeit unter unmenschlichen Bedingungen im Gefängnis von Antanimora in Untersuchungshaft. Ihr wird vorgeworfen, mit ihrer 19-jährigen Freundin eine gleichgeschlechtliche Beziehung zu haben. In Madagaskar können einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen mit unter 21-Jährigen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Das Alter der sexuellen Mündigkeit liegt für Heterosexuelle dagegen bei 14 Jahren. Diese unterschiedliche Festlegung des Alters, ab dem jemand als «sexuell mündig» gilt, ist eine klare Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung.

Die Haftbedingungen wirken sich massiv auf Domoina Ranabosoas psychische und körperliche Verfassung aus. So beklagte sie zahlreiche Flohbisse und die schlechte Qualität des Essens. Ausserdem hat sie grosse Angst, von ihren Mithäftlingen angegriffen zu werden, da gleichgeschlechtliche Lebensweisen in Madagaskar ein Tabu sind. Wegen der momentanen Isolationsmassnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie kann sie weder Besuch von ihrem Rechtsbeistand noch von ihren Angehörigen erhalten. Ausserdem wurde ihr Gerichtstermin auf unbestimmte Zeit vertagt. Sie könnte gezwungen sein, noch mehrere Monate in Untersuchungshaft auf die Verhandlung warten zu müssen. Die gegen sie verhängten Massnahmen stellen eine Verletzung ihrer Rechte auf ein zügiges Verfahren, auf Kontakt zu Angehörigen und auf die Möglichkeit, gemeinsam mit einem Rechtsbeistand ihre Verteidigung vorzubereiten, dar.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN – AUF ENGLISCH

On 10 March, 33-year old Domoina was sent to pre-trial detention in Madagascar’s capital city’s prison, Antanimora. As exposed in Amnesty International’s 2018 report ‘Punished for Being Poor: Excessive, Unjustified and Prolonged Pre-trial Detention in Madagascar’, conditions of detention in Madagascar are inhumane, because of an excessive and prolonged use of pre-trial detention, which has in turn resulted in severe overcrowding across the country.
The charges brought against Domoina are that of ‘corruption of minors under 21 years old’, as she is accused of having a (consensual) relationship with her 19-year old girlfriend, Fyh. In Madagascar, the criminal code in its Article 331 punishes with up to five years imprisonment ‘anyone who has committed an indecent or unnatural act with a minor of their own sex, less than 21 years old’. Fyh and Domoina had decided to move in together, a decision which Fyh’s mother disapproved of, leading her to report Domoina to the police under this provision.
In an interview with Amnesty International, Domoina’s girlfriend, Fyh, explained that she was raped by her father and grandfather, from the age 6 to 16, during which she had to undergo two abortions (also criminalized by Malagasy law). After meeting Domoina and sharing her problems with her, Fyh finally found the courage to sue her father, and this is when her relationship with her mother became strenuous, as her mother accused her of destroying the family unity. Fyh believes the lawsuit is driven by her mother seeking to take revenge by attacking her girlfriend.
Because of the threat of COVID-19, Domoina was told that she can no longer receive visits from her lawyer or relatives, and that her trial, initially scheduled for 10 April, has been postponed to an undetermined date. As exposed by Amnesty International’s previous research, the government of Madagascar abusively uses pre-trial detention, constraining detainees to live in unhygienic and overcrowded conditions, and with the new threat of COVID-19, pre-trial detainees will have to wait for their trials for even longer periods, while risking falling sick.

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