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Tschad
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Drei Jahre Haft für Menschenrechtsverteidiger

AI-Index: AFR 20/3941/2021

Am 18. Februar wurde der Menschenrechtsverteidiger Baradine Berdei Targuio wegen «Verletzung der verfassungs-mässigen Ordnung» zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Er war im Januar 2020 festgenommen und fast sieben Monate ohne Kontakt zur Aussenwelt in Haft gehalten worden, bevor er mehrerer Straftaten angeklagt wurde. Zuvor hatte er einen Facebook-Post über die mutmassliche Erkrankung des Präsidenten geteilt und einen offenen Brief an diesen verfasst, in dem er seine Sorge über die Menschenrechtslage in der Region Tibesti zum Ausdruck brachte. Amnesty International befürchtet, dass Baradine Berdei Targuio lediglich wegen seiner Arbeit als Menschenrechtsverteidiger inhaftiert wurde.

Am 18. Februar 2021 verurteilte das Strafgericht des Tschads Baradine Berdei Targuio wegen «Verstosses gegen die verfassungsmässige Ordnung» zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von CFA 250.000 (etwa 380 Euro). Baradine Berdei Targuio ist der Vorsitzende der tschadischen Menschenrechtsorganisation Organisation tchadienne des droits humains (OTDH). Am 24. Januar 2020 war er vor den Augen seiner Angehörigen bei sich zuhause in N‘Djamena von bewaffneten maskierten Personen festgenommen worden. Anschliessend wurde er fast sieben Monate lang ohne Kontakt zur Aussenwelt in Haft gehalten – vermutlich im Gebäude der nationalen Sicherheitsbehörde ANS. Am 21. August wurde er schliesslich einem_r StaatsanwältIn und am 24. August einem_r UntersuchungsrichterIn vorgeführt. Daraufhin wurde Baradine Berdei Targuio wegen Gefährdung der Staatssicherheit, illegalen Waffenbesitzes, tätlichen Angriffs und Körperverletzung angeklagt. Diese Anklagen wurden letztlich vom Strafgericht fallengelassen und durch «Verstoss gegen die verfassungsmässige Ordnung» ersetzt.

Am 22. Januar 2020, zwei Tage vor seiner Festnahme, hatte der Menschenrechtsverteidiger sich in den Sozialen Medien über den Gesundheitszustand des Präsidenten geäussert. Dieser solle ernsthaft erkrankt sein und sich in einer Klinik in Frankreich befinden. Baradine Berdei Targuio hatte schon während des Ausnahmezustandes im November 2018 einen offenen Brief an den Präsidenten geschrieben, in dem er auf die schwierige Menschenrechtssituation in der nördlichen Region Tibesti aufmerksam machte. Amnesty International betrachtet die Festnahme, Verurteilung und Inhaftierung von Baradine Berdei Targuio ebenso wie die ersten Anklagen gegen ihn als willkürliche Strafe für seine Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäusserung. Damit verstösst der Tschad gegen seine menschenrechtlichen Verpflichtungen gemäss der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker sowie dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte.

Darüber hinaus besteht angesichts der Corona-Pandemie Sorge um die Gesundheit von Baradine Berdei Targuio. Gemäss Resolution Nr. 466 von 2020 der Afrikanischen Kommission für Menschenrechte und Rechte der Völker sind die Behörden angehalten, inhaftierte MenschenrechtsverteidigerInnen freizulassen, um die Überbelegung der Gefängnisse zu verringern und das Coronavirus einzudämmen. Vor diesem Hintergrund sollte auch Baradine Berdei Targuio aus der Haft entlassen werden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Festnahme oder Inhaftierung als Strafe für die legitime Ausübung von Menschenrechten, einschliesslich des Rechts auf freie Meinungsäusserung, stellen Willkür dar und verletzen die Afrikanische Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker sowie den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte. Laut der UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen müssen Personen, die nur wegen der friedlichen Ausübung ihrer Menschenrechte inhaftiert sind, umgehend freigelassen werden.

Die Inhaftierung von Baradine Berdei Targuio erfolgte vor dem Hintergrund einer generellen Unterdrückung derjenigen, die im Vorfeld der für April 2021 angesetzten Präsidentschaftswahlen ihre Rechte auf freie Meinungsäusserung und friedliche Versammlung ausüben. Weitere Informationen dazu auf Englisch in der letzten Pressemitteilung von Amnesty International zum Tschad: https://www.amnesty.org/en/latest/news/2021/02/tchad-droits-humains-empeches-de-manifester-librement/.

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.

  • Schreiben Sie einen Tweet: Vorgeschlagene Tweets sehen Sie im gelben Feld auf der rechten Seite.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 2. Juni 2021.
  • Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch.

Modellbrief

Exzellenz

Am 18. Februar 2021 verurteilte das Strafgericht des Tschads Baradine Berdei Targuio wegen «Verstosses gegen die verfassungsmässige Ordnung» zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von CFA 250.000 (etwa 380 Euro). Baradine Berdei Targuio ist der Vorsitzende der tschadischen Menschenrechtsorganisation Organisation tchadienne des droits humains (OTDH). Am 24. Januar 2020 war er vor den Augen seiner Angehörigen bei sich zuhause in N'Djamena von bewaffneten maskierten Personen festgenommen worden. Anschliessend wurde er fast sieben Monate lang ohne Kontakt zur Aussenwelt in Haft gehalten – vermutlich im Gebäude der nationalen Sicherheitsbehörde ANS. Am 21. August wurde er schliesslich einem_r StaatsanwältIn und am 24. August einem_r UntersuchungsrichterIn vorgeführt. Daraufhin wurde Baradine Berdei Targuio wegen Gefährdung der Staatssicherheit, illegalen Waffenbesitzes, tätlichen Angriffs und Körperverletzung angeklagt. Diese Anklagen wurden letztlich vom Strafgericht fallengelassen und durch «Verstoss gegen die verfassungsmässige Ordnung» ersetzt.

Am 22. Januar 2020, zwei Tage vor seiner Festnahme, hatte der Menschenrechtsverteidiger sich in den Sozialen Medien über den Gesundheitszustand des Präsidenten geäussert. Dieser solle ernsthaft erkrankt sein und sich in einer Klinik in Frankreich befinden. Baradine Berdei Targuio hatte schon während des Ausnahmezustandes im November 2018 einen offenen Brief an den Präsidenten geschrieben, in dem er auf die schwierige Menschenrechtssituation in der nördlichen Region Tibesti aufmerksam machte. Amnesty International betrachtet die Festnahme, Verurteilung und Inhaftierung von Baradine Berdei Targuio ebenso wie die ersten Anklagen gegen ihn als willkürliche Strafe für seine Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäusserung. Damit verstösst der Tschad gegen seine menschenrechtlichen Verpflichtungen gemäss der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker sowie dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte.

Bitte ordnen Sie die umgehende und bedingungslose Freilassung von Baradine Berdei Targuio an, da er ausschliesslich wegen seiner friedlichen Menschenrechtsarbeit inhaftiert ist. Das Strafrechtssystem darf nicht dazu benutzt werden, MenschenrechtsverteidigerInnen ins Visier zu nehmen und zu schikanieren. Bitte sorgen Sie stattdessen für ein sicheres und förderliches Umfeld für alle MenschenrechtsverteidigerInnen in der Republik Chad.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Justizminister
Minister Djimet Arabi
Ministère de la Justice
N’Djamena
TSCHAD

E-Mail: arabidji@gmail.com

Anrede: Exzellenz / Your Excellency

 

→ Weltweite Briefzustellung - Allgemeine Info:
Der Versand von Briefen PRIORITY ist nach fast allen Ländern möglich.
Bitte prüfen Sie auf der Website der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie, für die Zustellung Ihres Appells andere Kommunikationskanäle zu nutzen (E-Mail, Fax oder soziale Medien) und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Kopien an

Ambassade de la République du Tchad
Avenue d'Aïre 40
1203 Genève

Fax: 022 774 25 27
E-mail: mission.tchad@bluewin.ch

 

Suggested Tweets

Chad should stop using the criminal justice system to target and harass human rights defenders like Baradine Berdei Targuio. #FreeBaradine [Link to UA]

Defending human rights SHOULD NOT lead to prison. Chadian human rights defender Baradine Berdei Targuio must be released NOW. #FreeBaradine [Link to UA]

Human rights defender Baradine Berdei Targuio was given a 3yr jail sentence. Defending human rights should not be a risky commitment in Chad. #FreeBaradine [Link to UA]

Hashtags:
#FreeBaradine.
#Libérez Baradine.
#Savefreedomofexpression.
#Sauvezlalibertéd’expression.

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