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Startseite Urgent Actions 2019 11 Thousands in need of urgent protection Communities in Bojayá, Chocó (western Colombia) threatened by armed group
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Paramilitärs bedrohen Gemeinschaften in Boyajá

AI-Index: AMR 23/1634/2020

Der Menschenrechtsverteidiger Leyner Palacios prangert die Anwesenheit der paramilitärischen Gruppe auf dem Territorium der Gemeinschaften im Bezirk Bojayá an. Am 31. Dezember 2019 schränkten 300 Angehörige der bewaffneten Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia (ACG) die Bewegungsfreiheit von vier Gemeinschaften in Bojayá drastisch ein. Am 3. Januar 2020 drohte die AGC Leyner Palacios an, ihn zu ermorden, wenn er das Territorium in Bojayá nicht innerhalb von zwei Stunden verliesse.

Am 31. Dezember 2019 gab die Menschenrechtsorganisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz (CIJP) bekannt, dass eine nicht genau bekannte Anzahl von Paramilitärs der AGC in den Gemeinschaften Pogue, Corazón de Jesús, Loma de Bojayá und Cuia, in Bojayá angekommen sei. Die Paramilitärs schränken die Bewegungsfreiheit der BewohnerInnen massiv ein und drohen ihnen, sie zu töten, wenn sie dies öffentlich machten. Einige DorfbewohnerInnen, denen die Flucht gelang, berichteten, dass die Mitglieder der AGC den Kindern Geschenke machen und versuchen, sie damit zu rekrutieren. Zudem drohten die Paramilitärs Leyner Palacios am 3. Januar 2020 mit dem Tod. Die kolumbianische Armee hat zwar Schritte unternommen, um die Lage in Bojayá zu entschärfen, aber diese Vorkommnisse zeigen, dass die Situation noch lange nicht gelöst ist. Amnesty International fordert die kolumbianische Regierung auf, den Schutz von Leyner Palacios und den bedrohten Gemeinschaften umgehend zu garantieren.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Leyner Palacios überlebte 2002 das Bojayá-Massaker. Bei Kämpfen zwischen den Revolutionären Streitkräften von Kolumbien (FARC) und paramilitärischen Gruppen feuerte die FARC eine Bombe gegen die paramilitärischen Gruppen ab. Sie schlug in einer Kirche ein und tötete 79 Personen, darunter 50 Kinder, die dort Schutz gesucht hatten. Leyner Palacios wurde ein wichtiger Sprecher der indigenen und afrokolumbianischen Gemeinschaften und setzte sich für die Durchführung eines Aktes ein, bei dem die FARC ihre Verantwortung anerkennen sollte. Als diese Veranstaltung stattfand, entschuldigte sich die FARC offiziell bei den Gemeinschaften des Bezirks Bojayá. Leyner Palacios ist für seine Arbeit wiederholt geehrt worden, zuletzt mit dem «Global Pluralism Award» des Global Centre for Pluralism in Kanada, einer internationalen Organisation für die Förderung pluraler Gesellschaften.
Aufgrund seiner Arbeit ist Leyner Palacios bereits mehrmals von illegalen bewaffneten Gruppen bedroht worden. Im Juni 2018 hielt er sich gerade bei einem Workshop in der Gemeinde Puerto Conto im Bezirk Bojayá auf, als ein unbekannter Mann sich einem Jungen näherte und ihn fragte, wer denn hier Leyner Palacios sei. Als der Junge ihm keine Auskunft gab, verliess der Mann die Gemeinde wieder.
Am 18. Juli 2018 erhielt Leyner Palacios einen Anruf und ein Mann forderte ihn auf, «nicht weiter mit diesem Friedensmärchen zu nerven», und drohte ihm, dass er sterben würde, wenn er das nicht unterliesse. Leyner Palacios zeigte diesen Vorfall am 19. Juli 2018 bei der Polizei des Departamento Chocó an. Diese Behörde müsste die Anzeige der Staatsanwaltschaft vorlegen. Am selben Tag begab sich Leyner Palacios auch in das Büro der Ombudsperson und füllte ein Formular aus, das an die beim Innenministerium angesiedelte Behörde zum Schutz von Personen UNP (Unidad Nacional de Protección) geschickt werden sollte.
Am 6. August 2018 erhielt er erneut einen Anruf, in dem ihm ein Mann drohte: «Du wirst sterben».
Die Angehörigen der indigenen und afro-kolumbianischen Gemeinschaften im gesamten Departamento Chocó waren schon während der Jahre des bewaffneten Konflikts in Kolumbien schweren Menschenrechtsverstössen wie Vertreibungen und Massakern ausgesetzt. Für diese Menschenrechtsverstösse sind Guerillagruppen, Paramilitärs und das Militär verantwortlich. 
Am 18. Oktober 2019 warnte das kolumbianische Ombudsbüro, dass die Guerilla- und paramilitärischen Gruppen noch immer in Bojayá agierten. Sie schränkten die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung massiv ein und gefährdeten die Leben von mindestens 2.250 Personen, unter anderem Angehörige der indigenen und afro-kolumbianischen Gemeinschaften.

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