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Startseite Urgent Actions 2019 11 Gay man summoned by police and disappeared
UA 151/19
Turkmenistan
Abgeschlossen am 11. November 2019
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07.11.2019: Important update

Further to the message below, we would like to share that additional information has surfaced that makes us think the best way forward at the moment is to continue promoting the original Urgent Action.

We have not been able to fully confirm the reports that he was released, and in full knowledge of the context in Turkmenistan, there is a high risk that the authorities want the attention to dissipate and that they are trying to make us believe he was released while he is still under severe control and pressure. As you surely know, Turkmenistan remains a very closed country and we have to be extremely cautious.

Therefore, please do continue campaigning on the basis of the initial UA below.

Thanks for your patience and understanding.

 

07.11.2019 News

We have just learned that Kasymberdi Garaev has been released and that he is now home.

While this is great news, we believe he is still at risk and so are others that might be targeted by the authorities for their real or perceived sexual orientation. We are also convinced that this positive development is a result of the publicity given to this case and that it’s important to maintain it.

Therefore we plan to issue an update to this Urgent Action as soon as possible.

Thanks for your support and patience.

Wegen Schwulsein vorgeladen und dann verschwunden

AI-Index: EUR 61/1363/2019

Am 21. Oktober outete sich Kasymberdi Garaev in einem Online-Beitrag von Radio Free Europe/Radio Liberty als schwul. Gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern sind in Turkmenistan verboten und der 24-jährige Arzt sprach darüber, was das für ihn bedeutet. Daraufhin wurde er am 24. Oktober auf eine Polizeiwache vorgeladen – seitdem ist er verschwunden.

Kasymberdi Garaev folgte am 24. Oktober einer polizeilichen Vorladung. Er betrat die Wache in der Hauptstadt Ashgabat – und seitdem wurde nichts mehr von ihm gehört. Kurz zuvor, am 21. Oktober, hatte er sich in einem Interview mit dem Turkmenischen Dienst von Radio Free Europe/Radio Liberty als schwul geoutet und davon berichtet, wie er 2018 von PolizistInnen festgenommen, gefoltert und anderweitig misshandelt worden war.

Es liegen keine Informationen über den Verbleib von Kazymberdi Garaev vor. Angesichts der von ihm öffentlich geäusserten Foltervorwürfe und der Tatsache, dass schwule Männer in Turkmenistan als kriminell gelten, besteht grosse Sorge um sein Leben. Parallel zum Verschwinden des jungen Arztes begannen die turkmenischen Behörden mit einer breit angelegten Kampagne, um vermeintliche Homo- und Transsexuelle zu identifizieren.

Turkmenistan ist gemäss den internationalen Menschenrechtsnormen dazu verpflichtet, niemandem willkürlich die Freiheit zu entziehen. Ausserdem dürfen unter keinen Umständen Folter und andere Formen der Misshandlung angewendet werden. Darüber hinaus darf niemand aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen sexuellen Orientierung diskriminiert werden, auch darf einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sex nicht als Straftat eingestuft werden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In Turkmenistan bestimmen regelmässige schwere Menschenrechtsverletzungen das Klima. Das Recht auf freie Meinungsäusserung ist sehr eingeschränkt und alle Medien werden staatlich kontrolliert. Alles deutet darauf hin, dass Folter und andere Misshandlungen weitverbreitet sind. Gefangene werden unter Bedingungen in Haft gehalten, die unmenschlicher und erniedrigender Behandlung gleichkommen. Manche Gefangene fallen sogar dem Verschwindenlassen zum Opfer. Der Tod im Gewahrsam ist an der Tagesordnung und wird nicht untersucht.
Einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern sind in Turkmenistan eine Straftat und werden mit bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet. Die gesellschaftlich weitverbreitete Homosexuellen- und Transfeindlichkeit bedeutet, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intergeschlechtliche Menschen in grosser Gefahr sind, gefoltert oder auf andere Weise misshandelt zu werden. Dazu zählen sexualisierte Gewalt und Erpressung durch die Polizei. Sie geraten auch durch ihre Familien sehr unter Druck, die versuchen, die «Familienehre» zu schützen und sie zu heterosexuellen Ehen zu zwingen.
Seit die Geschichte von Kasymberdi Garaev öffentlich wurde, versuchen die turkmenischen Behörden, herauszufinden, wer in öffentlichen Einrichtungen LGBTI ist. Berichten zufolge werden MitarbeiterInnen im Gesundheitsdienst dazu aufgefordert, LGBTI auszumachen, indem sie sie auf sexuell übertragbare Krankheiten testen.
In seinem Interview enthüllte Kasymberdi Garaev, dass er 2018 von PolizeibeamtInnen inhaftiert wurde, weil er sich mit einem Mann im Internet geschrieben hatte, der ein Polizeiinformant war. Im Polizeigewahrsam wurde er mit einem elektrischen Schlagstock gefoltert. Aus dem Gewahrsam wurde er erst entlassen, als ein Angehöriger eingriff. Seit seiner Freilassung versucht seine Familie, ihn zu einer heterosexuellen Ehe zu zwingen, um seine sexuelle Orientierung zu kaschieren.

6 Briefe verschickt  
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