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Startseite Urgent Actions 2019 10 Evelyn at risk of further criminalization
UA 133/19
El Salvador
Aktiv seit 2. Oktober 2019 | Noch 25 Tage Laufzeit

Drohende Kriminalisierung wegen Totgeburt

AI-Index: AMR 29/1112/2019

Evelyn Hernández wurde im August 2019 von einer Mordanklage freigesprochen, die gegen sie erhoben worden war, nachdem sie 2016 eine Totgeburt erlitten hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft hat nun jedoch Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Evelyn Hernández ist somit erneut in Gefahr, wegen eines unverschuldeten medizinischen Notfalls kriminalisiert zu werden.

Am 6. April 2016 wurde Evelyn Hernández bei sich zuhause ohnmächtig und kam sie ins Krankenhaus von Cojutepeque im Norden von El Salvador. Die Wehen hatten eingesetzt, ohne dass sie sich überhaupt bewusst gewesen war, schwanger zu sein. Das Kind kam tot zur Welt. Das Krankenhauspersonal zeigte Evelyn Hernández daraufhin bei der Polizei an. Sie wurde festgenommen, vor Gericht gestellt und wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. 2018 hob ein höheres Gericht das Urteil auf und ordnete eine Neuverhandlung an.

Am 19. August 2019 wurde die 21-Jährige von der Mordanklage freigesprochen, nachdem sie bereits drei Jahre im Gefängnis verbracht hatte. In der Begründung hiess es, es lägen keine hinreichenden Beweise dafür vor, dass Evelyn Hernández eine Straftat begangen habe.

Am 6. September kündigte die Generalstaatsanwaltschaft jedoch an, Rechtsmittel gegen dieses Urteil einlegen zu wollen. Evelyn Hernández ist somit erneut in Gefahr, wegen eines unverschuldeten gynäkologischen Notfalls kriminalisiert zu werden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Schwangerschaftsabbrüche sind in El Salvador unter allen Umständen strafbar. Frauen, die Probleme in der Schwangerschaft haben und eine Fehlgeburt erleiden, werden häufig ungerechtfertigt unter diesen Gesetzen angeklagt. Nach Angaben lokaler Partnerorganisationen von Amnesty International befinden sich in El Salvador derzeit mindestens 16 Frauen aus diesem Grund im Gefängnis oder werden strafrechtlich verfolgt.
Amnesty International hatte sich bereits 2017 für Evelyn eingesetzt: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/30-jahre-haft-nach-totgeburt. 2015 veröffentlichte Amnesty einen Bericht, der die Auswirkungen solcher willkürlicher Strafen auf die Frauen in El Salvador beleuchtet und der aufzeigt, dass es hauptsächlich Frauen aus marginalisierten Bevölkerungsgruppen sind, die strafrechtlich verfolgt werden: https://www.amnesty.org/en/documents/amr29/2873/2015/en/

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 8. November 2019.
  • Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt

Mit grosser Besorgnis habe ich erfahren, dass Ihre Behörde gegen eine gerichtliche Entscheidung Rechtsmitteln einlegen will, die besagt, dass die Anklage gegen Evelyn Hernández wegen Mordes aufgehoben wird.

Am 6. April 2016 wurde Evelyn Hernández bei sich zuhause ohnmächtig und kam sie ins Krankenhaus von Cojutepeque im Norden von El Salvador. Die Wehen hatten eingesetzt, ohne dass sie sich überhaupt bewusst gewesen war, schwanger zu sein. Das Kind kam tot zur Welt. Das Krankenhauspersonal zeigte Evelyn Hernández daraufhin bei der Polizei an. Sie wurde festgenommen, vor Gericht gestellt und wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. 2018 hob ein höheres Gericht das Urteil auf und ordnete eine Neuverhandlung an.

Am 19. August 2019 wurde die 21-Jährige von der Mordanklage freigesprochen, nachdem sie bereits drei Jahre im Gefängnis verbracht hatte. In der Begründung hiess es, es lägen keine hinreichenden Beweise dafür vor, dass Evelyn Hernández eine Straftat begangen habe. Nun habe ich erfahren, dass Ihre Behörde dieses Urteil nicht akzeptieren will.

Bitte legen Sie keine Rechtsmittel gegen das Gerichtsurteil gegen Evelyn Hernández ein und stellen Sie sicher, dass Frauen in El Salvador wegen Komplikationen in der Schwangerschaft nicht strafrechtlich verfolgt werden.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Generalstaatsanwalt
Dr. Raúl Ernesto Melara Morán
Fiscalía General de la República (FGR)
Edificio Farmavida
Calle Cortéz Blanco Poniente No. 20
Urb. Madre Selva 3
Antiguo Cuscatlán
San Salvador
EL SALVADOR

E-Mail: xvpocasangre@fgr.gob.sv

Anrede: Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt

 

 

Kopien an

Ambassade de la République d'El Salvador
Rue de Lausanne 65
1202 Genève

Fax: 022 738 47 44
E-mail: mission.el-salvador@ties.itu.int // mision.ginebra@rree.gob.sv

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