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Russland/Ukraine
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26.06.2020: Bad news

Yesterday, 25 June, the Military Court of Appeals rejected the appeal of human rights defender Emir-Usein Kuku and his co-defendants.

We are sharing an update from the Ukraine campaigner:

Today (26 June) is Emir-Usein Kuku's birthday and yesterday the Military Court of Appeals rejected his and his co-defendants' appeal.

This is, of course, devastating news. However, I would like to let you know that this time the support for Emir-Usein was unprecedented - after more than four years of working on this case I have never seen so many Amnesty S/s taking action. This support is very important for Emir-Usein, his family and the entire Crimean Tatar community.

In his final speech yesterday Emir-Usein thanked Amnesty International and everyone who supported him. He believes the change will come. And I would just add that what we are doing is helping to make this change happen faster. We are also making sure that Emir-Usein and others are not facing even more harassment. From my numerous conversations with his lawyers and family I know that judges and prosecutors are behaving very cautiously when they know that Amnesty is watching.

You can read Emir-Usein's final speech here (in Russian):

Again, thanks everyone for taking action! We will take some time to regroup and plan our next steps.

This is a sad moment, but it was unfortunately expected but as the Ukraine campaigner explains, we are having impact – advocacy is bearing fruits and there’s continuous diplomatic pressure and all the attention is also providing them protection. We knew we were in for a long battle and this is just another step.

Thanks again for all the continued support!

 

23.06.2020 Update


We are sharing an update as the final decision on the appeal case against human rights defender Emir-Usein Kuku and his co-defendants was postponed until Thursday 25 June:

On 22 June, the Military Court of Appeals of the Russian Federation started considering the appeal of Emir-Usein Kuku and his co-defendants. Some of them were able to present their cases, but the given time was not enough, so the hearing was adjourned to 25 June.
The representatives of the Dutch Embassy and the EU Delegation attended the hearing. Unfortunately, the court was not able to ensure that they can hear the defence team (connected remotely from Crimea) and the co-defendants (connected remotely from detention centres), so the diplomats had to leave early.

Some useful links:

NEW! A joint letter by Amnesty and Human Rights Watch / Blog by Meriem Kuku

 

15.06.2020 Emir-Usein Kuku: Solidarity Action and for Birthday Action on 26 June

Letters to Emir-Usein Kuku should be sent to:

344022 Russian Federation
Rostovskaya oblast
ul. Maksima Gorkogo, 219
SIZO-1

1976 g.r. Kuku Emiru-Useinu Kemalovichu



**PLEASE REMEMBER TO WRITE IN RUSSIAN**

We support you: Мы поддерживаем тебя.
We are thinking of you. Stay strong: Наши мысли с тобой. Будь сильным.
Thank you for standing up for human rights; we are thinking of you: Спасибо за твою борьбу за права человека. Наши мысли с тобой.

**FOR BIRTHDAY ACTION ON 26 JUNE**

We suggest you use postcards showing your country's landmarks and/or tourist attractions and that you use the suggested messages. You can google-translate the name of your country to Russian if you do not know how to write it.

PLEASE USE RUSSIAN ONLY: Messages in English are for reference only, as chances that a message in English will be accepted by the detention centre administration are pretty low.

BIRTHDAY MESSAGE 1
Russian: С Днем Рождения, Эмир-Усейн! Я пишу Вам из [COUNTRY] и желаю всего наилучшего!
English (for info only): Happy Birthday, Emir-Usein! I am writing from [COUNTRY] and wishing you all the best!

BIRTHDAY MESSAGE 2
Russian: Привет из [COUNTRY]! Хочу поздравить Вас с Днем Рождения и пожелать всего самого наилучшего!
English (for info only): Hello from [COUNTRY]! Happy Birthday and all the best wishes!

Country: Switzerland in Russian= Швейцария

and don't forget to send a scanned copy to my e-mail m.filipenko@amnesty.org.ua

Krimtataren freisprechen!

AI-Index: EUR 46/2507/2020

Das Urteil gegen den Menschenrechtsverteidiger Emir-Usein Kuku und seine fünf Mitangeklagten wird in Kürze von einem militärischen Berufungsgericht überprüft. Die sechs Männer wurden auf der russisch besetzten Krim festgenommen und einem russischen Militärgericht vorgeführt. Im November 2019 wurden sie wegen konstruierter Anklagen zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie sind gewaltlose politische Gefangene, die umgehend und bedingungslos freigelasssen werden müssen. Die Schuldsprüche gegen sie sind rückgängig zu machen.

Die Krimtataren Emir-Usein Kuku, Muslim Aliev, Vadim Siruk, Enver Bekirov, Arsen Dzhepparov und Refat Alimo sind seit mehr als vier Jahren in Russland inhaftiert. Sie haben keine international als Straftat anerkannte Handlung begangen und wurden in langwierigen und unfairen Gerichtsverfahren auf der Grundlage konstruierter Anklagen verurteilt.

Die sechs Männer wurden 2016 festgenommen und im November 2019 ohne glaubwürdige Beweise wegen terrorismusbezogener Anklagen und anderer Vorwürfe zu langen Haftstrafen verurteilt. Amnesty International betrachtet ihre Strafverfolgung als politisch motiviert. Ihre Überstellung von der Krim nach Russland und ihr Verfahren vor einem russischen Militärgericht verstossen gegen das humanitäre Völkerrecht und das Recht der Angeklagten auf ein faires Gerichtsverfahren. Muslim Aliyev wurde zu 19 Jahren Freiheitsentzug in einer Strafkolonie verurteilt. Enver Bekirov erhielt 18 Jahre, Vadim Siruk und Emir-Usein Kuku wurden zu jeweils zwölf Jahren Haft verurteilt, Refat Alimov zu acht Jahren und Arsen Dzhepparov zu sieben Jahren. Dieses Strafverfahren passt in das Muster der Verfolgung von Angehörigen der Gemeinschaft der KrimtatarInnen und aller kritischer Stimmen seit der russischen Annektierung der Krim-Halbinsel im Jahr 2014. Der Menschenrechtsverteidiger Emir-Usein Kuku und seine Familie waren bereits vor seiner Festnahme im Jahr 2016 wiederholt von Angehörigen des russischen Geheimdienstes FSB schikaniert worden. Durch seine Festnahme und Inhaftierung scheint man ihn endgültig davon abhalten zu wollen, Menschenrechtsverletzungen auf der Krim anzuprangern.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Krim-Halbinsel geriet im Jahr 2014 unter russische Kontrolle, nachdem Russland im Februar und März 2014 Truppen auf die Halbinsel schickte und eine «Volksabstimmung» organisierte, um die rechtswidrige Annektierung des Territoriums zu rechtfertigen.
Die Gemeinschaft der KrimtatarInnen machte vor der russischen Besetzung der Halbinsel etwa zwölf Prozent der dortigen Bevölkerung aus. Unter den KritikerInnen der russischen Besetzung finden sich zahlreiche einflussreiche KrimtatarInnen, weshalb die De-facto-Behörden die gesamte Gemeinschaft der KrimtatarInnen als illoyal betrachten und sie mit Vergeltungsmassnahmen ins Visier nehmen. Auch andere kritische Stimmen werden unterdrückt. Unabhängige Medienkanäle mussten bereits schliessen, und pro-ukrainische AktivistInnen werden mit konstruierten Anklagen wie «Extremismus» und «Terrorismus» überzogen. Einige AktivistInnen sind dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen. In manchen dieser Fälle deutet die Beweislage darauf hin, dass es sich bei den Verantwortlichen um die De-facto-Behörden oder in ihrem Auftrag agierende Paramilitärs handelt.
Emir-Usein Kuku ist einer der bekanntesten krimtatarischen Menschenrechtsverteidiger. Er ist bereits vor seiner Inhaftierung mehrmals schikaniert worden. Bei seiner Festnahme wurde er von FSB-Angehörigen körperlich misshandelt. Auch seine Frau und seine Kinder sind in der Vergangenheit bedroht worden.
Emir-Usein Kuku wurde am 11. Februar 2016 festgenommen. Aufgrund seiner mutmasslichen Verbindungen zu der islamistischen Bewegung Hizb ut-Tahrir wurde er angeklagt, die «Aktivitäten einer terroristischen Organisation organisiert» zu haben. Hizb ut-Tahrir gilt in Russland als «terroristische» Gruppierung, ist in der Ukraine jedoch legal. Emir-Usein Kuku bestreitet, Verbindungen zu Hizb ut-Tahrir zu haben. Die Vorwürfe gegen ihn und seine Mitangeklagten basieren auf heimlich beschafften und mutmasslich manipulierten Aufnahmen von Gesprächen sowie auf Aussagen «geheimer Zeugen» und Aussagen russischer Sicherheitskräfte, die von den Angeklagten als unwahr zurückgewiesen werden. Nach Abschluss der Ermittlungen im Dezember 2017 wurden Emir-Usein Kuku und seine Mitangeklagten von der russisch besetzten Krim in die Stadt Rostow am Don im Südwesten Russlands überstellt, was gegen das humanitäre Völkerrecht verstösst. Sie mussten sich vor einem Militärgericht verantworten, was gegen ihr Recht auf ein faires Gerichtsverfahren verstösst.
Die Staatsanwaltschaft legte während des Verfahrens keinerlei glaubwürdige Beweise dafür vor, dass Emir-Usein Kuku Muslim Aliev, Vadim Siruk, Enver Bekirov, Arsen Dzhepparov und Refat Alimov eine international als Straftat anerkannte Handlung begangen haben. Dennoch wurden sie gemäss Paragraf 205.5 des russischen Strafgesetzbuchs wegen Mitgliedschaft in einer «terroristischen» Organisation sowie wegen weiterer mutmasslicher Straftaten schuldig gesprochen. Emir-Usein Kuku wurde ausserdem der «Verschwörung mit dem Ziel einer gewaltsamen Machtergreifung» (Paragraf 278 des russischen Strafgesetzbuchs) für schuldig befunden. VertreterInnen von Amnesty International waren bei einigen Anhörungen anwesend.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 23. Juli 2020.
  • Schreiben Sie in gutem Russisch, Englisch oder auf Deutsch.

ACHTUNG! Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus ist die weltweite Briefzustellung momentan eingeschränkt. Da die Zustellbedingungen täglich ändern können, prüfen Sie bitte auf der Website der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie andere Kommunikationskanäle – E-Mail, Fax oder soziale Medien, wenn vorhanden – für die Zustellung Ihres Appells zu nutzen und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Militärstaatsanwalt

Die Krimtataren Emir-Usein Kuku, Muslim Aliev, Vadim Siruk, Enver Bekirov, Arsen Dzhepparov und Refat Alimo sind seit mehr als vier Jahren in Russland inhaftiert. Sie haben keine international als Straftat anerkannte Handlung begangen und wurden in langwierigen und unfairen Gerichtsverfahren auf der Grundlage konstruierter Anklagen verurteilt.

Die sechs Männer wurden 2016 festgenommen und im November 2019 ohne glaubwürdige Beweise wegen terrorismusbezogener Anklagen und anderer Vorwürfe zu langen Haftstrafen verurteilt. Ich betrachte ihre Strafverfolgung als politisch motiviert. Ihre Überstellung von der Krim nach Russland und ihr Verfahren vor einem russischen Militärgericht verstossen gegen das humanitäre Völkerrecht und das Recht der Angeklagten auf ein faires Gerichtsverfahren. Muslim Aliyev wurde zu 19 Jahren Freiheitsentzug in einer Strafkolonie verurteilt. Enver Bekirov erhielt 18 Jahre, Vadim Siruk und Emir-Usein Kuku wurden zu jeweils zwölf Jahren Haft verurteilt, Refat Alimov zu acht Jahren und Arsen Dzhepparov zu sieben Jahren.

Bitte stellen Sie die Strafverfolgung von Emir-Usein Kuku, Muslim Aliev, Vadim Siruk, Enver Bekirov, Arsen Dzhepparov und Refat Alimo umgehend ein.

Lassen Sie die fünf Männer bitte umgehend und bedingungslos frei und stellen Sie sicher, dass die Urteile aufgehoben werden, so dass die Männer nicht als vorbestraft gelten.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Leitender Militärstaatsanwalt
Valeriy Georgievich Petrov
Pereulok Holzunova 14
Moscow 119021
RUSSISCHE FÖDERATION

Fax: (00 7) 495 693 1360
E-Mail: priemnaya@gvp.rsnet.ru oder app@gvp.rsnet.ru

Anrede: Sehr geehrter Herr Militärstaatsanwalt /
Dear Chief Military Prosecutor

 

 

Kopien an

Ambassade de la Fédération de Russie
Brunnadernrain 37
3006 Berne

Fax: 031 352 55 95
E-mail: rusbotschaft@bluewin.ch

5 Briefe verschickt  
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