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Startseite Urgent Actions 2019 07 Writer faces up to 10 years jail for story
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Sri Lanka
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07.08.2019: Latest news

We are happy to share the news that Shakthika Sathkumara was granted bail by the Kurunegala High Court on Monday, 5 August 2019. While bail is of course welcome, the award-winning Sri Lankan writer should never have spent a single day behind bars solely for exercising his right to peaceful freedom of expression.

Arrested on 1 April 2019, Shakthika faces up to 10 years in prison if convicted. Your action can make a difference in this case, so please continue sending appeals to Attorney General Mr. Dappula de Livera, call for him to drop charges against Shakthika and urge for his immediate and unconditional release.

Shaktikha’s next hearing at the Magistrate Court is on 8 August 2019. We will be sure to update you with any further information as soon as it becomes available.

Thanks for your continued support.

 

29.07.2019 Information

Please note that Shakthika’s next hearing is on Monday, 5 August. It is believe that sending appeals
head of this date will help put pressure on the authorities to drop the charges and release him from
jail or, at the very least, grant him bail.

Autor drohen zehn Jahre Haft wegen einer Kurzgeschichte

AI-Index: ASA 37/0800/2019

Der preisgekrönte Autor Shakthika Sathkumara wurde am 1. April festgenommen, weil er auf seinem Facebook-Profil eine eigene Kurzgeschichte geteilt hatte. In der fiktiven Geschichte ging es um das Leben in einem buddhistischen Tempel. Die Geschichte soll Hinweise auf sexualisierten Kindesmissbrauch enthalten haben. Bei einem Schuldspruch drohen dem Schriftsteller bis zu zehn Jahre Haft. Shakthika Sathkumara ist ein gewaltloser politischer Gefangener, der sich nur deshalb in Haft befindet, weil er von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht hat. Amnesty International fordert daher seine sofortige und bedingungslose Freilassung und das Fallenlassen aller Anklagen.

Der preisgekrönte srilankische Autor Shakthika Sathkumara wurde am 1. April willkürlich festgenommen, nur weil er eine Kurzgeschichte geschrieben und dann auf Facebook geteilt hatte. Er befindet sich nun schon seit fast vier Monaten im Kegalle-Gefängnis, ohne ein Verbrechen begangen zu haben. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft, da er nach Paragraf 3(1) des Gesetzes zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und Paragraf 291(B) des Strafgesetzbuchs von Sri Lanka, in dem es um das Propagieren von Hass und die Aufwiegelung zu rassistisch oder religiös motivierter Gewalt geht, angeklagt wurde.

Shakthika Sathkumaras literarische Arbeit ist von mehreren Organisationen, darunter auch dem Ministerium für kulturelle Angelegenheiten und der Kulturabteilung des Ministerpräsidenten der Nordwestprovinz, für Auszeichnungen vorgeschlagen worden. Die Familie von Shakthika Sathkumara, seine Frau Yanusha Lakmali und die beiden 4 und 1 1/2 jährigen Kinder sind aufgrund der Entwicklungen und den fast vier Monaten Untersuchungshaft in grosser Sorge. Yanusha Lakmali hat aufgrund des Umgangs mit ihrem Mann bei der Menschenrechtskommission Klage und auch eine Grundrechtepetition beim Obersten Gerichtshof von Sri Lanka eingereicht.

Der Einsatz des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, zur Inhaftierung und Strafverfolgung von SchriftstellerInnen, die lediglich friedlich ihr Recht auf freie Meinungsäusserung wahrnehmen, stellt einen klaren Verstoss gegen das Völkerrecht im Allgemeinen und den IPbpR im Besonderen dar, ebenso wie einen Verstoss gegen das in der srilankischen Verfassung garantierte Recht auf freie Gedanken- und Meinungsäusserung. Das Gesetz, das dem Schutz der Grundrechte der Menschen, darunter auch die Meinungsfreiheit, in Sri Lanka dient, wird nun missbraucht, um gegen diese Rechte zu verstossen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Shakthika Sathkumara wurde am 1. April 2019 festgenommen, als er sich auf eine Polizeiwache begab, um eine Aussage zu einer Beschwerde zu machen, die buddhistische Mönche hinsichtlich seiner Kurzgeschichte eingereicht hatten. Anklagen unter Paragraf 3(1) des IPbpR-Gesetzes und Abschnitt 292 des srilankischen Strafgesetzbuchs lassen eine Freilassung gegen Kaution im einfachen Gericht nicht zu. Deshalb befindet sich Shakthika Sathkumara seit fast vier Monaten in Haft. Die nächste Anhörung wird vor dem Hohen Gericht stattfinden. Dieses hat die Befugnis, Shakthika Sathkumara gegen Kaution freizulassen.
Beide Paragrafen, 3(1) des IPbpR und Paragraf 292 des Strafgesetzbuchs von Sri Lanka kriminalisieren das Propagieren von rassistischem und religiösem Hass, der zu Diskriminierung, Feindseligkeit und Gewalt führt.
Die Festnahme von Shakthika Sathkumara ist Teil einer beunruhigenden Tendenz, den IPbpR dazu zu nutzen, um gegen die Rechte von mehreren friedlichen AktivistInnen und AutorInnen in Sri Lanka auf Meinungsfreiheit und Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit – die vom IPbpR selbst eingeräumt werden – zu verstossen. Im Mai 2019 wurde eine Frau namens M. R. Mazahima mit der Begründung unter dem IPbpR-Gesetz festgenommen, sie trage eine Bluse mit dem Aufdruck eines Schiffsteuerrades, von dem die anzeigenden Personen fälschlicherweise behauptet hatten, das es ein buddhistisches Symbol sei. Die Frau wurde mehr als drei Wochen in Gewahrsam gehalten, bis ihr endlich Kaution gewährt wurde. Im Juni 2019 wurde dem Kolumnisten Kusal Perera eine Festnahme unter dem IPbpR-Gesetz angedroht, weil er über den zunehmenden extremistischen Sinhala-Buddhismua in Sri Lanka geschrieben hatte.
Der willkürliche Einsatz des IPbpR-Gesetzes – das Menschenrechte schützen und nicht gegen sie verstossen soll – hat zu einem schwierigen Klima im Land geführt. In Sri Lanka reagieren PolitikerInnen, Behörden und die Polizei extrem sensibel auf vermeintliche Verunglimpfungen des Buddhismus und werden direkt von bestimmten Gruppen buddhistischer Mönche beeinflusst, die die Festnahme und Strafverfolgung von Personen verlangen, von der sie meinen, dass sie die Religion verunglimpft haben.
Gemäss dem IPbpR, an dessen Umsetzung Sri Lanka gebunden ist, darf das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit nur in einem engen, klar definierten Rahmen eingeschränkt werden. Einschränkungen dieser Rechte sind nur dann zulässig, wenn sie nötig sind, um die Rechte und Freiheiten anderer oder bestimmte öffentliche Interessen (wie z. B. die nationale bzw. öffentliche Sicherheit, die öffentliche Ordnung oder die öffentliche Gesundheit oder Moral) zu schützen, und wenn sie für diesen Zweck nachweisbar notwendig sind. Indirekte oder direkte Kritik an einer Religion oder einem Glaubenssystem dürfen nicht als Aufwiegelung kriminalisiert werden.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 9. September 2019.
  • Schreiben Sie in gutem Singhalesisch, Tamil, Englisch oder auf Deutsch.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt

Mit grosser Sorge habe ich von der Inhaftierung des Schriftstellers Shakthika Sathkumara erfahren.

Ich möchte Sie dringend bitten, die Anklagen gegen Shakthika Sathkumara fallenzulassen und ihn umgehend und bedingungslos freizulassen.

Bitte unterlassen Sie es, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte dazu zu benutzen, AutorInnen und AktivistInnen zu bedrohen, zu schikanieren und sie strafrechtlich zu verfolgen, wenn sie lediglich friedlich ihre Meinungen geäussert haben.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Generalstaatsanwalt
Mr. Dappula de Livera
Attorney General’s Department
Hulftsdorp Street
Colombo 12
SRI LANKA

Fax: (00 94) 112 436421
E-Mail: administration@attorneygeneral.gov.lk

Anrede: Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt / Dear Mr de Livera,

 

 

Kopien an

Ambassade de la République Socialiste Démocratique de Sri Lanka
Niklasstrasse 19
D-14163 Berlin
Deutschland/Allemagne

Fax: 004930/ 80 90 97 57
E-Mail: info@srilanka-botschaft.de

6 Briefe verschickt  
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