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Startseite Urgent Actions 2019 07 Security agent ill-treated in detention
UA 100/19
Südsudan
Aktiv seit 10. Juli 2019 | Noch 34 Tage Laufzeit

Geheimdienstmitarbeiter in Haft misshandelt

AI-Index: AFR 65/0679/2019

Der Geheimdienstmitarbeiter Ding Ding Mou ist im Riverside-Gefängnis inhaftiert. Die Haftanstalt ist für ihre sehr schlechten Haftbedingungen sowie Folter und andere Misshandlungen bekannt. Ding Ding Mou wurde am 31. Mai vom südsudanesischen Geheimdienst NSS in Juba festgenommen und die ersten acht Tage in der NSS-Zentrale festgehalten.

Der Mitarbeiter des südsudanesischen Geheimdienstes Ding Ding Mou wurde am 31. Mai vom südsudanesischen Geheimdienst NSS in Juba festgenommen. Die ersten acht Tage wurde er in der als «Blue House» bezeichneten Zentrale des NSS festgehalten und dann am 8. Juni ins Riverside-Gefängnis verlegt. Dort werden Gefangene bekanntermassen gefoltert und anderweitig misshandelt.

Der Zugang zu einem Rechtsbeistand und Besuche seiner Familie werden Ding Ding Mou bislang verwehrt. Er wurde auch nicht darüber informiert, was ihm zur Last gelegt wird.

Amnesty International wurde berichtet, dass er im Riverside-Gefängnis in einem kleinen Raum festgehalten wird, der als von Moskitos befallenem Käfig bezeichnet wird. Er muss darin an die Wand gelehnt schlafen und kann Wasser nur aus der Toilette trinken. Amnesty International ist besorgt, weil sich sein Gesundheitszustand im letzten Monat aufgrund der Haftbedingungen verschlechtert hat und es besteht die Befürchtung, dass er nicht die angemessene medizinische Versorgung erhält.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Seit im Dezember 2013 der bewaffnete Konflikt im Südsudan ausgebrochen ist, wurden bereits mehrere Hundert Menschen, überwiegend Männer, im Auftrag des südsudanesischen Nationalen Geheimdienstes NSS und des Militärgeheimdienstes in verschiedenen über die Hauptstadt Juba verteilten Hafteinrichtungen inhaftiert. Die südsudanesischen Behörden setzen seitdem verstärkt lange und willkürliche Inhaftierungen, Verschwindenlassen sowie Folter und andere Formen der Misshandlung ein.Amnesty International hat zahlreiche willkürliche Inhaftierungen des NSS dokumentiert. In mehreren Hafteinrichtungen sind die Gefangenen Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt – einige werden ohne Kontakt zur Aussenwelt und ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand oder Familienangehörigen festgehalten. Andere sind dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen.
In der Zentrale des NSS (Blue House) im Stadtteil Jebel werden Inhaftierte schwer geschlagen, vornehmlich während ihrer Verhöre oder als Form der Bestrafung. Durch die miserablen Haftbedingungen und den mangelnden Zugang zu medizinischer Versorgung verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Gefangenen häufig sehr.
Das politische Klima im Südsudan lässt keine Kritik an der Regierung und ihrer Politik zu. Es kommt zu Einschüchterungen, Schikane und Inhaftierung von zivilgesellschaftlich engagierten Personen, MenschenrechtsverteidigerInnen und unabhängigen JournalistInnen.
Dies wiederum erzeugt ein Klima der Selbstzensur in den Medien und bei MenschenrechtsverteidigerInnen; die Menschen fühlen sich durch die engmaschige staatliche Überwachung nicht mehr in der Lage, frei und offen über den anhaltenden Konflikt im Land zu sprechen.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 21. August 2019.
  • Schreiben Sie in gutem Englisch, Arabisch oder auf Deutsch.

Modellbrief

Exzellenz

Mit grosser Sorge verfolge ich die Situation im Südsudan. Bitte stellen Sie sicher, dass Ding Ding Mou entweder einer als Straftat erkennbaren Handlung nach dem Völkerrecht und internationale Standards angeklagt oder umgehend freigelassen wird.

Stellen Sie sicher, dass Ding Ding Mou in Haft weder gefoltert noch anderweitig misshandelt wird.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

PRÄSIDENT DER REPUBLIK SÜDSUDAN
Salva Kiir Mayardit
Office of the President
Presidential Palace
Juba
SÜDSUDAN

Twitter: @RepSouthSudan und @PresSalva

Anrede: Your Excellency / Exzellenz

 

 

Kopien an

Botschaft der Republik Südsudan
I.E. Frau Beatrice Khamisa Wani Noah
Leipziger Platz 8
D-10117 Berlin

Fax: +49 30-206 445 91 9
E-Mail: info@embassy-southsudan.de
9 Briefe verschickt  
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