Benutzerspezifische Werkzeuge
Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2019 07 Detained youth activist denied family visits
UA 099/19
Südsudan
Abgeschlossen am 21. August 2019

Willkürliche Inhaftierung eines Jugendaktivisten

AI-Index: AFR 65/0678/2019

Der Aktivist Michael Wetnhialic wird derzeit ohne Zugang zu seiner Familie und seinem Rechtsbeistand in der Zentrale des Geheimdienstes NSS (Blue House) in der Hauptstadt Juba festgehalten. Er war am 18. Mai willkürlich von NSS-Angehörigen festgenommen worden.

Der südsudanesische Aktivist Michael Wetnhialic wurde am 18. Mai willkürlich von Angehörigen des Geheimdienstes NSS in der Hauptstadt Juba festgenommen. Er wird derzeit ohne Zugang zu seiner Familie und seinem Rechtsbeistand in der NSS-Zentrale (Blue House) festgehalten. Laut Angaben eines Familienangehörigen hat man Michael Wetnhialic noch nicht über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe in Kenntnis gesetzt.

Dies ist bereits das dritte Mal, dass der Aktivist festgenommen wurde. Ein Familienmitglied sagte, dass Michael Wetnhialic erstmals im August 2017 willkürlich von NSS-Angehörigen festgenommen wurde. Damals sei er etwa sechs Monate lang im Blue House inhaftiert gewesen, weil man ihm vorwarf, den NSS und hochrangige BeamtInnen auf Facebook kritisiert zu haben. Im Jahr 2018 wurde er erneut festgenommen. Laut Angaben des Familienmitglieds warf ihm der NSS diesmal vor, einen falschen Facebook-Namen verwendet zu haben, um weiterhin Kritik an dem Geheimdienst und seinen BeamtInnen zu üben.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Seit Beginn des bewaffneten Konflikts im Südsudan im Dezember 2013 wurden bereits mehrere Hundert Menschen, überwiegend Männer, beim Nationalen Sicherheitsdienst NSS und dem militärischen Geheimdienst in verschiedenen über die Hauptstadt Juba verteilten Hafteinrichtungen inhaftiert. Die südsudanesischen Behörden greifen seitdem verstärkt auf lange und willkürliche Inhaftierung, Verschwindenlassen sowie Folter und andere Formen der Misshandlung zurück.
Amnesty International hat in vielen Hafteinrichtungen zahlreiche willkürliche Inhaftierungen durch den NSS dokumentiert. In diesen Gefängnissen werden die Insassen häufig gefoltert und auf andere Weise misshandelt. Einige werden ohne Kontakt zur Aussenwelt und ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand und ihren Familienangehörigen festgehalten. Andere fallen dem Verschwindenlassen zum Opfer.
In der Zentrale des NSS im Stadtteil Jebel (Blue House) werden die Gefangenen geschlagen, besonders während des Verhörs oder als Form der Bestrafung. Durch die schlechten Haftbedingungen und den mangelnden Zugang zu medizinischer Versorgung verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Gefangenen häufig sehr.
Das politische Klima im Südsudan lässt nach wie vor kaum Kritik an der Regierung und ihrer Politik zu. Einschüchterungen, Schikane und Inhaftierung von zivilgesellschaftlich engagierten Personen, MenschenrechtsverteidigerInnen und unabhängigen JournalistInnen sind an der Tagesordnung. Dies wiederum erzeugt ein Klima der Selbstzensur in den Medien und bei MenschenrechtsverteidigerInnen. Die Menschen fühlen sich durch die engmaschige staatliche Überwachung nicht mehr in der Lage, sich frei und offen über den anhaltenden Konflikt im Land zu äussern.

9 Briefe verschickt  
My Urgent Actions
Fürs Mitzählen lassen Ihres Briefes und Update-Funktion zu nutzen müssen Sie sich
einloggen oder
anmelden
Downloads
UA 099/19 english
Microsoft Word Document, 29.7 kB
UA 099/19 français
Microsoft Word Document, 30.3 kB
UA 099/19 deutsch
Microsoft Word Document, 30.0 kB
Mehr zum Thema

Folter

Warum ist Folter immer falsch und nutzlos? Wie engagiert sich Amnesty für die Wahrung des absoluten Folterverbots? Mehr