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Startseite Urgent Actions 2019 05 Land defenders at risk Land defenders in Río Blanco still at risk
FI 064/19-1
Honduras
Abgeschlossen am 2. September 2019

LandrechtsaktivistInnen weiterhin in Gefahr

AI-Index: AMR 37/0777/2019

Am 16. Juli hat die Indigenenorganisation Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH) von neuen Angriffen berichtet, die mindestens 25 Familien in der Gemeinde Río Blanco in Intibucá betreffen. Dabei wurde ihre Ernte absichtlich zerstört. Dies geschah ganz in der Nähe von dort, wo Rosalina Dominguez, ihre Söhne und weitere Angehörige der Gemeinde Río Blanco am vergangenen 30. April und 1. Mai bedroht wurden.

Die jüngsten Angriffe betrafen mindestens 25 Familien der honduranischen Gemeinschaft Río Blanco in Intibucá. Nach Angaben von COPINH wurde die Ernte dieser Familien am 16. Juli mit Absicht zerstört. Der Angriff ereignete sich in derselben Gegend, in der Rosalina Dominguez, ihre vier Söhne und zwei Angehörige der indigenen Gemeinschaft von Río Blanco am 30. April und 1. Mai 2019 Drohungen erhielten.

Angesichts der Geschichte von Angriffen gegen die Gemeinschaft in Río Blanco, die im Zusammenhang mit dem Bau des Agua-Zarca-Damms in dem Fluss Gualcarque für ihre Rechte kämpft, ist Amnesty International besorgt, dass es zu weiteren Angriffen kommen könnte, darunter auch tätliche Angriffe gegen die Gemeinschaft.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die indigene Gemeinschaft der Lenca in Río Blanco in Intibucá demonstriert gegen ein Wasserkraftwerksprojekt auf dem seit Jahrhunderten angestammten Land der Gemeinschaft. Sie moniert, dass es keine freie, vorherige und informierte Konsultation gegeben habe. Die Gemeinschaft ist Teil der Indigenenorganisation Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH). COPINH fordert seit über 20 Jahren einen besseren Lebensstandard für die Gemeinschaften in Río Blanco im Nordwesten des Landes. Seit 2011 setzt sich COPINH für das Recht der Lenca auf freie, vorherige und informierte Zustimmung ein. Aufgrund ihres Engagements werden die Mitglieder von COPINH seit Jahren bedroht und drangsaliert.
Am 3. März 2016 war Berta Cáceres, Umweltschützerin und Gründerin der Indigenenorganisation COPINH, in ihrem Haus in der Stadt La Esperanza im Departamento Intibucá erschossen worden. Am 7. März 2016 erliess die Interamerikanische Menschenrechtskommission Massnahmen zum Schutz aller Mitglieder von COPINH und der Familie von Berta Cáceres und begründete dies mit den Gefahren, die ihre Arbeit im Bereich der Menschenrechte, der Umwelt und natürlicher Ressourcen mit sich bringt, sowie mit ihrer erhöhten Schutzbedürftigkeit nach der Ermordung von Berta Cáceres.
Am 30. April und 1. Mai wurden Rosalina Dominguez, die Finanzkoordinatorin des Indigenenrates in Río Blanco, ihre vier Söhne im Alter zwischen 16 und 30 Jahren und zwei weitere Mitglieder der Gemeinschaft auf dem Weg zur Arbeit von mindestens sieben Personen verbal bedroht, von denen eine bewaffnet war. The Indigenenorganisation COPINH meldete den Angriff der Polizei und dem Büro des Staatsanwalts und forderte beim Nationalen Schutzmechanismus von Honduras Schutz für Rosalina Dominguez. Die Untersuchung dieser Angriffe ist immer noch anhängig. Der Schutzmechanismus für MenschenrechtsverteidigerInnen muss auch Sicherheitsmassnahmen umsetzen, welche die Interamerikanische Kommission angeordnet hat (Schutzmassnahmen 112/16), um sicherzustellen, dass die Mitglieder von COPINH ihre Tätigkeit als MenschenrechtsverteidigerInnen wahrnehmen können, ohne angegriffen oder schikaniert zu werden.
Seit etwa drei Jahren reagiert Amnesty International mit grosser Sorge auf die zahlreichen Mord- und anderen Drohungen, Einschüchterungen, Drangsalierungen und Ermordungen von AktivistInnnen in Honduras. Das Land ist eines der gefährlichsten für MenschenrechtsverteidigerInnen, insbesondere für solche, die sich für Land- und Umweltrechte einsetzen.

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