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Startseite Urgent Actions 2019 04 Yemeni academic held incommunicado 30 opposition figures sentenced to death
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Jemen
Aktiv seit 17. Juli 2019 | Noch 9 Tage Laufzeit
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The names of the 29 men sentenced to death along with Youssef al-Bawab have been removed. We urge you to strictly refrain from mentioning them in any communication, as this might put them at further risk.

30 Oppositionelle zum Tode verurteilt

AI-Index: MDE 31/0709/2019

Das Sonderstrafgericht in Sanaa verurteilte am 9. Juli 2019 30 Akademiker und Politiker aufgrund konstruierter Anklagen zum Tode. Einer der 30 Männer ist der politisch aktive 45-jährige Professor der Sprachwissenschaften Youssef al-Bawab. Er wurde bereits Ende 2016 willkürlich festgenommen.

Am 9. Juli 2019 verurteilte das von den Huthi geführte Sonderstrafgericht in Sanaa 30 Akademiker und Politiker aufgrund konstruierter Anklagen, wie z.B. Spionage für die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, zum Tode. Alle 30 Männer werden Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Sechs weitere Personen in diesem Strafverfahren wurden freigesprochen.

Einer der 30 zum Tode verurteilten Männer ist der politisch aktive 45-jährige Professor der Sprachwissenschaften Youssef al-Bawab. Am 8. April 2017 wurden gegen ihn und 35 weitere Personen mehrere Anklagen erhoben. Auf den meisten dieser Vorwürfe steht die Todesstrafe. Der Prozess gegen Youssef al-Bawab und andere war von starken Unregelmässigkeiten gekennzeichnet. Sie fielen dem Verschwindenlassen zum Opfer, wurden unangemessen lange in Untersuchungshaft gehalten, das Verfahren wurde verzögert, der Kontakt zur Aussenwelt verweigert und es wurden Folter- und Misshandlungsvorwürfe erhoben. Der Zugang zu einem Rechtsbeistand und medizinischer Versorgung wurde verweigert.

Am 2. April 2019 wandte sich Youssef al-Bawab während der Verhandlung auch im Namen der übrigen Gefangenen an den Richter und sagte, dass er und andere Personen während ihres Gewahrsams im Büro für Politische Sicherheit in Sanaa gefoltert und anderweitig misshandelt wurden. So seien sie zum Beispiel geschlagen, an der Decke aufgehängt und mit Eisenketten gefesselt worden. Das Gericht äusserte sich nicht zu den Aussagen von Youssef al-Bawab und ordnete auch keine Untersuchung der Folter- und Misshandlungsvorwürfe an.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Youssef al-Bawab wurde am 20. Oktober 2016 vor seiner lokalen Moschee in Sanaa willkürlich festgenommen. Am selben Abend durchsuchten die De-facto-Behörden der bewaffneten Gruppe der Huthi das Haus von Youssef al-Bawab, seiner Frau und seiner fünf Kinder. Sie beschlagnahmten seine Habseligkeiten, darunter den Computer und etwa 150 akademische Papiere. Die Familie erhielt keine offiziellen Informationen über seinen Verbleib. Sie fand erst drei Monate später über inoffizielle Kanäle heraus, dass er vom Büro für Politische Sicherheit festgehalten wurde. Im März 2017 wurde er erstmals in Anwesenheit seines Rechtsbeistandes verhört. Dies war bis zum Beginn des Verfahrens das einzige Mal, dass er Zugang zu einem Rechtsbeistand hatte. Am 8. April 2017 wurden gegen ihn und 35 weitere Personen mehrere Anklagen erhoben, z. B. die Planung von Mordanschlägen und die Versorgung der saudisch geführten Militärkoalition mit militärischen Informationen. Auf den meisten dieser Vorwürfe steht die Todesstrafe. Das Strafverfahren gegen Youssef al-Bawab wies erhebliche Mängel auf. Er und seine 35 Mitangeklagten waren alle zwischen 2015 und 2016 von den Huthi und ihnen nahestehenden Gruppen willkürlich festgenommen wurden.
Alle Konfliktparteien im Jemen bedienen sich der Praxis der willkürlichen Inhaftierung – die bewaffnete Huthi-Gruppierung, die jemenitische Regierung, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) angeführte Militärkoalition sowie jemenitische Truppen, die von den VAE unterstützt werden. In den von ihnen kontrollierten Gebieten haben Angehörige der Huthi in der Vergangenheit KritikerInnen sowie JournalistInnen, MenschenrechtsverteidigerInnen und Angehörige der Gemeinschaft der Baha’i willkürlich festgenommen und inhaftiert. Zahlreiche Personen wurden so bereits Opfer des Verschwindenlassens, waren ohne Kontakt zur Aussenwelt inhaftiert und mussten sich in Prozessen verantworten, die nicht den internationalen Standards für faire Verfahren entsprachen. Ins Visier gerieten hauptsächlich SprecherInnen, Mitglieder und UnterstützerInnen der Oppositionspartei al-Islah. Die international anerkannte jemenitische Regierung schikaniert, bedroht und inhaftiert MenschenrechtsverteidigerInnen und andere AtivistInnen. Im Süden des Jemen gingen von den VAE unterstützte jemenitische Truppen mit willkürlichen Inhaftierungen und Verschwindenlassen gegen vermeintliche GegnerInnen vor. Amnesty International veröffentlichte im Mai 2018 einen Bericht, in dem dokumentiert ist, wie 51 Männer in geheimen Gefängnissen festgehalten werden, die von Truppen der VAE und des Jemen kontrolliert werden, die nicht der jemenitischen Regierung unterstehen. Hierunter befinden sich auch Personen, die zwischen März 2016 und Mai 2018 inhaftiert wurden

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den untenstehenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 27. August 2019.
  • Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch.

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Abdelsalam

Am 9. Juli 2019 verurteilte das von den Huthi geführte Sonderstrafgericht in Sanaa 30 Akademiker und Politiker aufgrund konstruierter Anklagen, wie z.B. Spionage für die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, zum Tode. Alle 30 Männer werden Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Einer der 30 zum Tode verurteilten Männer ist der politisch aktive 45-jährige Professor der Sprachwissenschaften Youssef al-Bawab. Am 8. April 2017 wurden gegen ihn und 35 weitere Personen mehrere Anklagen erhoben. Auf den meisten dieser Vorwürfe steht die Todesstrafe.

Am 2. April 2019 wandte sich Youssef al-Bawab während der Verhandlung auch im Namen der übrigen Gefangenen an den Richter und sagte, dass er und andere Personen während ihres Gewahrsams im Büro für Politische Sicherheit in Sanaa gefoltert und anderweitig misshandelt wurden. So seien sie zum Beispiel geschlagen, an der Decke aufgehängt und mit Eisenketten gefesselt worden. Das Gericht äusserte sich nicht zu den Aussagen von Youssef al-Bawab und ordnete auch keine Untersuchung der Folter- und Misshandlungsvorwürfe an.

Ich fordere Sie höflich und mit Nachdruck auf, die Todesurteile gegen Youssef al-Bawab und die übrigen 29 Männer aufzuheben und sie umgehend und bedingungslos freizulassen, da sie sich nur aufgrund der Wahrnehmung ihres Rechts auf freie Meinungsäusserung in Haft befinden.

Sorgen Sie bitte dafür, dass sie bis zu ihrer Freilassung vor Folter und anderweitiger Misshandlung geschützt sind und umgehend regelmässigen Zugang zu ihren Familien, einem Rechtsbeistand und angemessener medizinischer Versorgung erhalten.

Mit freundlichen Grüssen

 

Appelle an

ANSARULLAH-VERTRETER BEI DEN FRIEDENSGESPRÄCHEN
Mohamed Abdelsalam

E-Mail: mdabdalsalam@gmail.com
Twitter:
@abdusalamsalah

Anrede: Dear Mohamed Abdelsalam / Sehr geehrter Herr Abdelsalam

 

 

Kopien an

Ambassade de la République du Yémen
Chemin du Jonc 19
1218 Le Grand-Saconnex

Fax: 022 798 04 65
E-mail: geneva@mofa-ye.org
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