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Startseite Urgent Actions 2019 02 Detained online activist alleges torture in prison
UA 014/19
Côte d’Ivoire
Abgeschlossen am 19. März 2019
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7.2.19: Date correction

Soro Tangboho was transferred on 16 November (and NOT on 10 !) to the Abidjan Correctional Facility and Penitentiary (MACA).

The Modelletter has been corrected.

Online-Aktivist in Haft gefoltert

AI-Index: AFR 31/9772/2019

Der Online-Aktivist Soro Tangboho wurde willkürlich festgenommen, als er über Facebook Live ein Video streamte. Seinen Angaben zufolge zeigte das Video in Echtzeit, wie Polizeiangehörige Geld von AutofahrerInnen erpressten. Soro Tangboho wurde in Haft genommen und dort gefoltert und misshandelt. Momentan befindet er sich in einem Gefängniskrankenhaus. Er muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Soro Tangboho (auch als Carton Noir bekannt) streamte am 8. November 2018 aus der Stadt Korhogo ein Video über Facebook Live, das seinen Angaben zufolge Polizeiangehörige zeigte, die Geld von AutofahrerInnen erpressten. Noch während der Übertragung wurde er festgenommen und geschlagen. Zunächst brachten ihn die PolizistInnen auf die Wache von Korhogo, wo er zwei Nächte verbringen musste. Während dieser Zeit wurde er gefoltert und anderweitig misshandelt. Anschliessend wurde er in eine Haftanstalt der Direktion für Territoriale Überwachung (Direction du Surveillance Territoire – DST) verlegt. Seine Hände waren auf dem Rücken gefesselt und es dauerte viele Stunden, bis ihm die Handschellen abgenommen wurden. Am 16. November wurde er schliesslich in die Justizvollzugsanstalt nach Abidjan (Maison d'arrêt et de correction d'Abidjan – MACA) überstellt. Er wird beschuldigt, die öffentliche Ordnung gestört zu haben.

Da sich sein Gesundheitszustand seit seiner Inhaftierung verschlechtert hat, wurde Soro Tangboho am 22. Januar in das Gefängniskrankenhaus der MACA eingewiesen, wo er seitdem behandelt wird. Die medizinische Ausstattung ist dort jedoch völlig unzureichend.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In Côte d’Ivoire sollen 2020 Präsidentschaftswahlen stattfinden. In deren Vorfeld geht die Regierung seit mehreren Monaten verstärkt gegen AktivistInnen vor. Auch die Festnahme von Soro Tangboho scheint Teil dieser Repressionswelle zu sein.

Bereits 2017 wurden Gesetze mit Bestimmungen verabschiedet, die das Recht auf freie Meinungsäusserung einschränken. Diese schliessen Verleumdung, Präsidentenbeleidigung und Verbreitung falscher Nachrichten ein. Im momentan angespannten politischen Klima schwächen die Angriffe auf das Recht auf freie Meinungsäusserung nicht nur den sozialen Frieden, sondern behindern ausserdem den Zugang zu Informationen und deren Verbreitung.

33 Briefe verschickt  
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