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Startseite Urgent Actions 2019 01 TV producer held in North Korea for 50 years
UA 013/19
Südkorea
Abgeschlossen am 10. Mai 2019
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27.3.2019: Deadline extension

We are extending the appeal deadline for Hwang Won to 10 May as a meeting between Kim Jong-un and Moon Jae-in in Seoul is still pending and there is a possibility that a new round of family reunion events may happen this year. In addition, it is considered to be strategically important to call on South Korea to raise this issue in its recommendations to be made during the UPR of North Korea (on 9 May).

In March 2019, Mr Hwang In-cheol (Hwang Won's son) delivered a speech at a well-attended side event at the UN Human Rights Council as well as in the EU parliament. Both events helped gather international momentum on the case, with several diplomats meeting with Mr Hwang following his testimony. Governments have also shared that they found his information helpful, especially ahead of the impending Universal Periodic Review (UPR) of North Korea where they might raise the issue as a recommendation to North Korea.

For more information, please see the video that was produced for the HRC side event by PSCORE (People for Successful Korean Reunification, an organization collaborating with Amnesty International) about the 1969 Korean Air Lines hijacking.

Seit 50 Jahren in Nordkorea verschwunden

AI-Index: ASA 25/9751/2019

Hwang Won kam am 11. Dezember 1969 nach Nordkorea – an Bord eines entführten Flugzeugs. Seitdem verweigern die nordkoreanischen Behörden dem ehemaligen Fernsehproduzenten die Rückkehr in seine Heimat. Seine Familie stellte zahlreiche Anfragen zu seinem Verbleib und seinem Gesundheitszustand, eine Antwort steht jedoch seit 50 Jahren aus. Anlässlich des bevorstehenden Besuchs des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un in Seoul ist es nun an den südkoreanischen Behörden, Nordkorea zum Handeln zu bewegen.

Der Fernsehproduzent Hwang Won befand sich am 11. Dezember 1969 auf einem Flug von der südkoreanischen Stadt Gangneung in Richtung Seoul, als sein Flugzeug nach Nordkorea entführt wurde. Während 39 der verschleppten Passagiere im Februar 1970 nach Südkorea ausreisen durften, werden elf weitere, unter ihnen Hwang Won, weiterhin in Nordkorea festgehalten – seit fast 50 Jahren.

Nach dem Koreakrieg führten nordkoreanische AgentInnen illegale Operationen durch. Hwang Won ist einer von Hunderten, die in diesem Zusammenhang verschwunden sind. Trotz der zahlreichen Nachfragen seines Sohnes Hwang In-cheol weigern sich die nordkoreanischen Behörden, seinen Aufenthaltsort zu bestätigen. Sie teilen der Familie nicht einmal mit, ob er noch lebt oder nicht. Allerdings geht Hwang In-cheol trotzdem davon aus, dass sein Vater noch am Leben ist: Eine Kontaktperson, die Geflüchtete aus Nordkorea unterstützt, hat ihm in den vergangenen Jahren immer wieder entsprechende Hinweise weitergeleitet.

Stimmen diese, ist Hwang Won inzwischen 82 Jahre alt. Der anstehende Besuch des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un in Seoul ist ein guter Anlass, das Verschwindenlassen von Hwang Won und den vielen anderen Betroffenen aus Südkorea zu thematisieren und auf ihre Freilassung zu drängen. Die Entführungen sind nicht nur eine Qual für die Verschwundenen selbst, sondern auch für deren Angehörige.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Durch den Koreakrieg (1950-53) wurden zahlreiche Menschen vertrieben und viele Familien unfreiwillig getrennt. Seit dem Waffenstillstandsabkommen von 1953 leben sie auf beiden Seiten der innerkoreanischen Grenze. Durch das Abkommen wurde der Krieg zwischen den beiden koreanischen Staaten nicht beendet, formal dauert er nach wie vor an. Nordkorea hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Taktiken wie die Entführung und das Verschwindenlassen südkoreanischer oder anderer StaatsbürgerInnen angewendet. 2002 gab die Regierung zwar die Entführung von 13 japanischen StaatsbürgerInnen zu, doch liess sie nur fünf von ihnen nach Japan ausreisen.
Viele der in Nordkorea Festgehaltenen sind gut ausgebildet, dies gilt auch für Hwang Won. Nach Angaben einer Kontaktperson, die Geflüchtete aus Nordkorea unterstützt, soll er in den staatlichen Sendeanstalten Nordkoreas tätig gewesen sein. Ehemalige nach Nordkorea Entführte berichten, dass den dorthin Verschleppten nicht nur verweigert wird, das Land zu verlassen, sondern auch, sich innerhalb des Landes frei zu bewegen. Den meisten von ihnen droht Folter oder eine andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe. Sie werden stärker als andere staatlich überwacht.
Im Jahr 2000 veröffentlichte das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung eine Liste mit 516 Personen, die seit dem Waffenstillstand von 1953 im Zuge mutmasslicher Entführungen nach Nordkorea verschwunden sind. Im gleichen Jahr wurde ein Gesetz verabschiedet, das eine klare Unterscheidung zwischen „Vertriebenen“ und „Entführten“ vorsieht. Die Regierung setzt dieses allerdings nur zögerlich um. So stehen Hwang In-cheol und sein Vater zwar auf der Liste der Familien, die durch die innerkoreanische Grenze getrennt wurden. Sie gelten als „Vertriebene“ und dürfen somit am Auswahlverfahren für die kurzen Familienzusammenführungen teilnehmen, die von den beiden koreanischen Regierungen gemeinsam organisiert werden. Doch weder die nord- noch die südkoreanische Regierung haben viel dafür getan, um die Situation von Hwang Won seit seiner Entführung zu klären.
Die Familienzusammenführungen finden nur selten statt, sie sind stark von der politischen Lage abhängig. Von den mehr als 60.000 Familien, die dafür in Frage kämen, werden pro Treffen nur etwa 100 ausgewählt. Aus dem Flugzeug, mit dem auch Hwang Won entführt worden war, hat nur eine Frau ihre Familie wiedergesehen. Die Chance, dass sich Hwang In-cheol auf einem dieser arrangierten Treffen Gewissheit über den Verbleib seines Vaters verschaffen kann, ist somit äusserst gering.

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