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Startseite Urgent Actions 2019 01 Bill could grant amnesty for grave crimes
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Guatemala
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07.03.2019: News

During a second reading, Bill 5377 has been approved, there is only a third and last reading remaining before approving article by article:

https://www.prensalibre.com/guatemala/politica/reforma-a-la-ley-de-reconciliacion-pasa-la-segunda-lectura/

It’s very important that we continue our efforts and we encourage you to please take action online. See sample message below.

Bill 5377 threatens the rights of victims to achieve justice for atrocities experienced during the #Guatemala civil war. Don’t let grave crimes go unpunished! #NoAla5377 @AlvaroArzuE @CongresoGT

Please note that the right twitter handle for the Congress is @CongresoGT (and not @CongresoGuate).


19.02.2019 News

We were informed today that Congress rescheduled the discussion on bill 5377 for tomorrow Wednesday 20th February.

Last Wednesday 13th February, at the very last-minute, Members of Congress changed the agenda, removing from the agenda the discussion on bill 5377. We believe that the strong pressure from the international community, the media and social media contributed to this. However, we still need to continue to put pressure on Congress as the discussion was rescheduled for tomorrow Wednesday 20th February.

Bill 5377 threatens the rights to justice, truth and reparation for victims of the internal armed conflict (1960 -1996). It would grant an amnesty to the perpetrators of serious crimes committed during the internal armed conflict, such as torture, genocide or enforced disappearance. This could lead to the release of those found guilty within 24 hours of its approval and to the suspension of ongoing investigations into these crimes.

More details are available in the following press release:
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2019/02/guatemala-legislative-initiatives-seriously-threaten-human-rights/

Please continue to take action. You can send messages on social media to members of Congress:

ENGLISH
#Guatemala Bill 5377 would bring serious setbacks in the struggle for justice and human rights, @AlvaroArzuE @CongresoGT must guarantee access to justice for victims of the internal armed conflict. #NoALa5377
#Guatemala @AlvaroArzuE @CongresoGT must guarantee the rights of victims of human rights violations. #NoALa5377

SPANISH
#Guatemala La iniciativa de la ley 5377 traería serios retrocesos en la lucha por la justicia y los derechos humanos. @AlvaroArzuE @CongresoGT debe garantizar el acceso a la justicia para las víctimas del conflicto armado interno. #NoALa5377
#Guatemala @AlvaroArzuE @CongresoGT debe garantizar los derechos de las víctimas de violaciones de los derechos humanos #NoALa5377

Thank you very much for your support!

 

11.02.2019: News

Action is needed immediately as bill 5377 (aimed at extending an amnesty for grave human rights violations perpetrated during the internal armed conflict) is one step closer to be approved. The second discussion is scheduled for this Wednesday 13th February. The law could be then passed during the third and last discussion. If passed at least 30 persons sentenced by Guatemalan courts would be released within 24 hours, putting at risk thousands of victims, witnesses and lawyers and the proceeding against other dozens of alleged perpetrators would be permanently suspended. Please encourage your networks to take action.

Digital action is encouraged. Please tweet:


Bill 5377 threatens the rights of victims to achieve justice for atrocities experienced during the #Guatemala civil war. Don’t let grave crimes go unpunished! #NoAla5377 @AlvaroArzuE @CongresoGuate

Drohende Immunität für schwerste Verbrechen

AI-Index: AMR 34/9750/2019

Abgeordnete des guatemaltekischen Kongresses brachten einen Gesetzesvorschlag ein, mit dem die Strafverfolgung schwerster Verbrechen während des internen bewaffneten Konflikts (1960–1996) eingestellt würde. Bei einer Verabschiedung drohen die Aussetzung laufender Ermittlungen sowie die Freilassung bereits verurteilter Personen. Will der Kongress das Recht der Opfer auf Gerechtigkeit, Wahrheit und Wiedergutmachung respektieren, darf er diesen Gesetzentwurf nicht verabschieden. Der Entscheidungsprozess ist in vollem Gange.

Obwohl sich der Menschenrechtsausschuss des Kongresses dagegen ausgesprochen hatte, wird in Guatemala über einen umstrittenen Gesetzentwurf entschieden: Am 17. Januar nahm der Kongress in erster Lesung den Entwurf 5377 an, der eine Reform des Nationalen Versöhnungsgesetzes vorsieht. Bisher werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die während des internen bewaffneten Konflikts begangen wurden, geahndet. Das Nationale Versöhnungsgesetz schliesst solche Verbrechen von einer Amnestie aus. Die geplante Gesetzesänderung soll dies jedoch ändern: Er sieht auch für diejenigen eine Amnestie vor, denen Verbrechen wie Völkermord, Folter und Verschwindenlassen vorgeworfen werden. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würde dies die Aussetzung laufender Ermittlungen zu diesen Verbrechen und die unmittelbare Freilassung bereits verurteilter Personen bedeuten.

Das Gesetz stellt einen schweren Rückschlag für das Recht Tausender von Opfern im Land dar, Wahrheit und Gerechtigkeit für die Gräueltaten zu erlangen, die sie und ihre Familien während des Konflikts erlebt haben. Es verstösst auch gegen die internationale Verpflichtung Guatemalas, schwere Verbrechen zu untersuchen, strafrechtlich zu verfolgen und zu bestrafen.

Die guatemaltekischen Gerichte und der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte haben mehrfach entschieden, dass eine Amnestie für Verbrechen nach dem Völkerrecht nicht mit den Menschenrechtsverpflichtungen der Staaten vereinbar ist. Zahlreiche internationale Menschenrechtsgremien und -organisationen, darunter die Interamerikanische Menschenrechtskommission und die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, haben den Gesetzentwurf daher verurteilt.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Der Gesetzentwurf 5377 wurde von dreizehn Kongressangehörigen unterzeichnet und im November 2017 vom Kongressabgeordneten Fernando Linares Beltranena eingebracht. Er soll die Artikel 2, 4 und 8 des Nationalen Versöhnungsgesetzes aufheben und die Artikel 1, 5 und 11 ändern. Die Folge wäre eine allgemeine Amnestie für Straftaten, die im Zusammenhang mit den bewaffneten Auseinandersetzungen in Guatemala begangen wurden – somit würden auch schwere Verbrechen nach dem Völkerrecht nicht mehr geahndet werden.

Nach Angaben der Kommission für historische Aufklärung, die zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen während des internen bewaffneten Konflikts (1960-1996) eingerichtet wurde, wurden während der Auseinandersetzungen etwa 200.000 Menschen getötet oder Opfer des Verschwindenlassens. 93 % der begangenen Menschenrechtsverletzungen wurden staatlichen Kräften und verwandten paramilitärischen Gruppen und 3 % aufständischen Gruppen zugeschrieben.

Nach jahrzehntelanger Straflosigkeit wurden ab 2008 mindestens 30 ehemalige Militärangehörige, Militärbeauftragte und ehemalige Mitglieder paramilitärischer Zivilschutzpatrouillen unter dem Völkerrecht für Verbrechen wie Folter, Verschwindenlassen, aussergerichtliche Hinrichtungen, sexualisierte Gewalt und sexuelle Sklaverei verurteilt. Eine Verabschiedung des Gesetzentwurfs hätte die unmittelbare Freilassung aller bereits verurteilten Personen sowie die Aussetzung aller laufenden Ermittlungen zur Folge.

Die vorgeschlagene Reform wurde in erster Lesung bereits angenommen. Um rechtskräftig zu werden, muss der Gesetzentwurf zwei weitere Lesungen durchlaufen und Artikel für Artikel genehmigt werden. Die zweite Lesung könnte bereits in den nächsten Wochen anberaumt werden.

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