Benutzerspezifische Werkzeuge
Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2019 01 Homophobic crackdown in Chechnya resumes
UA 002/19
Russland
Abgeschlossen am 9. April 2019
Mitteilung schliessen

01.04.2019: Press release

We are sharing the press release issued today to mark the second anniversary of the publication of the Novaya Gazeta article exposing the homophobic crackdown in Chechnya in 2017. See here

The failure of the Russian authorities to seek justice and protect victims led to a new wave of attacks in December 2018.

 

26.02.2019: Extended appeals deadline

The appeals deadline has been extended to 9 April 2019.

We have now extended the appeals deadline for this UA issued on 15 January following the wave of homophobic attacks in Chechnya. The UA and calls remain relevant and we encourage you to continue supporting this case. Thank you.


15.01.2019: Press release

A press release has also been issued.

Erneut massive Verfolgung von Homosexuellen

AI-Index: 46/9686/2019

Die tschetschenischen Behörden sind erneut massiv gegen Menschen vorgegangen, die sie für homosexuell halten. Mindestens 40 Personen wurden willkürlich inhaftiert und gefoltert, zwei von ihnen sollen bereits an den Folgen gestorben sein.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Am 1. April 2017 hatte die unabhängige russische Zeitung Novaya Gazeta zum ersten Mal über die Verfolgung von mehr als 100 Männern berichtet, von denen angenommen wurde, dass sie homosexuell sind. Sie wurden in Tschetschenien im Rahmen einer koordinierten Kampagne der örtlichen Behörden entführt. Die Männer sollen gefoltert und in anderer Weise misshandelt und gezwungen worden sein, andere ihnen bekannte LGBTI preiszugeben. Novaya Gazeta gibt an, bestätigte Informationen über mindestens drei Männer zu haben, die von ihren EntführerInnen getötet wurden. Laut ihrer Quellen sei die Zahl der Ermordeten jedoch noch um einiges höher. BehördenvertreterInnen sowohl in Tschetschenien als auch in Moskau haben die Vorwürfe immer abgestritten. Auch das strafrechtliche Ermittlungsverfahren, das den von Maxim Lapunov erhobenen Vorwürfen hätte nachgehen sollen, wurde eingestellt. Maxim Lapunov ist das einzige Opfer, das offen über das Erlebte spricht.
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) setzte am 30. August 2018 den sogenannten «Wiener Mechanismus» der OSZE in Gang und forderte von der Russischen Föderation, LGBTI in der Teilrepublik Tschetschenien besser zu schützen. Die schweren Menschenrechtsverletzungen gegen tatsächliche oder vermeintliche LGBTI in Tschetschenien müssten wirksam untersucht und strafrechtlich verfolgt werden. Nachdem eine angemessene Antwort der Russischen Föderation ausblieb, setzten 16 OSZE-Mitgliedstaaten am 1. November 2018 den «Moskauer Mechanismus» in Gang und beauftragten den Grazer Völkerrechtler Wolfgang Benedek mit der Erstellung eines Berichts zur Menschenrechtssituation und Straflosigkeit in Tschetschenien. Dessen Bericht wurde am 20. Dezember 2018 veröffentlicht und steht online zur Verfügung. In ihm werden massive Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien bestätigt, darunter Schikane und Verfolgung, willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen, Folter, Verschwindenlassen und aussergerichtliche Hinrichtungen. Im Visier stehen insbesondere LGBTI, MenschenrechtsverteidigerInnen, AnwältInnen und VertreterInnen unabhängiger Medien und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Während laut dem Bericht die Verfolgung der LGBTI überwiegend Männer betraf, seien auch einige mutmassliche Lesben verschleppt worden, mehrere von ihnen sollen vergewaltigt und getötet worden sein. In andere Teile der Russischen Föderation geflohene Frauen seien zurück in die Region entführt worden, teilweise mit Unterstützung der Behörden. Im Bericht heisst es ausserdem, dass es in Tschetschenien derweil vor allem bei Frauen zu einer Art «Exorzismus» im Zentrum für Islamische Medizin in Grosny gekommen sei.
Ausserdem herrsche ein Klima von Straflosigkeit in der Region, das sich negativ auf jegliche Verantwortlichkeit für Menschenrechtsverletzungen auswirkt. Neben ausführlichen Forderungen an die tschetschenische Politik, die bereits mit der «Anerkennung der Existenz von Personen mit nicht-heterosexueller Orientierung» beginnen, wird die Russische Föderation in dem OSZE-Bericht erneut zum Handeln aufgefordert. Das Land solle die begangenen Verbrechen aufklären und «angesichts der überwältigenden Beweise» zur Verfolgung von LGBTI ein spezielles Ermittlungskomitee zur Durchführung einer wirksamen, unparteiischen und transparenten Untersuchung einrichten. Ausserdem sollten die Ermittlungen zu den an Maxim Lapunov begangenen Menschenrechtsverletzungen wieder aufgenommen werden. Acht Tage nachdem der Bericht veröffentlich wurde, begannen die tschetschenischen Behörden die aktuelle Verfolgungswelle gegen tatsächliche oder vermeintliche LGBTI.

12 Briefe verschickt  
My Urgent Actions
Fürs Mitzählen lassen Ihres Briefes und Update-Funktion zu nutzen müssen Sie sich
einloggen oder
anmelden
Downloads
UA 002/19 english (corrected)
Microsoft Word Document, 29.9 kB
UA 002/19 français (corrigé)
Microsoft Word Document, 28.9 kB
UA 002/19 deutsch (korrigiert)
Microsoft Word Document, 29.2 kB
Mehr zum Thema

Folter

Warum ist Folter immer falsch und nutzlos? Wie engagiert sich Amnesty für die Wahrung des absoluten Folterverbots? Mehr

Gays & Lesbians

Jeder Mensch hat die gleichen Rechte – doch trotzdem werden Homosexuelle in vielen Ländern bedroht, ins Gefängnis gesteckt oder gar zur Hinrichtung verurteilt. Mehr