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Startseite Urgent Actions 2019 01 Journalist arbitrarily detained incommunicado Detained journalist denied family visits
FI 001/19-2
Mosambik
Aktiv seit 5. Februar 2019 | Noch 30 Tage Laufzeit

Inhaftierter Journalist darf seine Familie nicht sehen

AI-Index: AFR 41/9792/2019

Der Journalist Amade Abubacar wurde am 24. Januar in das Mieze-Gefängnis im Bezirk Pemba verlegt. Er ist schon seit dem 5. Januar 2019 aufgrund konstruierter Vorwürfe inhaftiert. Seit der Verlegung verweigern ihm die Gefängnisbehörden Besuche seiner Familie, und er durfte nur einmal und in Anwesenheit des Gefängnisleiters von Mitgliedern der mosambikanischen Anwaltskammer und seinem Rechtsbeistand besucht werden. Bei diesem Treffen berichtete er seinen BesucherInnen, dass er in der Militärhaft misshandelt worden sei.

Amade Abubacar, Journalist des Lokalradios Nacedje im Norden von Mosambik, wurde am 24. Januar vom Bezirksgefängnis in Macomia in das Mieze-Gefängnis im Bezirk Pemba verlegt. Pemba ist die Hauptstadt der Provinz Cabo Delgado. Seit der Verlegung verweigern die Gefängnisbehörden Amade Abubacar Besuche seiner Familie. Die Einschränkungen des Rechts auf Zugang zu seinen Familienangehörigen kommen unmenschlicher Behandlung gleich.

Am 25. Januar wurde einigen VertreterInnen der mosambikanischen Anwaltskammer und dem Rechtsbeistand von Amade Abubacar ein Besuch unter Aufsicht im Mieze-Gefängnis gestattet. Der Leiter des Gefängnisses blieb während des Treffens im Raum. Amade Abubacar teilte den BesucherInnen mit, dass er nach seiner Festnahme am 5. Januar vom Militär misshandelt worden sei. Er berichtete, dass die Militärangehörigen ihn mehrmals geschüttelt hätten und er in Handschellen schlafen musste. Er berichtete darüberhinaus, dass er einige Tage lang kein Essen erhalten habe. Während des Treffens klagte er über Kopfschmerzen, Fieber und Schmerzen. Vor der Inhaftierung hatte Amade Abubacar keine gesundheitlichen Beschwerden, sein Gesundheitszustand hat sich erst nach der Festnahme verschlechtert.

Gegen Amade Abubacar wird wegen «öffentlicher Aufwiegelung mithilfe von elektronischen Medien» und «Verletzung von Staatsgeheimnissen» (Paragraf 322 und 323 des Strafgesetzbuchs) ermittelt. Er wurde festgenommen, als er Binnenvertriebene im Bezirk Macomia interviewte.

Amnesty International ist sehr besorgt über die Behandlung, die Amade Abubacar in Haft widerfährt.

Hintergrundinformationen

Amade Abubacar wurde festgenommen, als er Binnenvertriebene interviewte, die vor den zunehmenden gewalttätigen Angriffen im Norden von Cabo Delgado geflohen waren. Die Angriffe sollen von Mitgliedern der extremistischen Gruppe «Al-Shabaab» im Norden von Cabo Delgado ausgehen. Ohne Haftbefehl legte die Polizei ihm Handschellen an, beschlagnahmte sein Mobiltelefon und brachte ihn auf die Polizeiwache des Bezirks Macomia. Noch am selben Tag wurde Amade Abubacar vom Präsidium der Nationalpolizei des Bezirks Macomia in die Militärhaftanstalt in Mueda gebracht und dort zwölf Tage ohne Kontakt zur Aussenwelt festgehalten, ehe er einem Gericht vorgeführt wurde.

Am 18. Januar ordnete das Bezirksgericht in Macomia Untersuchungshaft im Polizeipräsidium des Bezirks Macomia an.

 

Empfohlene Aktionen

  • Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie den folgenden Modellbrief.
  • Bitte schreiben Sie vor dem 19. März 2019.
  • Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch.

 

Modellbrief

Sehr geehrter Herr Minister

Ich bin in Sorge um den Journalisten Amade Abubacar, der sich bereits seit dem 5. Januar in Haft befindet und nun ins Gefängnis Mieze im Bezirk Pemba verlegt wurde. Er soll in der Haft misshandelt worden sein.

Bitte stellen Sie sicher, dass Amade Abubacar umgehend und bedingungslos freigelassen wird, da er keine Straftat begangen hat.

Sorgen Sie bitte dafür, dass Amade Abubacar bis zu seiner Freilassung vor Folter und anderweitiger Misshandlung geschützt ist und dass seine Haftbedingungen, auch der Zugang zu Wasser, Nahrung und grundlegender Gesundheitsversorgung, den internationalen Standards entsprechen.

Bitte gewährleisten Sie, dass er umgehend Zugang zu seiner Familie erhält und regelmässige Besuche seiner Familie und seiner Rechtsbeistände gestattet werden.

Stellen Sie bitte sicher, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Medienfreiheit uneingeschränkt geachtet werden und dass JournalistInnen ihre Tätigkeit ohne Angst vor Angriffen, Einschüchterungen, Schikane und Zensur ausüben können.

Mit freundlichen Grüssen

Appelle an

Minister für Justiz-, Verfassungs- und Religionsangelegenheiten
Joaquím Veríssimo
Av. Julius Nyerere 33
Maputo
MOSAMBIK

E-Mail: mjcr@mjcr.gov.mz oder vilanchic@yahoo.com.br

Anrede: Honorable Minister / Sehr geehrter Herr Minister

 

 

Kopien an

Ambassade de la République du Mozambique
Rue J.-A. Gautier 13
1201 Genève

Fax: 022 901 17 84
E-mail: mission.mozambique@bluewin.ch

7 Briefe verschickt  
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