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UA 189/18
Äquatorialguinea
Aktiv seit 31. Oktober 2018 | Noch 22 Tage Laufzeit

Menschenrechtsverteidiger brutal angegriffen

AI-Index: AFR 24/9339/2018

Am 27. Oktober wurde der Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve von unbekannten bewaffneten Männern brutal überfallen. Nach dem Angriff liess man ihn in einer verlassenen Gegend am Rande von Bata zurück, der Hauptstadt der Provinz Litoral.

Der Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve ist in der äquatorialguineanischen Stadt Bata von unbekannten Männern brutal überfallen und schwer verletzt worden. Am 27. Oktober um etwa 20.00 Uhr Ortszeit stieg Alfredo Okenve mit seinem Bruder ins Auto, um ihr Haus im Stadtteil Newton zu verlassen. Sie waren gerade losgefahren, als ein Wagen auftauchte und die Strasse blockierte. Zwei bewaffnete Männer in Zivilkleidung stiegen aus und forderten Alfredo Okenve auf, ebenfalls auszusteigen. Die Männer sagten zu ihm: «Genau dich haben wir gesucht.» Alfredo Okenve bestand darauf sich auszuweisen, doch die Männer begannen ihn zu schlagen und schleppten ihn zu ihrem Fahrzeug. Dann fuhren sie mit ihm davon, während sein Bruder in dem anderen Wagen zurückblieb. Die Männer brachten Alfredo Okenve in ein Waldstück und schlugen beinahe zwei Stunden lang mit Stöcken und Gewehrkolben auf ihn ein. Sie nahmen ihm seine Geldbörse mit all seinen Papieren sowie sein Mobiltelefon und weitere persönliche Gegenstände ab, bevor sie ihn in Alep aussetzten, einer Gegend am Stadtrand von Bata. Trotz seiner schweren Verletzungen gelang es Alfredo Okenve, ein Stück zu Fuss zu gehen und Hilfe zu holen. Seine Familie brachte ihn ins Krankenhaus, um seine Verletzungen behandeln zu lassen, darunter auch eine Stichverletzung am linken Fuss. Aus Sorge um seine Sicherheit wollten seine Angehörigen ihn jedoch nicht im Krankenhaus lassen, sondern nahmen ihn nach der Erstversorgung mit nach Hause.

Alfredo Okenve ist ein in Äquatorialguinea bekannter Menschenrechtsverteidiger und Aktivist, der seit mehreren Jahren auf nationaler und internationaler Ebene Menschenrechtsverletzungen und Korruption in Äquatorialguinea anprangert. Er ist einer der Direktoren der NGO Center for Development Studies and Initiatives (CEID), die sich für Menschenrechte und Entwicklung einsetzt.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In Äquatorialguinea werden MenschenrechtsverteidigerInnen und AktivistInnen regelmässig schikaniert und eingeschüchtert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch an ihrer Arbeit gehindert und zum Schweigen gebracht werden.

Die Rechte auf freie Meinungsäusserung, friedliche Versammlung und Vereinigungsfreiheit werden über Gebühr eingeschränkt, unter anderem dadurch, dass die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen unterbunden wird und Personen, die lediglich ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen, unrechtmässig festgenommen und inhaftiert werden.

MenschenrechtsverteidigerInnen und AktivistInnen werden besonders häufig Opfer von Menschenrechtsverletzungen wie Misshandlung und willkürlicher Inhaftierung. Dies deutet auf ein Schema der Unterdrückung von MenschenrechtsverteidigerInnen und AktivistInnen durch die Behörden des Landes hin.

Alfredo Okenve war bereits am 17. April 2017 gemeinsam mit seinem Kollegen Enrique Asumu in der Hauptstadt Malabo festgenommen worden. Die beiden Männer hatten sich gegen die Entscheidung der Behörden gewehrt, Enrique Asumu tags zuvor den Einstieg in ein Flugzeug nach Bata zu untersagen. Enrique Asumu wurde acht Tage später aus gesundheitlichen Gründen freigelassen, nachdem er eine Geldstrafe von 2 Mio. CFA-Franc (etwa 3.000 Euro) bezahlt hatte. Alfredo Okenve wurde mit derselben Geldstrafe belegt und nach deren Bezahlung am 4. Mai 2017 aus der Haft entlassen.

 

Empfohlene Aktionen

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Führen Sie bitte umgehend eine unabhängige und gründliche Untersuchung des Angriffs auf Alfredo Okenve durch und stellen Sie die Verantwortlichen unverzüglich vor Gericht.
  • Ergreifen Sie bitte alle Massnahmen, die nötig sind, um Alfredo Okenve und seine KollegInnen des Center for Development Studies and Initiatives (CEID) vor weiteren Angriffen oder Drohungen zu schützen.
  • Ich möchte Sie ausserdem bitten sicherzustellen, dass MenschenrechtlerInnen und AktivistInnen ihrer legitimen Arbeit ohne Angst vor Bestrafung, Vergeltungsmassnahmen oder Einschüchterungen nachgehen können.

 

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch, Spanisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 12. Dezember 2018 keine Appelle mehr zu verschicken.

 

Appelle an


PRÄSIDENT
Mr. Teodoro Obiang Nguema Mbasogo
Palacio Presidencial
Avenida de la Libertad
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

AUSSENMINISTER
Mr. Simeón Oyono Esono Angue
Ministro de Asuntos Exteriores y Cooperación Internacional
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA
(Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)




Kopien an


Ambassade de la République de Guinée Equatoriale
Chemin de la Voie-Creuse 3C
2ème étage, no 22
1202 Genève
Fax: 022 734 39 60
E-mail: mision.guineacuatorial_gva@yahoo.com

9 Briefe verschickt  
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