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Startseite Urgent Actions 2018 10 Mother and son separated by border authorities
UA 185/18
USA
Abgeschlossen am 27. März 2019
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18.2.2019: UA extended

This UA is being extended until 27 March 2019 in an effort to secure Valquiria’s release before the one-year anniversary of her detention and subsequent separation from her son on 17 March 2018.

Grenzbehörden trennen Mutter und Sohn

AI-Index: AMR 51/9284/2018

Im März flohen Valquiria* und ihr sieben Jahre alter Sohn Abel* aus Brasilien und beantragten Asyl in den USA, da sie in Brasilien Morddrohungen von DrogenhändlerInnen erhalten hatten. Die US-Grenzbehörden trennten die beiden und halten Valquiria seit ihrer Ankunft in Haft. Das Trauma, das sie und ihr Kind erleben, könnte der Folter gleichkommen. Die US-Einwanderungsbehörden sollten Valquiria sofort bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag freilassen.

Im März flohen die 39-jährige Valquiria und ihr sieben Jahre alter Sohn aus Brasilien und baten an der Grenze US-amerikanisch-mexikanischen Grenze in El Paso, Texas, um Schutz. Valquiria sagte aus, dass sie wiederholt Morddrohungen von DrogenhändlerInnen erhalten habe, die gedroht hätten, sie und ihren Sohn zu finden und zu töten, wohin auch immer sie in Brasilien flüchten würden. Am 17. März, nach einer gemeinsam in Haft verbrachten Nacht, trennten die US-Behörden Mutter und Kind ohne Angabe von Gründen und brachten Valquiria in die Hafteinrichtung «El Paso Processing Center».

Am 27. März kam ein/e US-AsylbeamtIn zu dem Schluss, dass Valquirias Geschichte glaubhaft sei und entschied für die Zulassung des Asylantrags, da Valquiria Grund habe zu fürchten, dass sie und ihr Sohn bei einer Rückkehr nach Brasilien getötet werden könnten. Eine Erklärung darüber, warum Valquiria von ihrem Sohn getrennt wurde, erhielt sie nicht, obwohl sie die Ausweispapiere von beiden bei sich hatte und die beiden in der Akte des Asylantrags als eine Familie anerkannt sind. Am 10. Mai und 26. Oktober sprach Amnesty International mit der inhaftierten Valquiria. Dabei kamen ihr wiederholt die Tränen, als sie berichtete, wie die US-Behörden sie von Abel getrennt hatten. Valquiria berichtete Amnesty International sehr verzweifelt, wie sehr die Trennung von ihrem Sohn ihren Lebenswillen geschwächt habe. Der Asylantrag von Valquiria wurde am 10. September, zwischen dem ersten und zweiten Besuch, abgelehnt und sie legte daraufhin – immer noch in Haft und getrennt von Abel – Widerspruch gegen den Bescheid ein. Abel ist nun bei seinem Vater, der sich ebenfalls in den USA aufhält, da er dort einen eigenen Asylantrag eingereicht hat. Im Gegensatz zu Valquiria ist er nicht inhaftiert. Sieben Monate nach der Trennung wartet Abel immer noch darauf, dass seine Mutter nach Hause kommt und kann nicht verstehen, dass sie nicht kommt. Er wünscht sich sehr, seine Mutter vor seinem achten Geburtstag am 24. November wiederzusehen.

Das Recht von Asylsuchenden auf persönliche Freiheit sollte in vollem Umfang gewahrt werden. Haft und andere Massnahmen, wie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, sollten nur dann ergriffen werden, wenn unbedingt erforderlich und immer in angemessener Weise und es sollte über jeden Fall individuell entschieden werden.


*
Valquiria, US-Einwanderungsakte ###-###-418 und ihr Sohn Abel (die Familiennamen sind Amnesty bekannt)

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

2017 und 2018 erhielt Valquiria wiederholt Morddrohungen von DrogenhändlerInnen, die sie ihren Angaben zufolge angezeigt hatte, weil sie jeden Tag vor ihrem Haus und unter Tatbeteiligung der brasilianischen Polizei Drogen verkauft hätten. Die DrogenhändlerInnen drohten Valquiria, sie und ihren Sohn zu töten, wohin auch immer sie in Brasilien flüchten würden. Sie sagten darüberhinaus, dass sie dies «gnadenlos» tun würden, wenn sie versuchen würde, Unterstützung der Polizei in anderen Teilen Brasiliens zu erhalten.
Die Situation von Valquiria und ihrem Sohn Abel wurde in dem englischsprachigen Amnesty-Bericht «You Don’t Have Any Rights Here: Illegal Pushbacks, Arbitrary Detention, and Ill-treatment of Asylum-Seekers in the United States aufgegriffen. Der Bericht arbeitet heraus, dass die rechtswidrige Praxis der Familientrennung der US-amerikanischen Behörden der Folter gleichkommen kann, und dies auch bei anderen Familien der Fall sein könnte, mit denen Amnesty International gesprochen hat. Die meisten dieser Familien sind inzwischen jedoch wieder vereint. In dem Bericht wird zudem dokumentiert, dass die US-Regierung Massnahmen umsetzt, die Asylsuchenden einen Grenzübertritt unmöglich machen und dies einen Push-Back bedeutet, der die Menschen – dazu zählen auch Karawanen von MigrantInnen, die Sicherheit in den USA suchen – Gefahren aussetzt. Wenn die US-Grenzbehörden Asylsuchende in Empfang nehmen, drohen diese Abschiebehaft, das Auseinanderreissen von Familien sowie anderweitige Misshandlungen. Diese Massnahmen sind untragbar, da sie Asylsuchende dafür bestrafen, Schutz in den USA zu suchen. Den vollständigen englischsprachigen Bericht finden Sie hier: https://www.amnesty.org/download/Documents/AMR5191012018ENGLISH.PDF

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