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Startseite Urgent Actions 2018 06 Three youth imprisoned after unfair trial
UA 115/18
Angola
Abgeschlossen am 26. Juli 2018

Schüler nach unfairem Prozess in Haft

AI-Index: AFR 12/8534/2018

Afonso S. Muatchipuculo und die Schüler António J. Fernando und Justino H. Valente sind vom Provinzgericht in der angolanischen Stadt Malange am 9. April zu sieben Monaten Haft verurteilt worden. Mit dem Urteil endet ein unfaires Gerichtsverfahrens gegen die Jugendlichen. Die drei jungen Männer waren am 4. April festgenommen und beschuldigt worden, in Malange Steine auf den Fahrzeugkonvoi des Vizepräsidenten geworfen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch keiner von ihnen am Tatort anwesend.

António J. Fernando und Justino H. Valente, Schüler der 9. bzw. 12. Klassenstufe, waren von ihrer Schule ausgewählt worden, den Vizepräsidenten am 4. April im Stadtstadion von Malange «Palanca Negra Gigante» zu empfangen. Weil die beiden jedoch zu spät kamen, wurde ihnen der Zutritt zur Arena verwehrt. Daraufhin entschieden sie sich zu gehen.

Bei der Ankunft im Stadion traf der Vizepräsident auf über 100 Demonstrierende, die die Absetzung des Gouverneurs der Provinz Malange forderten. Einige Demonstrierende sollen mit Steinen auf den Fahrzeugkonvoi des Vizepräsidenten geworfen haben.

Etwa eine Stunde nach den Ereignissen befanden sich António J. Fernando und Justino H. Valente gemeinsam mit Afonso S. Muatchipuculo auf dem Nachhauseweg. Alle drei wurden daraufhin auf einem Markt rund vier Kilometer vom Stadion entfernt festgenommen. Laut Aussage des Polizeichefs sollen die jungen Männer zu der Gruppe Protestierender gehört haben, die beschuldigt wird, mit Steinen auf den Fahrzeugkonvoi des Vizepräsidenten geworfen zu haben. Er gab an, sie an der Farbe ihrer T-Shirts erkannt zu haben. Obwohl sich die Drei zum Zeitpunkt der Proteste nicht am Stadion aufgehalten hatten, wurden ihre T-Shirts von den PolizeibeamtInnen im Gericht als Beweismittel vorgebracht. Alle drei jungen Männer wurden vor Gericht gestellt und am 9. April ohne Rechtsbeistand zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Ausserdem bemühte sich die Staatsanwaltschaft nicht darum, Zeugenaussagen als Beweismittel vorzulegen. Den Angeklagten wurde keine Möglichkeit gegeben, die Beweismittel gegen sie anzufechten, dem Polizeichef Fragen zu stellen oder ZeugInnen aufzurufen. Derzeit leisten die drei jungen Männer ihre Haftstrafe in einem ca. 50 Kilometer von der Stadt Malange entfernten Gefängnis ab. Ihre Familien haben es deshalb schwer, sie dort zu besuchen.

Der Prozess und die Inhaftierung von Afonso S. Muatchipuculo, António J. Fernando und Justino H. Valente entsprechen nicht den internationalen Standards für faire Verfahren. Sie stellen einen klaren Verstoss gegen angolanisches Recht und das Völkerrecht dar.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Rechte auf freie Meinungsäusserung, friedliche Versammlung und Vereinigungsfreiheit werden in Angola routinemässig unterdrückt. Strafrechtliche Verfolgung wird häufig dazu genutzt, um Protestierende, KritikerInnen und die Medien zum Schweigen zu bringen. In den vergangenen zehn Jahren sind zahlreiche friedliche Demonstrierende getötet oder verletzt worden. Viele Protestierende wurden Opfer des Verschwindenlassens oder wurden in unfairen Verfahren vor Gericht gestellt und inhaftiert.

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