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Startseite Urgent Actions 2017 11 Call for a moratorium on executions in Nevada Nevada execution delayed but still pursued
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USA (Nevada)
Aktiv seit 13. November 2017 | Noch 31 Tage Laufzeit

Hinrichtung droht weiterhin

AI-Index: AMR 51/7452/2017

Im US-Bundesstaat Nevada sollte am 14. November die erste Hinrichtung seit elf Jahren vollstreckt werden. Nun setzte eine Richterin die geplante Hinrichtung wegen einer Auseinandersetzung um die Zusammensetzung der tödlichen Injektion aus. Zuvor hatte sie die Rücknahme eines der drei Arzneimittel angeordnet, die in dem neuen Giftcocktail zum Einsatz kommen sollten. Der Bundesstaat forderte nun den Hinrichtungsaufschub, um Rechtsmittel gegen diese Entscheidung einlegen zu können.

Am Abend des 14. November sollte die erste Hinrichtung in Nevada seit dem 26. April 2006 vollstreckt werden. Seit der Bestätigung neuer Gesetze zur Wiederaufnahme von Hinrichtungen durch den Obersten Gerichtshof der USA 1976 wurden in Nevada zwölf Todesurteile vollstreckt. In elf von diesen zwölf Fällen wurden Häftlinge hingerichtet, die auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtet hatten – so auch in diesem Fall. Im August 2017, einen Monat nachdem eine Richterin den Hinrichtungsbefehl unterzeichnet hatte, gab die Gefängnisbehörde NDOC die geplante Zusammensetzung der tödlichen Injektion für die Hinrichtung bekannt: Sie sollte aus dem Beruhigungsmittel Diazepam, dem Opioid Fentanyl und dem Muskelrelaxans Cisatracurium bestehen. Keines dieser drei Arzneimittel wurde bisher bei einer Hinrichtung in den USA eingesetzt.

Am 9. November gab dieselbe Richterin einem Antrag der NDOC auf einen Hinrichtungsaufschub statt. Obwohl sie zuvor gesagt hatte, dass sie den Ablauf «nur widerwillig» unterbreche, hatte sie die NDOC angewiesen, dass die Substanz Cisatracurium nicht mehr im Hinrichtungsprotokoll aufgeführt wird. Grund dafür waren medizinische Nachweise, dass das Muskelrelaxans Atemnot und Ersticken verursachen kann, während die Symptome dafür, dass der oder die betroffene Gefangene bei Bewusstsein sei und leide, unterdrückt wären. Die Richterin plädierte dafür, die Hinrichtung mit den zwei verbleibenden Substanzen durchzuführen. Der Bundesstaat hingegen forderte einen Hinrichtungsaufschub, um gegen ihre Entscheidung Rechtsmittel einlegen zu können. Bei der Bekanntgabe des Aufschubs sagte die NDOC, dass sie «für die Integrität des Protokolls» stünde. Die Gefängnisbehörde betonte dabei, dass das Hinrichtungsprotokoll – welches drei Komponenten für die tödliche Giftspritze vorsieht – in Abstimmung mit dem Obersten Gesundheitsbeamten des Bundesstaats entwickelt worden sei. Dieser ist in der Zwischenzeit zurückgetreten. Ausserdem sagte die NDOC, dass sie ein «beschleunigtes» Rechtsmittel beim Obersten Gericht von Nevada einlegen werde. Die Richterin gab am 9. November bekannt, dass die Entscheidung darüber, ob die Verwendung von Cisatracurium zulässig sei oder nicht, bei diesem Gericht läge.

Seit der letzten Vollstreckung einer Hinrichtung in Nevada haben 22 Länder die Todesstrafe entweder insgesamt oder für gewöhnliche Verbrechen abgeschafft. Bis heute haben 142 Länder die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. Auch sechs US-Bundesstaaten haben die Todesstrafe seitdem abgeschafft. Die Gouverneure von drei weiteren US-Bundesstaaten verabschiedeten Hinrichtungsmoratorien. Als ersten Schritt auf dem Weg zur gesetzlichen Abschaffung der Todesstrafe sollte auch Nevada umgehend ein Hinrichtungsmoratorium verabschieden. Dies würde sowohl mit internationalen Menschenrechtsprinzipien als auch mit mehreren Resolutionen im Einklang stehen, die in den vergangenen zehn Jahren von der UN-Generalversammlung verabschiedet wurden und die – in Erwartung der Abschaffung der Todesstrafe – ein Hinrichtungsmoratorium fordern.

Hintergrundinformationen (Auf Englisch)

Since Nevada last conducted an execution, concerns about the costs, risks, inconsistencies and inequities of capital justice in the USA have deepened. In 2008, the then most senior Justice on the US Supreme Court argued that “the time for a dispassionate, impartial comparison of the enormous costs that death penalty litigation imposes on society with the benefits that it produces has surely arrived”. He said that his 30 years on the Court had led him to conclude “that the imposition of the death penalty represents the pointless and needless extinction of life”. In 2015, two more Justices argued that it was time for the Court to consider the constitutionality of the death penalty because of the evidence of errors and arbitrariness in its application and its declining use in the USA and beyond.  
In an increasingly abolitionist world, Nevada and other US states have had difficulties sourcing drugs for their lethal injection regimes. In September 2016 Nevada issued an “Invitation to Bid for Pharmaceutical Drugs Used for Lethal Injections” in an attempt to procure hydromorphone and midazolam for the state’s two-drug protocol. However, the state received no bids. On 17 August 2017, the Nevada Department of Corrections (NDOC) announced it would be using a combination of diazepam (a sedative), fentanyl (an opioid) and cisatracurium (a muscle relaxant) for the execution that is now scheduled for 14 November.  None of these three drugs has previously been used in an execution in the USA; as such Nevada can be said to be engaging in what four US Supreme Court Justices described in 2015 as “in effect human experimentation” in the ongoing efforts of death penalty states to overcome their challenges in acquiring lethal injection drugs. The three-drug combination was chosen by the NDOC Director, after consultation with the Chief Medical Officer. On 30 October 2017, the Chief Medical Officer resigned with immediate effect after little more than a year in the job. He has said his resignation was unrelated to the execution issue.
Twenty-two people were sentenced to death in Nevada between 2002 and 2016. From 1986 to 2000, there were exactly four times this many death sentences passed in Nevada – 88. This reflects a broader pattern of declining use of the death penalty in the USA in the past decade or so, a decline in use that all officials should seize upon to lead the USA away from this punishment altogether.
The death penalty is the ultimate cruel, inhuman and degrading punishment. It has not been shown to have a special deterrent effect. It tends to be applied discriminatorily on grounds of race and class. It denies the possibility of rehabilitation. It can prolong the suffering of the murder victim’s family, and extend that suffering to the loved ones of the condemned prisoner. It diverts resources that could be better used to work against violent crime and assist those affected by it.
For further background on Nevada’s death penalty and the phenomenon of prisoners waiving their appeals against their death sentences see USA: Intent to kill, intent to die (https://www.amnesty.org/en/documents/amr51/7392/2017/en/). Guatemala has abolished the death penalty for ordinary crimes since this was published, bringing to 22 the number of countries that have abolished the death penalty for all or ordinary crimes since Nevada’s last execution. See Abolitionist and Retentionist Countries as of 8 November 2017 (https://www.amnesty.org/en/documents/act50/6665/2017/en/), and on the Guatemala situation, see https://www.amnesty.org/en/documents/act50/7412/2017/en/.
Amnesty International opposes the death penalty unconditionally. There have been 1,465 executions in the USA since the US Supreme Court upheld new capital statutes in 1976. There have been 23 executions in the USA this year.

 

Empfohlene Aktionen

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich wende mich in allen Fällen, weltweit und ausnahmslos gegen die Todesstrafe und fordere Sie höflich auf, in Nevada ein Hinrichtungsmoratorium zu erlassen. Bitte arbeiten Sie mit den gesetzgebenden Kräften zusammen, um die Todesstrafe abzuschaffen.
  • Ich weise Sie darauf hin, dass seit der letzten Vollstreckung einer Hinrichtung in Nevada sechs US-Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft haben, andere haben ein Hinrichtungsmoratorium verabschiedet und weitere 22 Länder haben die Todesstrafe entweder insgesamt oder für gewöhnliche Verbrechen abgeschafft. 142 Länder haben die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.
  • Ausserdem möchte ich Sie auf mehrere Resolutionen aufmerksam machen, die in den letzten zehn Jahren von der UN-Generalversammlung verabschiedet wurden und die – in Erwartung der Abschaffung der Todesstrafe – ein Hinrichtungsmoratorium fordern.

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, damit Sie noch vor dem 25. Dezember 2017 eintreffen Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

 

Appelle an


GOUVERNEUR VON NEVADA
Governor Brian Sandoval
State Capitol Building
101 N. Carson Street, Carson City
NV 89701,
USA
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (001) 775 684 5683

JUSTIZMINISTER
Attorney General Adam Paul Laxalt
Office of the Attorney General
100 North Carson Street
Carson City, NV 89701,
USA
Fax: (001) 775-684 1108
E-Mail: aginfo@ag.nv.gov
(Anrede: Dear Attorney General / Sehr geehrter Herr Justizminister)

BEGNADIGUNGSKOMMISSION VON NEVADA
Nevada Board of Pardons Commissioners
1677 Old Hot Springs Road, Suite A
Carson City, NV 89706
USA
E-Mail: info@parole.nv.gov
(Anrede: Dear Commissioners / Sehr geehrte Kommissionsmitglieder)



Kopien an


Ambassade des Etats-Unis d'Amérique,
Sulgeneckstrasse 19,
Case postale,
3007 Berne.
Fax : 031 357 73 20
E-mail: BernPA@state.gov

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