Benutzerspezifische Werkzeuge
Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2017 09 Detained cartoonist facing trumped up charges Detained cartoonist must be freed immediately
FI 219/17-3
Äquatorialguinea
Aktiv seit 12. Februar 2018 | Noch 28 Tage Laufzeit
Mitteilung schliessen

23.2.2018: Latest News

We just got confirmation that Ramon’s trial begins on Tuesday, 27 February 2018. Therefore, we encourage you to intensify your actions.

The calls in the urgent action issued on 12 February 2018 remain the same.

Karikaturist muss umgehend freigelassen werden

AI-Index: AFR 24/7867/2018

Der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé ist seit fast fünf Monaten in Untersuchungshaft und wartet auf den Termin für sein Gerichtsverfahren. Er wird der Geldfälschung beschuldigt, streitet diesen Vorwurf jedoch ab.

Am 16. Februar wird sich der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé aus Äquatorialguinea bereits seit fünf Monaten in Untersuchungshaft befinden. Er war am 16. September 2017 in der Hauptstadt Malabo in Haft genommen und dann zu Karikaturen befragt worden, mit denen er den Präsidenten Teodoro Obiang und die äquatorialguineische Regierung kritisiert hatte und die im Internet veröffentlicht worden waren. Am 7. Dezember 2017 wurde er schliesslich darüber informiert, dass gegen ihn offiziell Klage wegen Geldfälschung erhoben worden war. Zu diesem Zeitpunkt sass er bereits drei Monate ohne Anklage in Untersuchungshaft. Ramón Esono Ebalé streitet den Vorwurf der Geldfälschung ab und besteht auf seiner Unschuld. Aktuell befindet sich Ramón Esono Ebalé im Gefängnis Black Beach in Malabo in Untersuchungshaft. Das Gericht hat bislang noch keinen Termin für seine Gerichtsverhandlung festgesetzt.

Am 31. Januar schrieb der Sonderberichterstatter über Meinungsfreiheit und Informationszugang in Afrika, Lawrence Mute, an den Präsidenten der Republik Äquatorialguinea. In seinem Brief äusserte er Bedenken an den Anschuldigungen gegen Ramón Esono Ebalé, die zu seiner Festnahme und andauernden Untersuchungshaft geführt hatten. Er bat um eine Erläuterung zu den Vorwürfen und wies darauf hin, dass diese eine Verletzung der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker darstellen könnten.

Trotz der sehr schlechten Haftbedingungen im Gefängnis Black Beach in Malabo ist Ramón Esono Ebalé frohen Mutes. Er teilte die folgende Nachricht: «Ich möchte mich bei allen bedanken, die weiterhin kämpfen und hoffen, dass ich aus meiner aktuellen Lage befreit werde, die ich nicht verschuldet habe. Ich habe die Hoffnung, dass ich doch noch mein neues Stück #218 Empire wie geplant in Wien vorstellen kann. Und ich hoffe, damit den Traum unserer Nation zu erfüllen, mit anderen Ländern auf einem Niveau zu sein. Ich möchte dazu beitragen, mit dem einzigen, worin ich wirklich gut bin: das ZEICHNEN. Ich werde nicht aufgeben. Als ich geboren wurde, lag mir nicht die Welt zu Füssen. Als ich geboren wurde, machte ich nur meine Mutter glücklich. Und heute lebe ich, um für die Leute meines Landes zu zeichnen. Danke. »

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Am 16. September wurde in der äquatorialguineischen Hauptstadt Malabo der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé in Haft genommen. Der 40-Jährige und zwei spanische Staatsangehörige wurden von Angehörigen der Staatssicherheit festgenommen, als sie um etwa 19.00 Uhr gemeinsam ein Restaurant verliessen. Die BeamtInnen legten ihnen Handschellen an, beschlagnahmten ihre Mobiltelefone und brachten sie zum „Abteilung für Terrorismus und gefährdende Aktivitäten“ auf der zentralen Polizeiwache. Dort wurden die Festgenommenen von mehr als einem Dutzend Sicherheitskräfte verhört. Den beiden spanischen Staatsangehörigen wurden Fragen zu dem Grund ihres Aufenthalts in Äquatorialguinea und ihrer Beziehung zu Ramón Esono Ebalé gestellt, bevor man sie wieder freiliess. Ramón Esono Ebalé verblieb jedoch auf der Polizeistation und wurde zu Karikaturen befragt, mit denen er den Präsidenten Teodoro Obiang und die äquatorialguineische Regierung kritisierte. Die BeamtInnen warnten Ramón Esono Ebalé, dass ihm aufgrund seiner im Internet geteilten Karikaturen des Präsidenten Diffamierung vorgeworfen werden könne.

Ramón Esono Ebalé lebt bereits seit einigen Jahren im Ausland. Er war am 29. August vorübergehend nach Äquatorialguinea zurückgekehrt, um seinen Reisepass erneuern zu lassen. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme wartete er dort auf seinen neuen Reisepass. Am 7. Dezember 2017 war Ramón unerwartet vor Gericht gestellt worden. Das Gericht legte Ramón eine Anklageschrift („Auto de Procesamiento“) vor, welche auf den 27. November 2017 datiert war und in der man ihm Geldfälschung vorwarf.

In Äquatorialguinea werden MenschenrechtsverteidigerInnen und AktivistInnen regelmässig schikaniert, eingeschüchtert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden. Am 2. Februar 2018 äusserte die für die Menschenrechtssituation in der Republik Äquatorialguinea zuständige EU Sprecherin ernsthafte Besorgnis über die fortdauernden Freiheitsbeschränkungen und Festnahmen in dem Land. Der Europäischen Union zufolge bestätigen diese Einschränkungen die gravierende Verschlechterung der Menschenrechtslage in Äquatorialguinea. Die EU erinnerte ausserdem daran, dass dem Staat als Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen die Pflicht obliegt, alle nötigen Schritte zu ergreifen, um seinen internationalen Verpflichtungen hinsichtlich Menschenrechten und grundlegenden Freiheiten nachzukommen.

 

Empfohlene Aktionen

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Lassen Sie Ramón Esono Ebalé bitte umgehend und bedingungslos frei, da er offenbar ausschliesslich aufgrund seiner friedlichen politischen Aktivitäten inhaftiert ist.
  • Bitte sorgen Sie dafür, dass das Strafrechtsystem nicht missbraucht wird, um MenschenrechtsverteidigerInnen zu schikanieren oder ins Visier zu nehmen.
  • Bitte gewährleisten Sie, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung in Äquatorialguinea respektiert und geschützt wird.
  • Ich möchte Sie ausserdem bitten, sicherzustellen, dass MenschenrechtlerInnen und AktivistInnen ihre legitime Arbeit ohne Angst vor Strafen, Vergeltungsmassnahmen oder Einschüchterungen ausüben können.

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch, Spanisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. März 2018 keine Appelle mehr zu verschicken.

 

Appelle an


PRÄSIDENT
Mr. Teodoro Obiang Nguema Mbasogo
Palacio Presidencial
Avenida de la Libertad
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA
(Anrede: His Excellency / Exzellenz)

AUSSENMINISTER
Mr. Simeón Oyono Esono Angue
Ministro de Asuntos Exteriores y Cooperación Internacional
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA
(Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)



Kopien an


LEITER DES GEFÄNGNISSES BLACK BEACH
Director of the Black Beach Prison
Calle de Kenia
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA

Ambassade de la République de Guinée Equatoriale
Chemin de la Voie-Creuse 3C
2ème étage, no 22
1202 Genève
Fax: 022 734 39 60
E-mail: mision.guineacuatorial_gva@yahoo.com

7 Briefe verschickt  
My Urgent Actions
Fürs Mitzählen lassen Ihres Briefes und Update-Funktion zu nutzen müssen Sie sich
einloggen oder
anmelden
Downloads
UA 219/17-3 english
Microsoft Word Document, 28.6 kB
UA 219/17-3 français
Microsoft Word Document, 28.4 kB
UA 219/17-3 deutsch
Microsoft Word Document, 28.8 kB
UA 219/17-3 espagnol
Microsoft Word Document, 98.6 kB
Aktionsabfolge
Mehr zum Thema

Menschenrechtsverteidiger

Grundlegende Infos über die Menschenrechte und die verschiedenen internationalen Abkommen. Mehr