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Startseite Urgent Actions 2017 09 Detained cartoonist facing trumped up charges
UA 219/17
Äquatorialguinea
Abgeschlossen am 3. November 2017
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Cartoonist and activist detained in #EquatorialGuinea. Jail is the price to pay for critizing #Obiang. #FreeRamonNse

Being critical of the government in #EquatorialGuinea is a risk. Cartoonist and activist detained #FreeRamonNse

Ramon Nse Esono, cartoonist and activist, detained in #EquatorialGuinea. A sign that there is no freedom of expression in the country.

Cartoonist and activist #FreeRamonNse should be released immediately by #EquatorialGuinea

Cartoonist and activist critical of #EquatorialGuinea government detained. No room for freedom of expression in the country.

Detained for drawing? Demand #EquatorialGuinea releases cartoonist and activist #FreeRamonNse immediately

Karikaturist in Haft

AI-Index: AFR 24/7135/2017

In Äquatorialguinea wurde ein Karikaturist und Aktivist wegen seiner Kritik an der Regierung festgenommen und inhaftiert. Ramón Esono Ebalé befindet sich derzeit im Gefängnis „Black Beach“ in der Hauptstadt Malabo. Es ist bisher keine Anklage gegen ihn erhoben worden.

Am 16. September wurde in der äquatorialguineischen Hauptstadt Malabo der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé in Haft genommen. Der 39-Jährige und zwei spanische Staatsangehörige wurden von Angehörigen der Staatssicherheit festgenommen, als sie um etwa 19.00 Uhr gemeinsam ein Restaurant verliessen. Die BeamtInnen legten ihnen Handschellen an, beschlagnahmten ihre Mobiltelefone und brachten sie zum „Büro gegen Terrorismus und gefährliche Aktivitäten“ auf der zentralen Polizeiwache. Dort wurden die Festgenommenen von mehr als einem Dutzend Sicherheitskräfte verhört. Den beiden spanischen Staatsangehörigen wurden Fragen zu dem Grund ihres Aufenthalts in Äquatorialguinea und ihrer Beziehung zu Ramón Esono Ebalé gestellt, bevor man sie wieder freiliess. Ramón Esono Ebalé verblieb jedoch auf der Polizeistation und wurde zu Karikaturen befragt, mit denen er den Präsidenten Teodoro Obiang und die äquatorialguineische Regierung kritisierte. Die BeamtInnen warnten Ramón Esono Ebalé, dass ihm aufgrund seiner Karikaturen des Präsidenten, die er im Internet geteilt hatte, Verleumdung vorgeworfen werden könne.

Am 19. September berichteten nationale Fernsehsender, dass Ramón Esono Ebalé vorgeworfen werde, eine Organisation zu leiten, die Geldwäsche und Geldfälschung betreibe. Der Karikaturist musste zwar am 20. September vor Gericht erscheinen, es wurde jedoch noch keine Anklage gegen ihn erhoben. KollegInnen, FreundInnen und Familienangehörige von Ramón Esono Ebalé sind der Ansicht, dass seine Inhaftierung sowie die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eine Strategie der Regierung sind, um seine Arbeit zu diskreditieren. Nach der Anhörung wurde Ramón Esono Ebalé ins Gefängnis „Black-Beach“ in der Hauptstadt Malabo verlegt, wo er sich derzeit in Haft befindet.

Ramón Esono Ebalé ist ein Karikaturist und Aktivist, der sich in seiner Arbeit kritisch mit der Menschenrechtslage in Äquatorialguinea auseinandersetzt. 2014 brachte er ein Buch namens La pesadilla de Obiang („Obiangs Albtraum“) heraus, in dem er unter anderem die Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Stellen und die ungleiche Wohlstandsverteilung im Land kritisiert. Kritisch hervorgehoben wird ausserdem die Tatsache, dass die Menschen sich fürchten, Kritik an der Regierung zu üben. Er betrieb zudem eine Zeit lang eine Blogseite mit dem Titel Las Locuras de Jamón y Queso, die jedoch 2013 gesperrt wurde. Dort veröffentlichte er Karikaturen, mit denen der Präsident und andere Regierungsmitglieder auf den Arm genommen wurden. Seither postet Ramón Esono Ebalé seine Karikaturen in den Sozialen Medien.

Ramón Esono Ebalé lebt bereits seit einigen Jahren im Ausland. Er war am 29. August vorübergehend nach Äquatorialguinea zurückgekehrt, um seinen Reisepass erneuern zu lassen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In Äquatorialguinea werden MenschenrechtsverteidigerInnen und AktivistInnen regelmässig schikaniert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden.

In Äquatorialguinea sind Menschenrechtsverletzungen wie Verstösse gegen die Rechte auf freie Meinungsäusserung und Vereinigungsfreiheit an der Tagesordnung.

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