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Startseite Urgent Actions 2017 07 Wounaan Indigenous community in danger Confined communities in Riosucio, Chocó
FI 178/17-3
Kolumbien
Abgeschlossen am 16. Januar 2018

Mehrere Gemeinden in Gefahr

AI-Index: AMR 23/7548/2017

Mehrere indigene Gemeinschaften und die afro-kolumbianische Gemeinschaft der Taparal im kolumbianischen Departamento Chocó können sich durch die Anwesenheit der bewaffneten Gruppierung Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) nicht mehr frei bewegen und sind sehr verängstigt. Sie befürchten, dass es in ihren Gemeinden zu bewaffneten Zusammenstössen zwischen der AGC und der Nationalen Befreiungsarmee (Ejército De Liberación Nacional – ELN) kommen könnte.

Der Runde Tisch für Dialog und Absprache der Indigenen Völker in Chocó berichtete Amnesty International, dass am 2. Dezember mehr als 100 Angehörige der paramilitärischen Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) in die Gemeinde Pichindé der Gemeinschaft der Embera eindrangen. Die Gemeinde liegt am Fluss Taparal, einem Arm des Flusses Chintadó, der in der Gemeinde Riosucio in Chocó beginnt. Die Gemeinde Pichindé besteht aus 260 EinwohnerInnen, bzw. 54 Familien, die sich nach Einschüchterungen durch die bewaffnete Gruppe nicht mehr frei bewegen können.

Am Fluss Chintadó liegen zwei weitere indigene Gemeinden: In Marcial leben 308 Menschen in 75 Familienzusammenhängen und in Jagual sind rund 460 Personen, bzw. 100 Familien, ansässig. Die afro-kolumbianische Gemeinde am Taparal liegt ganz in der Nähe und besteht aus rund 380 BewohnerInnen in ungefähr 50 Familien. Diese Gemeinden können sich derzeit nicht mehr frei bewegen und befürchten bewaffnete Zusammenstösse zwischen der AGC und der Nationalen Befreiungsarmee, deren Präsenz in diesem Gebiet zugenommen hat. Die zuständigen Behörden wissen bereits über die Situation Bescheid und müssen nun dringend Sicherheits- und Unterstützungsmechanismen für die bedrohten Gemeinden in Gang setzen. Sie müssen zudem konkrete Massnahmen zum Schutz der Gemeinden vor Vertreibung ergreifen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Amnesty International hat den Anstieg an Vertreibungen und die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Gemeinschaften in Chocó bereits öffentlich angeprangert. Diese fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen zählen zu den grössten Herausforderungen bei der Umsetzung des Friedensprozesses. Zu diesen Herausforderungen gehören auch der Schutz jener Gemeinschaften, die am schwersten von dem bewaffneten Konflikt betroffenen sind und die Garantie, dass diese ungeheuerlichen Taten nicht ungestraft bleiben. Nähere Informationen finden Sie auf Spanisch unter https://www.amnesty.org/es/latest/news/2017/11/la-encrucijada-colombiana-a-un-ano-de-la-paz/.

Am 22. November veröffentlichte Amnesty International einen Bericht über die Menschenrechtslage und die Garantien der Nicht-Wiederholung im Departamento Chocó mit dem englischen Titel „The Years of Solitude Continue: The Peace Agreement and Guarantees of Non-Repetition in Chocó“ online unter: https://www.amnesty.org/en/documents/amr23/7425/2017/en/ und startete eine an den kolumbianischen Präsidenten gerichtete Petition, in dem er aufgefordert wird, den indigenen und afro-kolumbianischen Gemeinschaften in Chocó individuellen und gemeinschaftlichen Schutz bereitzustellen. Die englischsprachige Petition findet sich online unter: https://www.amnesty.org/en/get-involved/take-action/protect-ethnic-communities-from-violence-and-abuse-in-colombia/.

In der ersten Hälfte des Jahres 2017 haben die indigenen Gemeinschaften in Chocó mindestens zwei Mal das Eindringen paramilitärischer Gruppen in ihre Territorien gemeldet. Zum ersten Mal passierte dies am 6. März. Es kam zu massiven Vertreibungen von Familien und zur Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit in den benachbarten Gemeinden in Peña Azul. Siehe dazu auch UA-056/2017, online unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-056-2017/ueber-300-menschen-vertrieben. Beim zweiten Mal drangen am 18. April paramilitärische Gruppen in das Territorium Jiguamiandó nahe der humanitären Zone Pueblo Nuevo ein. Siehe dazu UA-162/2017-1, online unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-062-2017-1/paramilitaers-weiter-choco.

In Chocó werden weiterhin Menschenrechtsverletzungen und Völkerrechtsverbrechen begangen, darunter auch gezielte Tötungen von Angehörigen der afro-kolumbianischen und indigenen Gemeinschaften. Darüber hinaus werden die Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben oder dort eingeschlossen und es finden Zwangsrekrutierungen indigener Jungen und Mädchen statt.
Die indigenen Gemeinschaften in Chocó sind anhaltenden Drohungen und gewaltsamen Übergriffen durch bewaffnete Gruppen und Paramilitärs ausgesetzt. 2009 erliess das kolumbianische Verfassungsgericht die Resolution 4, welche die Regierung aufforderte, öffentliche Massnahmen gegen die Vertreibungen zu ergreifen. Bei der Formulierung des Ziels dieser Resolution, Leben, Freiheit, kulturelle Vielfalt und weitere Rechte zu schützen, spielte die ethnische Zugehörigkeit der Betroffenen eine zentrale Rolle.

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