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Startseite Urgent Actions 2017 06 Defender at risk of continued detention in Egypt Prisoner of conscience on hunger strike
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Ägypten
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07.08.2018: Suggested tweets

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Hanan Badr el-Din has spent over 450 days of detention without trial, just because she was looking for her disappeared husband. Hanan has started a hunger strike over her prison conditions and arbitrary detention. @AlsisiOfficial @mfaegypt #FreeHanan

Not only have Egyptian authorities been imprisoning Hanan Badr el-Din just because she was looking for her disappeared husband, but they also prevent her from getting her medication. @AlsisiOfficial @mfaegypt #FreeHanan

Hanan Badr el-Din has started a hunger strike over the refusal of the Egyptian authorities to allow her access to her much needed medications and the prolonged arbitrary detention over absurd charges, just because she was looking for her disappeared husband. @AlsisiOfficial @mfaegypt #FreeHanan

Gewaltlose politische Gefangene im Hungerstreik

AI-Index: MDE 12/8914/2018

Die Menschenrechtsverteidigerin Hanan Badr el-Din trat in den Hungerstreik, nachdem ihre Inhaftierung erneut um 45 Tage verlängert wurde. Sie ist eine gewaltlose politische Gefangene und befindet sich seit dem 6. März 2017 in Untersuchungshaft.

Am 5. August trat die Menschenrechtsverteidigerin Hanan Badr el-Din in den Hungerstreik, nachdem das Gericht ihre Haft um weitere 45 Tage verlängert hatte. Hanan Badr el-Din befindet sich seit dem 6. März 2017 wegen konstruierter Vorwürfe der «Mitgliedschaft in einer verbotenen Gruppe» in Untersuchungshaft. Sie protestiert gegen ihre lange Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren und dagegen, dass ihr der Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung verweigert wird.

Hanan Badr el-Din leidet am Familiären Mittelmeerfieber, einer genetischen Erkrankung, die Fieber und schmerzhafte Entzündungen im Bauch, in der Lunge und in den Gelenken zur Folge hat. Ihr wird weiterhin der Zugang zu der benötigten medizinischen Versorgung verwehrt. GefängnisbeamtInnen erlauben ihrer Familie nur gelegentlich, ihr die verschriebenen Medikamente mitzubringen.

Das Gericht hat die Haft von Hanan Badr el-Din bislang etwa alle 45 Tage erneuert. Die nächste Anhörung ist für den 19. September angesetzt. Dann wird das Gericht darüber entscheiden, ob sie freigelassen oder ihre Haft um weitere 45 Tage verlängert wird.

Hanan Badr el-Din ist eine gewaltlose politische Gefangene, die umgehend und bedingungslos freigelassen werden muss.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Hanan Badr el-Din ist Mitbegründerin der Organisation Familien von Opfern des Verschwindenlassens. Sie begann ihre Menschenrechtsarbeit, nachdem ihr Mann Khalid Ezz el-Din am 27. Juli 2013 bei einer Protestveranstaltung gegen den Militärputsch zur Absetzung des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi verschwand. Hanan Badr el-Din sah ihn zuletzt im Fernsehen, wie er verwundet in ein Feldhospital eingeliefert wurde. Als sie ihn jedoch dort aufsuchen wollte, konnte sie ihn nicht finden. Sie suchte Polizeiwachen, Gefängnisse, Krankenhäuser und Leichenhallen auf, um etwas über sein Schicksal zu erfahren – jedoch erfolglos. Während ihrer Suche traf Hanan Badr el-Din immer wieder auf andere Familien, die ebenfalls nach Angehörigen suchten.
Hanan Badr el-Din wurde am 6. Mai 2017 im Qantar-Gefängis nördlich von Kairo festgenommen, als sie einen Häftling besuchte, der in der Vergangenheit Opfer des Verschwindenlassens geworden war, bevor er im Qantar-Gefängnis wieder auftauchte. Sie erhoffte sich von ihm Informationen über den Verbleib ihres Mannes. Das Sicherheitspersonal des Gefängnisses beschlagnahmte ihre persönlichen Gegenstände, darunter eine handschriftliche Notiz mit Informationen über ihren Mann, und beschuldigte sie, versucht zu haben, Schmuggelware ins Gefängnis einzuschleusen.
Ihrem Rechtsbeistand zufolge wurde sie am Tag ihrer Festnahme von 14 Uhr bis zum nächsten Morgen um 5 Uhr von Angehörigen des ägyptischen Geheimdienstes (National Security Agency – NSA) verhört. Tags darauf wurde sie zunächst auf die Polizeiwache in Qantar gebracht und dann zur Staatsanwaltschaft in Süd-Banha, welche ihre Untersuchungshaft anordnete. Die NSA erhob den Vorwurf, Hanan Badr el-Din sei ein Mitglied der Frauengruppen der verbotenen Muslimbruderschaft. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine 15-tägige Untersuchungshaft an, um die Vorwürfe der «Mitgliedschaft in einer verbotenen Gruppe» zu untersuchen. Später wurde die Haft durch ein Gericht jeweils um weitere 45 Tage verlängert.
Als die ägyptischen Sicherheitskräfte Anfang 2014 zunehmend die Praxis des Verschwindenlassens einsetzten, gründeten einige Familien die Organisation Familien von Opfern des Verschwindenlassens. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, was mit ihren verschwundenen Familienangehörigen geschehen ist. Zunächst konzentrierte sich die Organisation auf Erkundigungen bei Polizeiwachen, Gefängnissen, Krankenhäusern und Leichenhallen. Ab Mitte 2015 übernahm sie eine aktivere Rolle, um mehr über das Schicksal ihrer Familienangehörigen herauszufinden. Sie begann, die Regierung öffentlich aufzufordern, den Verbleib der Familienangehörigen offenzulegen und nutzte dazu Pressekonferenzen und Medienauftritte und organisierte öffentliche Protestveranstaltungen. Durch diese öffentlichkeitswirksame Arbeit fanden sich immer mehr betroffene Familien auf der Suche nach ihren Angehörigen und nach Gerechtigkeit zusammen.
Amnesty International hat detailliert dokumentiert, dass Sicherheitskräfte in Ägypten gezielt die Praxis des Verschwindenlassens einsetzen, um gegen politische AktivistInnen und Protestierende vorzugehen, darunter auch Studierende und Minderjährige (siehe auch: https://www.amnesty.org/en/documents/mde12/4368/2016/en/).
Hunderte von verschwundenen Personen wurden willkürlich festgenommen und ohne Kontakt zur Aussenwelt in geheimer Haft festgehalten, ohne Zugang zu ihren Familien oder Rechtsbeiständen und ohne die Kontrolle durch die Justiz. Diese rechtswidrige Praxis zeigt sich besonders deutlich seit März 2015, als Präsident Abdel Fattah al-Sisi den Generalmajor Magdy Abd el-Ghaffar zum Innenminister ernannte.
Die ägyptischen Behörden leugnen regelmässig die Praxis des Verschwindenlassens. Im Juni 2017 erklärte Alaa Abed, der Leiter des Menschenrechtsausschusses des ägyptischen Parlaments, dass es «keine Fälle des Verschwindenlassens gibt; der Begriff wurde vielmehr von der Muslimbruderschaft und der fünften Säule erfunden». Magdy Abd el-Ghaffar, der bis Juni 2018 Innenminister war, sagte im März 2016: «Es gibt in Ägypten keine Fälle des Verschwindenlassens und die Sicherheitskräfte operieren innerhalb ihres rechtlichen Rahmens.» Doch ägyptische Menschenrechtsgruppen strafen die Aussagen des Innenministeriums mit dem Verweis auf Hunderte dokumentierte Fälle des Verschwindenlassens Lügen.

 

 

Empfohlene Aktionen

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, TWITTERNACHRICHTEN, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte lassen Sie alle Anklagen gegen Hanan Badr el-Din fallen und lassen Sie sie umgehend und bedingungslos frei.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass Hanan Badr el-Din angemessenen und regelmässigen Zugang zu den ihr verschriebenen Medikamenten und qualifiziertem Gesundheitspersonal erhält, welches sie entsprechend der medizinischen Ethik versorgt und die Grundsätze der Vertraulichkeit einhält.

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 18. September 2018 keine Appelle mehr zu verschicken.

 

Appelle an


STAATSANWALT
Nabil Sadek
Office of the Public Prosecutor
Dar al-Qada al-Ali
Down Town
Cairo
ÄGYPTEN
Fax: (00 202) 2577 4716
(Anrede: Dear Counsellor / Sehr geehrter Herr Staatsanwalt)

INNENMINISTER
Mahmoud Tawfiq
Ministry of Interior
25 El Sheikh Rihan Street
Bab al-Louk
Cairo
ÄGYPTEN
Fax: (00 202) 2794 5529
E-Mail: center@iscmi.gov.eg oder E.HumanRightsSector@moi.gov.eg
Twitter: @moiegy
(Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)




Kopien an


MENSCHENRECHTSBEAUFTRAGTER IM AUSSENMINISTERIUM
Ahmed Ihab Gamal-Eldin
Ministry of Foreign Affairs
Corniche el-Nile
Cairo
ÄGYPTEN
Fax: (00 202) 2574 9713
E-Mail: contact.us@mfa.gov.eg
Twitter: @MfaEgypt

Ambassade de la République Arabe d'Egypte
Elfenauweg 61
3006 Berne
Fax: 031 352 06 25
E-mail: embassy.bern@mfa.gov.eg

3 Briefe verschickt  
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