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Startseite Urgent Actions 2016 11 Young human rights defender shot dead
UA 259/16
Guatemala
Abgeschlossen am 27. Dezember 2016

Junger Menschenrechtsverteidiger erschossen

AI-Index: AMR 34/5144/2016

Der guatemaltekische Menschenrechtsverteidiger Jeremy Abraham Barrios Lima ist am 12. November erschossen worden. Er war der Assistent der Geschäftsführung des guatemaltekischen Zentrums für Umweltschutz, Soziales und Recht CALAS (Centro de Acción Legal, Ambiental y Social de Guatemala).

Am 12. November haben Unbekannte Jeremy Abraham Barrios Lima in der Nähe eines Restaurants in Zone 1 in Guatemala-Stadt zweimal in den Kopf geschossen. Die TäterInnen liessen seine persönlichen Sachen unangetastet, darunter zwei Mobiltelefone, seinen Ausweis und eine Bankkarte. Nach Angaben der Organisation CALAS hatte Jeremy Barrios in den Tagen vor seiner Ermordung keine Drohungen erhalten. Die Ermittlungen liegen bei der Abteilung für Kapitalverbrechen in der Staatsanwaltschaft. CALAS hat die Staatsanwaltschaft jedoch aufgefordert, die Ermittlung der Abteilung für Straftaten gegen Menschenrechtsverteidiger (Unidad de Ataques contra Activistas de Derechos Humanos) zu übertragen.

Jeremy Abraham Barrios Lima war ein ehemaliger Studierendenführer und Menschenrechtsverteidiger. Als Assistent der Geschäftsführung von CALAS verwaltete er die sensiblen Daten der im Fokus der Öffentlichkeit stehenden Rechtsfälle, die CALAS betreut. Die Morduntersuchung sollte auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass er aufgrund seiner legitimen Menschenrechtsarbeit erschossen wurde.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Das guatemaltekischen Zentrum für Umweltschutz, Soziales und Recht (Centro de Acción Legal, Ambiental y Social de Guatemala - CALAS) ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für das Menschenrecht auf eine saubere Umwelt und für die Rechte indigener Bevölkerungsgruppen einsetzt. Es unterstützt mehrere Gemeinschaften in Guatemala in rechtlichen Fragen, die sich im Kontext der Erforschung und Ausbeutung von Rohstoffvorkommen für ihre Menschenrechte einsetzen.

Am 29. August 2011 erhielten der Leiter und der Rechtsberater von CALAS Briefumschläge mit denselben Dokumenten: eine Drohung, Unterlagen des guatemaltekischen Rechnungshofs (Controlaria General de Cuentas) und Fahndungsfotos von 18 Männern, die aus Polizeiakten zu stammen schienen.

Am 8. September 2008 hatten maskierte Männer auf Yuri Melini, den Leiter von CALAS, geschossen. Allem Anschein nach wurde er im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei CALAS angegriffen (siehe UA-248/2008). Nach diesem Anschlag erhielten Yuri Melini und CALAS Schutz durch die Behörden.

Laut der zivilgesellschaftlichen Organisation UDEFEGUA werden MenschenrechtsverteidigerInnen im Bereich Umweltschutz in Guatemala am häufigsten angegriffen. Für weitere Informationen siehe den englischsprachigen Bericht „We are defending the land with our blood’: Defenders of the land, territory and environment in Honduras and Guatemala” (https://www.amnesty.org/en/documents/amr01/4562/2016/en/).

6 Briefe verschickt  
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