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Startseite Urgent Actions 2016 06 Roma families to be relocated to bare field Romani families at risk after forced eviction
FI 144/16-1
Italien
Abgeschlossen am 9. August 2016
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Web Action

Colleagues from AI Italy and the International Secretariat visited the families after the forced eviction and the conditions are inhuman.
For more information see article in English here

 

We need to continue putting pressure on the authorities to take action

We encourage you to sign the web action that AI Italy have put together:

Petition in English here

Petizione in Italiano qui

 

Rechtswidrige Zwangsräumung

AI-Index: EUR 30/4343/2016

Am 21. Juni wurden etwa 75 Roma-Familien, die im Lager Masseria del Pozzo in der Gemeinde Giugliano in Neapel lebten, Opfer einer rechtswidrigen Zwangsräumung. Man brachte sie auf ein ehemaliges Fabrikgelände, auf dem es keine angemessenen Unterkünfte oder Sanitäreinrichtungen gibt. Sie haben zudem keinen angemessenen Zugang zu Gesundheitsdiensten.

Etwa 300 Roma wurden am 21. Juni aus dem Lager Masseria del Pozzo in der Gemeinde Giugliano in Campania vertrieben, wo sie fast drei Jahre lang gelebt hatten. Unter den Betroffenen befinden sich auch zahlreiche Kleinkinder. Die Justizbehörden hatten das Grundstück für unbewohnbar erklärt, die Beschlagnahmung durch die Behörden angeordnet und daraufhin die Roma-Gemeinschaft über die anstehende Räumung informiert. Den betroffenen Familien wurde jedoch lediglich mündlich mitgeteilt, dass sie auf das ehemalige Fabrikgelände umziehen sollen. Weitere Informationen wurden nicht bereitgestellt. Die lokalen Behörden kündigten die Räumung weder schriftlich an, noch führten sie eine wirkliche Konsultation mit der Gemeinschaft durch, um vor der Zwangsräumung alternative Möglichkeiten auszuloten.

Am 22. und 23. Juni sprach Amnesty International mit zahlreichen Betroffenen, die angaben, dass ihnen von BeamtInnen und PolizistInnen das ehemalige Fabrikgelände als einzige Umsiedlungsoption präsentiert wurde. Amnesty International traf sich am 23. Juni mit dem Bürgermeister von Giugliano in Campania. Er stritt ab, dass die Roma alternativlos auf das Fabrikgelände verwiesen worden seien, räumte aber gleichzeitig ein, dass die Gemeinde keine unmittelbaren Massnahmen ergreifen werde, um das Recht der Roma auf angemessenen Wohnraum, angemessene Sanitäreinrichtungen und grundlegende Dienstleistungen zu gewährleisten, da das Gelände sich im Privatbesitz befinde.

Das ehemalige Fabrikgelände befindet sich im Industriegebiet von Giugliano in Campania und ist ein brachliegendes Grundstück, das zur Bewohnung gänzlich ungeeignet ist. Es gibt dort weder Unterkünfte noch einen Stromanschluss. Es steht nur eine Dusche und ein angeschlossenes WC zur Verfügung. Zwei weitere Mobiltoiletten sind mehr oder weniger unbenutzbar. Dies bedeutet, dass die Menschen dort gezwungen sind, ihr Geschäft im Freien zu verrichten. Es gibt nur vier gemeinschaftliche Wasseranschlüsse mit kaltem Wasser. Diejenigen, die einen Wohnwagen besassen, durften diesen mitnehmen. Allerdings gibt es mindestens drei Familien, die nicht über einen Wohnwagen verfügen und nun obdachlos sind. Erwachsene und Kinder schlafen in Autos, im Freien oder in improvisierten Verschlägen. Einige der Betroffenen haben Hautkrankheiten und mindestens ein Mann benötigt dringend medizinische Versorgung.

Laut Angaben des Bürgermeisters hat die Gemeinde keine unmittelbaren Pläne, in Absprache mit der Roma-Gemeinschaft geeignete und angemessene Alternativunterkünfte zu finden. Vielmehr sollten die Familien auf dem Fabrikgelände bleiben, bis ein neues Lager für sie errichtet wird. Diese von den Behörden vorgelegten Pläne für ein neues abgeschiedenes Lager werden von Amnesty International und anderen NGOs heftig kritisiert, da sie Segregation statt Inklusion vorsehen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Das Lager Masseria del Pozzo wurde 2013 von den lokalen Behörden zur vorübergehenden Unterbringung der Roma gebaut. Es liegt nahe einer Mülldeponie, die für die Verklappung giftiger Industrieabfälle genutzt wird. Die Justizbehörden ordneten im Oktober 2015 die Beschlagnahmung des Landes und die Umsiedlung der BewohnerInnen an, da das Grundstück aus hygienischen und strukturellen Gründen als unbewohnbar eingestuft wurde. Als im Februar 2016 die Schliessung des Lagers beschlossen wurde, führten die Behörden keine wirkliche Konsultation mit den BewohnerInnen durch, um angemessene Alternativunterkünfte für die Gemeinschaft zu finden. Stattdessen wurde der Bau eines neuen abgeschiedenen Lagers mit 44 vorgefertigten Einheiten beschlossen, in das die Roma aus Masseria del Pozzo einziehen sollten. Amnesty International und andere NGOs verurteilten das Vorhaben in einer gemeinsamen Erklärung, da es eine weitere Segregation der Roma vorsieht: https://www.amnesty.org/download/Documents/EUR3035202016ENGLISH.pdf.
Am 14. Juni 2016 wurde den Roma-Familien von den Behörden und der Polizei mitgeteilt, dass die Zwangsräumung am 16. Juni stattfinden würde. Später wurde als Datum der 23. Juni angegeben. Letztlich wurde sie am 21. Juni vorgenommen. Die BewohnerInnen hatten keine schriftliche Benachrichtigung erhalten, sondern waren vielmehr lediglich unvollständig und mündlich von den Behörden informiert worden. Zudem fand keine wirkliche Konsultation mit den Familien statt, um alternative Möglichkeiten auszuloten.
Fortsetzung (Auf englisch)
After initially considering the transfer of the community to a remote plot of land, with no facilities, water or sanitation in place, local authorities forcibly evicted the Romani families on 21 June. The families were transferred to the site of a former fireworks factory. Dozens of inhabitants, interviewed by Amnesty International on 22 and 23 June at the new site, stated that they had not been made aware of the new location and had not been given a chance to see it or assess it before the move. Authorities presented the new site to the community as the only possible alternative, and were faced with the impossible dilemma of agreeing to be moved to an unknown location or be rendered completely homeless.
The new location is highly inadequate. Degrading living conditions involve: severely limited access to sanitation facilities, no access to electricity or any other source of energy for cooking and lighting, limited access to water, overcrowding as people are forced to sleep in small caravans or outdoors for lack of alternative shelter. See more on Amnesty International’s concerns regarding absence of an adequate alternative at https://www.amnesty.org/en/documents/eur30/4300/2016/en/. The situation of the Romani community demands urgent attention as many children and adults present symptoms of skin conditions, fever, headaches and at least one man was severely ill and required urgent healthcare.
As necessary safeguards had not been put in place ahead of the relocation, the move amounts to a forced eviction, which represents a grave human rights violation. This brings Italy in breach of its obligations under a range of international and regional human rights treaties, including EU legislation (Race Equality Directive). This forced eviction and the long term plan to transfer the families to yet another mono-ethnic camp also fly in the face of commitments undertaken by Italy in its own National Strategy for Roma Inclusion, adopted in 2012, to end segregation in camps.

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