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Startseite Urgent Actions 2016 01 Greek authorities restricting shelter access
UA 016/16
Griechenland
Abgeschlossen am 3. Februar 2016

Flüchtlinge, Asylsuchende und MigrantInnen in Gefahr

AI-Index: EUR 25/3309/2016

Die griechischen Behörden schränken den Zugang zu einem grossen Transitlager an der Grenze zwischen Griechenland und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien willkürlich ein. Das Transitlager bietet für die herrschenden niedrigen Temperaturen angemessene Einrichtungen. Mit der Verweigerung des Zugangs wird das Wohlergehen Tausender Flüchtlinge, Asylsuchender und MigrantInnen gefährdet.

Eine zeitweilige Grenzschliessung und Einreiseeinschränkungen verlangsamen die Weiterreise Tausender Flüchtlinge, Asylsuchender und MigrantInnen, die versuchen über die nördliche Grenze Griechenlands in die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu gelangen. Die Betroffenen müssen an einer Tankstelle in der Stadt Polykastro in der griechischen Region Zentralmakedonien bei Temperaturen weit unter Null unter offenem Himmel schlafen. Die griechische Polizei schränkt ihren Zugang zu einem von nationalen und internationalen Organisationen betriebenen Transitlager in der griechischen Stadt Idomeni, 20 Kilometer von Polykastro entfernt, willkürlich ein.

Das Transitlager, welches bis zu 1.200 Menschen aufnehmen kann, bietet für die herrschenden niedrigen Temperaturen angemessene Einrichtungen. Nur ein Drittel der Kapazitäten des Lagers sind derzeit ausgelastet. Es war im September 2015 von der Organisation Ärzte ohne Grenzen (Médicins Sans Frontières - MSF) und dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gegründet worden, um auf die unmittelbaren Bedürfnisse der Menschen reagieren zu können, die die Grenze erreichen. Seit Mitte Dezember 2015 werden Flüchtlinge, Asylsuchende und MigrantInnen, die mit dem Bus Idomeni erreichen, von der Polizei zu der Tankstelle in Polykastro umgeleitet. Dort müssen sie unter sehr schlechten Bedingungen ausharren und unter freiem Himmel übernachten.

Bis zu 4.000 Menschen werden pro Tag zu der Tankstelle gebracht. Angesichts der Wetterlage ist das Wohlergehen vieler Flüchtlinge, Asylsuchender und MigrantInnen, unter denen sich auch Kleinkinder befinden, gefährdet. Sie müssen sofort Zugang zu dem Transitlager in Idomeni erhalten, wo sie Unterkünfte, Essen und ganztägige medizinische Versorgung erhalten würden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Flüchtlinge, Asylsuchende und MigrantInnen nehmen eine lange und gefährliche Reise auf sich, um über die nördliche Grenze Griechenlands in die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien einzureisen. Zeitweilige Grenzschliessungen hindern sie an der Weiterreise, was Auswirkungen auf die Anzahl der Menschen hat, die in dem Grenzgebiet verweilen und Unterstützung benötigen.
Seit November 2015 wird nur Staatsangehörigen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak die Einreise in die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien erlaubt. Einige der Flüchtlinge und MigrantInnen, denen die Einreise aufgrund der diskriminierenden Bestimmungen der Behörden in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien verwehrt wurde, protestieren und blockieren die Bahnstrecken. Am 9. Dezember 2015 evakuierte die griechische Polizei das Transitlager in Idomeni. Personen, denen die Grenzüberschreitung nicht erlaubt wurde, wurden in Bussen nach Athen gebracht, wo man ihnen eine vorübergehende Unterbringung in Sportanlagen anbot. Zwischen dem 15. Dezember 2015 und dem 19. Januar 2016 verwehrte die Polizei Flüchtlingen, Asylsuchenden und MigrantInnen, die von Athen aus an die Grenze gereist waren, den Zugang zu dem Transitlager.
Neue Bestimmungen, welche die Behörden in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien am 21. Januar eingeführt haben, schreiben vor, dass Personen, die aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit für eine Einreise in Frage kommen, angeben müssen, in welchem Land sie Asyl beantragen wollen. Nur diejenigen, die nach Deutschland oder Österreich wollen, dürfen die Grenze passieren. Laut NGOs vor Ort in Idomeni werden nur Personen, die diese Voraussetzungen erfüllen, in das Transitlager gelassen.
Die Flüchtlinge, Asylsuchenden und MigrantInnen in Idomeni werden ausschliesslich von nationalen und internationalen NGOs mit humanitärer Hilfe versorgt.

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