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UA 269/15
Kolumbien
Abgeschlossen am 8. Januar 2016

Morddrohungen gegen Menschenrechtsverteidigerinnen

AI-Index: AMR 23/2946/2015

Zwei Menschenrechtsverteidigerinnen aus der kolumbianischen Stadt Buenaventura an der Pazifikküste im Department Valle del Cauca befinden sich in Gefahr, nachdem sie Morddrohungen erhalten haben, die anscheinend von Paramilitärs ausgingen.

Die Menschenrechtsverteidigerin Danelly Estupiñán hat am Nachmittag des 23. November eine Morddrohung per SMS erhalten. Die Nachricht mit dem Inhalt «Danelly, du bist dem Ende sehr nah» (Danelly esta [sic] muy cerca del final) scheint von Paramilitärs abgeschickt worden zu sein. Am Abend desselben Tages telefonierte sie mit einer Freundin, als das Gespräch von einer Stimme unterbrochen wurde, die sagte: «Wir wissen wo du bist, wir wissen wo du bist» (Sabemos dónde estás, sabemos dónde estás).

Danelly Estupiñán arbeitet zusammen mit der afro-kolumbianischen Menschenrechtsorganisation Proceso de Comunidades Negras (PCN). Die PCN und weitere Organisationen haben am 22. November den Bezirk La Inmaculada in der Stadt Buenaventura im Department Valle del Cauca besucht. Am 20. November wurde auch Rocío del Pilar Segura, die Gemeindesprecherin des Bezirks, bedroht, nachdem sie ein Strassenbanner entfernt hatte, das am 19. November im Auftrag des Containerterminals TCBuen in der Nachbarschaft aufgehängt worden war. Drei junge Männer aus der Nachbarschaft kamen am 20. November mit zwei weiteren Personen, die angaben für TCBuen zu arbeiten, zu dem Haus von Rocío del Pilar Segura. Sie befand sich zu dieser Zeit woanders, ein Familienangehöriger hörte jedoch, wie eine der Personen zu den jungen Männern sagte, dass «Rocío für das Strassenbanner bezahlen muss» (Deben hacer que Rocío pague el pasacalle).

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In den vergangenen Jahren wurden viele BewohnerInnen aus Stadtteilen in Buenaventura, in denen Projekte zur Schaffung von Tourismus- und Hafeninfrastruktur geplant sind, trotz der starken Präsenz von Sicherheitskräften von Angehörigen der in der Stadt agierenden paramilitärischen Gruppen getötet oder zu Opfern des Verschwindenlassens. Auch BewohnerInnen des Bezirks La Inmaculada sind unter den Opfern.

Der Bezirk La Inmaculada befindet sich direkt neben den Containerhafeneinrichtungen von TCBuen. Die AnwohnerInnen von La Inmaculada haben sich darüber beschwert, dass mehrere Häuser durch die Vibrationen, die durch das Verschieben der Container entstehen, bereits beschädigt worden seien. Die afro-kolumbianische Gemeinschaft in La Inmaculada hat sich mit der Organisation PCN zusammengeschlossen und bereits mehrere Anträge bei der Regierung eingereicht, um den weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zu stoppen. Sie fordern, dass der Ausbau erst dann weitergeführt wird, wenn das Recht der Gemeinschaft auf wirksame Konsultation respektiert wird und die Angehörigen der Gemeinschaft ihre freiwillige vorherige Zustimmung nach Inkenntnissetzung gegeben haben. Sie fordern zudem Alternativunterkünfte, medizinische Versorgung und die Reparatur der beschädigten Häuser.

MenschenrechtsverteidigerInnen, welche über die Menschenrechtskrise in der Region berichten, erhalten aufgrund ihrer Arbeit immer wieder Morddrohungen.

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