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UA 236/15
Paraguay
Abgeschlossen am 1. Dezember 2015

Bewaffnetes Sicherheitspersonal bedroht indigene Gemeinschaft

AI-Index: MR 45/2700/2015

Die indigene Gemeinschaft der Ayoreo Atetadiegosode in Cuyabia im westparaguayischen Departamento Boquerón hat angegeben, sich durch die Anwesenheit von privatem, schwerbewaffnetem Sicherheitspersonal bedroht zu fühlen. Zwischen dem Landbesitzer, der die Wachleute engagiert hat, und der indigenen Gemeinschaft in Cuyabia bestehen Landstreitigkeiten. Die Gemeinschaft wartet darauf, dass sie ihre Landtitel erhält.

Laut Angaben der Organisation Tierra Viva, die sich für die Rechte von indigenen Gemeinschaften einsetzt, schüchterten fünf schwerbewaffnete Angestellte eines Sicherheitsdiensts am 11. August Angehörige der indigenen Gemeinschaft der Ayoreo Atetadiegosode in Cuyabia mit Schüssen in die Luft ein. Das Wachpersonal soll von dem Landbesitzer engagiert worden sein, mit dem sich die Gemeinschaft in Cuyabia in einem Disput über Landrechte befindet. Zum Zeitpunkt des Vorfalls kontrollierten Angehörige der Gemeinschaft gerade ihr Land, weil sie befürchteten, dass Abholzungen durchgeführt werden.

Am 16. April entschied ein Gericht, dass der ehemalige Vorsitzende des paraguayischen Instituts für indigene Gemeinschaften (Instituto Paraguayo del Indígena – INDI) im Jahr 2012 Land rechtswidrig verkauft hatte, das 1996 als Stammesland der Ayoreo Atetadiegosode anerkannt worden war. 2014 wurde das betreffende Land an das INDI zurückgegeben. Seitdem fordert die indigene Gemeinschaft der Ayoreo Atetadiegosode das Institut auf, ihr Land unverzüglich zu demarkieren und somit festzulegen, welches Gebiet ihnen gehört, damit sie ihre Landtitel erhalten können.

Die Gemeinschaft hat grosse Sorge, dass auf ihrem Land Rodungen durchgeführt werden. Am 29. Juli 2015 erstatteten sie Anzeige wegen der durchgeführten Rodungen beim INDI, dem Umweltministerium (Secretaría del Ambiente) und der Staatsanwaltschaft (Dirección de Derechos Ètnicos del Ministerio Público).

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In Cuyabia leben 20 Familien auf etwa 25.000 Hektar Land, das zum Stammesland der indigenen Gemeinschaft der Ayoreo Atetadiegosode gehört. 1996 wurde das Land, auf dem Cuyabia liegt, vom paraguayischen Institut für indigene Gemeinschaften (INDI) gekauft. Ziel des INDI war es, das Land auf den Namen der indigenen Guaraní Ñandeva registrieren zu lassen. 2010 stimmten die Guaraní Ñandeva zu, das betreffende Land an die Ayoreo Atetadiegosode zu übergeben, da es zu deren angestammtem Land gehörte. Es wird davon ausgegangen, dass andere Gruppen der indigenen Ayoreo, die in freiwilliger Isolation leben, ebenfalls bereits seit vielen Jahren auf dem Land leben.

2012 erstatte die Gemeinschaft der Ayoreo Anzeige bei der Staatsanwaltschaft für Umweltrecht und Korruption (Fiscalía de Derechos Económicos y Anticorrupción) wegen des Verkaufs ihres Lands durch den ehemaligen Vorsitzenden des INDI an eine Privatperson im selben Jahr. 2014 ging das Land zurück an das INDI.

2013 wurde beim INDI ein formeller Antrag (juicio de mensura) eingereicht, mit dem die Festlegung des Gebiets gefordert wurde, das gemäss der Landtitel von 1996 den Ayoreo Atetadiegosode gehörte. Die Ayoreo Atetadiegosode forderten die Behörden mit dem Antrag auf, den bestehenden Konflikt hinsichtlich der genauen Lage ihres Gebietes zu lösen.

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