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Startseite Urgent Actions 2015 02 Boy killed during anti-government protest
UA 045/15
Venezuela
Abgeschlossen am 8. April 2015

14 jähriger Junge bei Protesten getötet

AI-Index: AMR 53/1071/2015

Ein 14 Jahre alter Junge ist bei Protesten gegen die Regierung in Venezuela vermutlich durch unverhältnismässige Gewaltanwendung der Sicherheitskräfte getötet worden. Es besteht die Gefahr, dass die Gewalt im Land zunehmen könnte, sollte die Regierung sich nicht klar dazu bekennen, friedliche Proteste zu gestatten, unverhältnismässige Gewaltanwendung hingegen nicht zu tolerieren.

Am 24. Februar wurde der 14 jährige Kluiverth Roa Núñez während einer Protestkundgebung in der Nähe der Katholischen Universität von Táchira in San Cristóbal im Bundesstaat Táchira getötet. Die ermittelnde Polizeibehörde hat einen Beamten der Bundespolizei festgenommen und ihn wegen der Tötung des Jungen angeklagt. Offensichtlich hatte er Gummigeschosse direkt auf die Demonstrierenden gefeuert, von denen ihrerseits einige Steine und Molotow Cocktails geworfen haben sollen.

Zwischen Februar und Juli 2014 sind während Protestaktionen sowohl für als auch gegen die Regierung 43 Personen zu Tode gekommen, beinahe 900 wurden verletzt, darunter 300 Polizeibeamte. Die Proteste, die im ganzen Land stattgefunden haben, begannen im Anfang Februar 2014 in San Cristóbal. Ein Jahr später befinden sich noch immer 41 Personen, darunter 27 Zivilpersonen, in Untersuchungshaft. Für die Tötungen wurden bislang keine Verantwortlichen ausgemacht.

Die Situation könnte sich nun noch verschlimmern, nachdem in den vergangenen Wochen von zunehmender Anwendung unverhältnismässiger Gewalt durch die Sicherheitskräfte berichtet wurde. Ausserdem wurden der Bürgermeister von Caracas, ein Richter sowie ein Rechtsanwalt festgenommen und es wurden mindestens vier Studierende tot aufgefunden, die unter unbekannten Umständen zu Tode gekommen waren.

Amnesty International befürchtet nun, dass die Gewalt im Land weiter zunehmen und dass es noch mehr Todesfälle geben könnte, sollte die Regierung jetzt nicht unmissverständlich für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte eintreten. Sie muss deutlich dazu Stellung beziehen, dass sie unverhältnismässige Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte nicht toleriert und dass diejenigen, die die Meinung der Regierung nicht teilen, und auch Demonstrierende nicht strafrechtlich verfolgt werden.

Hintergrundinformationen

Weitere Informationen über die Ereignisse von Februar bis Juli 2014 finden Sie in den englischsprachigen Berichten: Venezuela: Human rights at risk amid protests (online unter: http://amnesty.org/en/library/info/AMR53/009/2014/en) und Venezuela: Briefing to the UN Committee Against Torture, 53rd session, November 2014 (online unter: http://amnesty.org/en/library/info/AMR53/020/2014/en).

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