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Startseite Urgent Actions 2014 05 Fears for villagers after attack
UA 130/14
Thailand
Abgeschlossen am 2. Juni 2014

Sorge um DorfbewohnerInnen

AI-Index: ASA 39/006/2014

Amnesty International ist sehr besorgt um die Sicherheit von rund 700 BewohnerInnen des Dorfes Nanongbong im Nordosten Thailands, das am 15. Mai von mindestens 100 unbekannten bewaffneten Männern angegriffen wurde. Einige der DorfbewohnerInnen wurden während des Vorfalls etwa sechs Stunden lang festgehalten und immer wieder angegriffen. Amnesty International geht davon aus, dass der Angriff mit dem Widerstand gegen den geplanten Ausbau der örtlichen Goldmine zusammenhängt.

DorfbewohnerInnen aus Nanongbong im Bezirk Wangsaphung in der Provinz Loei berichten, dass am 15. Mai um 22 Uhr mindestens 100 mit Schusswaffen, Metallstöcken und Messern bewaffnete Männer in das Dorf eindrangen. Die Männer griffen einen Kontrollpunkt der DorfbewohnerInnen an, der LKWs daran hindert, die nahegelegene Goldmine Phutahpfa anzufahren. Rund 30 DorfbewohnerInnen wurden gezwungen, an Händen und Füssen gefesselt etwa sechs Stunden auf dem Bauch zu liegen. Während dieser Zeit rissen die Eindringlinge eine Schranke nieder, die die DorfbewohnerInnen errichtet hatten, um die Zufahrt zur Goldmine zu blockieren und ein LKW-Konvoi transportierte Material von der Mine ab. Die Eindringlinge attackierten die DorfbewohnerInnen und bedrohten sie mit Waffengewalt, bis sie schliesslich gegen 4.30 Uhr das Dorf wieder verliessen. Bislang ist nicht bekannt, wer die bewaffneten Eindringlinge waren, einige sollen maskiert gewesen sein. Der Leiter der Polizeiwache von Wangsaphung hat mitgeteilt, dass die Polizei den Angriff untersuchen, die Täter zur Verantwortung ziehen und eine interne Ermittlung zum unzureichenden Eingreifen der Polizei einleiten werde.

Unter den Festgehaltenen befanden sie die führenden Mitglieder der Organisation Khon Rak Ban Koed (Menschen, die das Land schützen), die die Auswirkung der Goldmine beobachtet und sich gegen die geplante Erweiterung einsetzt. Dem Angriff gingen Berichte über zunehmende Drohungen und Einschüchterungen gegen die DorfbewohnerInnen Nanongbongs voraus. Es ist davon auszugehen, dass der Angriff eine Reaktion auf ihre Aktivitäten gegen die Minenerweiterung ist.

Hintergrundinformationen

Das die Goldmine betreibende Unternehmen Tungkum Limited hat Strafanzeige erstattet und eine Zivilklage gegen die DorfbewohnerInnen einschliesslich einer Entschädigungsforderung von rund 270 Millionen thailändischen Baht (etwa 6 Millionen Euro) eingereicht. Das Unternehmen schürft Gold und gehört mehrheitlich der Tongkah Harbour Public Company Limited. Urteil und Schiedsspruch werden am 3. Juni 2014 erwartet.
Amnesty International ist seit langem um die Sicherheit von UmweltschützerInnen in Thailand besorgt. Seit 2002 sind etwa 16 AktivistInnen getötet worden und sie werden in Verbindung mit ihren Aktivitäten regelmässig bedroht und eingeschüchtert.

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