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Startseite Urgent Actions 2014 05 Asylum-seekers at risk of return to Syria
UA 129/14
Papua-Neuguinea
Abgeschlossen am 30. Juni 2014

Asylsuchenden droht Rückführung nach Syrien

AI-Index: ASA 34/001/2014

Fünf syrischen Asylsuchenden, die in einem Haftzentrum auf Manus Island in Papua-Neuguinea festgehalten werden, droht die Rückführung in ihr Herkunftsland. Dort wären ihre Grundfreiheiten und ihr Leben in Gefahr. Aufgrund der anhaltenden instabilen Lage und der Menschenrechtsverletzungen in Syrien haben alle syrischen Staatsangehörigen ein Recht auf internationalen Schutz.

Die fünf syrischen Asylsuchenden in dem von Australien betriebenen Haftzentrum auf Manus Island in Papua-Neuguinea werden unter Druck gesetzt, nach Hause zurückzukehren. In Syrien wären sie jedoch in grosser Gefahr, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere Menschenrechtsverletzungen, die im gesamten Land begangen werden und die zur Flucht fast der Hälfte der Bevölkerung geführt haben, ausgesetzt zu sein. Angesichts dieser Situation haben alle SyrerInnen das Recht auf internationalen Schutz.

Seit Juli 2013 werden alle Asylsuchenden, die Australien per Boot erreichen, in eines der mehreren Haftzentren vor der australischen Küste gebracht. Die Einrichtung auf Manus Island beherbergt zurzeit 1270 Personen. Die höchst schutzlosen und oft traumatisierten Asylsuchenden werden unter unhaltbaren Bedingungen festgehalten. Bei Auftreten eines der folgenden Mängel oder einer Kombination von ihnen liegt ein Verstoss gegen die australischen Verpflichtungen hinsichtlich der Verhütung von Folter und anderen Misshandlungen vor: Überbelegung, Einschränkung der Bewegungsfreiheit, keine angemessene Kleidung, schlechte Nahrungsmittelqualität und mangelhafte Hygiene- und Sanitäreinrichtungen. Darüber hinaus werden Asylsuchende nicht darüber in Kenntnis gesetzt, wann ihr Antrag bearbeitet wird und ob sie anschliessend in Papua-Neuguinea oder woanders angesiedelt werden sollen. Auch der Zugang zu einem Rechtsbeistand wird ihnen verweigert. Seit diese Menschen im August 2013 in Manus Island inhaftiert wurden, ist nicht ein Asylantrag bearbeitet worden. Im Februar 2014 kam es in der Einrichtung zu Gewaltausbrüchen mit 147 verletzten Asylsuchenden. Der 23-jährige Reza Berati kam dabei zu Tode. Berichten zufolge haben private Sicherheitsleute, örtliche Polizei und möglicherweise private Vertragsfirmen die Asylsuchenden nach wochenlangen friedlichen Protesten angegriffen. Zu Anklagen ist es danach nicht gekommen und weder die australische Regierung noch die von Papua-Neuguinea hat Schritte unternommen, die Gewalttätigkeiten unabhängig untersuchen zu lassen. Diese schlechten, demütigenden und unsicheren Haftbedingungen dienen dazu, Druck auf die Flüchtlinge auszuüben, in eine Situation zurückzukehren, in der ihre Grundfreiheiten und ihr Leben in Gefahr wären.

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