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Startseite Urgent Actions 2014 05 Protesters detained, at risk of ill-treatment
UA 119/14
Venezuela
Abgeschlossen am 15. Mai 2014

Misshandlungsgefahr nach Festnahmen bei Protesten

AI-Index: AMR 53/013/2014

Sicherheitskräfte haben zwischen dem 7. und 8. Mai in Caracas 243 Personen bei Demonstrationen gegen die Regierung festgenommen. Der Aufenthaltsort der Personen, die noch nicht freigelassen wurden, ist nach wie vor unbekannt. Sie sind in Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.

Zwischen dem 7. und 8. Mai haben Sicherheitskräfte in den Bezirken Chacao und Baruta der Hauptstadt Caracas 243 Personen in Protestcamps festgenommen. Die Camps waren im Rahmen der seit Februar 2014 im ganzen Land stattfindenden Demonstrationen gegen die Regierung errichtet worden. Einige dieser 243 Personen, darunter auch Minderjährige, wurden bereits freigelassen.

Angehörige der Inhaftierten haben angesichts von Berichten über die exzessive Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte bei der versuchten Auflösung der vier Protestcamps Besorgnis geäussert. Sie gaben ausserdem an, nach der Festnahme ihrer Verwandten keine Informationen über deren genauen Aufenthaltsort erhalten zu haben.

Amnesty International liegen im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten in Venezuela zahlreiche Berichte über Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlungen von Gefangenen durch Angehörige der Sicherheitskräfte bei der Festnahme, während des Transports und in den Haftanstalten vor. Die Sicherheit der Häftlinge sowie ihr Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren sind ernsthaft gefährdet.

Hintergrundinformationen

Seit Anfang Februar 2014 finden in Venezuela landesweit massive Proteste für und gegen die Regierung statt. Bisher gab es bei den Unruhen schon über 41 Tote, darunter sechs Angehörige der Sicherheitskräfte. Mehr als 650 Personen wurden verletzt und über 2.000 Personen festgenommen. Die meisten der inhaftierten Personen wurden bis auf Weiteres wieder auf freien Fuss gesetzt, doch drohen ihnen bei einer Anklage jahrelange Gefängnisstrafen.

Es gibt Hinweise auf eine exzessive Gewaltanwendung vonseiten der Sicherheitskräfte sowie Berichte über Gewalt durch bewaffnete Gruppen von RegierungsanhängerInnen und RegierungskritikerInnen. Amnesty International liegen zahlreiche Berichte über Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlungen von Gefangenen durch Angehörige der Sicherheitskräfte bei der Festnahme, während des Transports und in den Haftanstalten vor. Anscheinend sollten die Häftlinge durch diese grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung für ihre Beteiligung oder mutmassliche Beteiligung an den Protesten bestraft werden. Einigen Berichten zufolge sollen Angehörige der Sicherheitskräfte Festgenommene geschlagen, getreten und mit stumpfen Objekten wie Helmen geschlagen haben, auch während diese bei der Festnahme am Boden festgehalten wurden.

Des Weiteren gingen Amnesty International Berichte zu, nach denen Gefangene in den Haftanstalten gezwungen wurden, über lange Zeiträume zu knien oder zu stehen. Zudem sollen Gefangene sexuell missbraucht und mit Vergewaltigung bedroht worden sein. Anderen Berichten zufolge erhielten Häftlinge Morddrohungen. In einem Fall sollen Sicherheitskräfte einem jungen Gefangenen Benzin eingeflösst haben.

Die Festgenommenen wurden bei der Ankunft in den Hafteinrichtungen nicht medizinisch untersucht und in einigen Fällen trotz offensichtlicher Verletzungen durch Gummigeschosse erst bei Erscheinen vor Gericht medizinisch versorgt. Das Recht von Häftlingen auf eine benötigte medizinische Versorgung dient dem Schutz vor Folter und Misshandlung und ist wesentlicher Teil der Verpflichtung der Behörden, die Wahrung der Integrität und Würde des Einzelnen zu gewährleisten.

11 Briefe verschickt  
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