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Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2014 05 Threats made against indigenous defenders
UA 115/14
Kolumbien
Abgeschlossen am 20. Juni 2014

Drohungen gegen Indigene

AI-Index: AMR 23/018/2014

Die 15-jährige Génesis Gisselle Gutiérrez Romero hat am 5. Mai eine telefonische Morddrohung erhalten. Sie ist Bewohnerin des Indigenengebiets Resguardo Indígena de Zahíno im Nordosten Kolumbiens. Sie und ihre Familie haben Verbindungen zu einer lokalen Menschenrechtsorganisation, die sich für die Rechte der indigenen Gemeinschaft der Wayúu einsetzt.

Génesis Gisselle Gutiérrez Romero, eine 15-jährige Bewohnerin des Indigenengebiets der Wayúu (Resguardo Indígena de Zahíno) im Verwaltungsgebiet Barrancas des Departamentos La Guajira, hat am 5. Mai eine Morddrohung erhalten. Ein Unbekannter drohte am Telefon: „Sag‘ deiner Familie, sie soll auf sich und dich aufpassen, denn wir werden dich töten“ (Díle a tu familia que se cuide y a ti, porque te vamos a matar).

Génesis Gisselle Gutiérrez Romero ist die Tochter der Indigenensprecherin und Menschenrechtlerin Jakeline Romero Epiayu. Mutter und Tochter haben Verbindungen zur Menschenrechtsorganisation Fuerza de Mujeres Wayúu. Diese Organisation setzt sich für das Recht der indigenen Gemeinschaften ein, an Entscheidungen uneingeschränkt beteiligt zu werden und dass Entscheidungen über gross angelegte Wirtschaftsprojekte auf dem von ihnen besiedelten Land, darunter Bergbauprojekte, nur mit ihrer freien Einwilligung nach vorheriger Aufklärung getroffen werden. Aufgrund dieses Engagements sind Mitglieder der Organisation Fuerza de Mujeres Wayúu mehrfach von Paramilitärs mit dem Tode bedroht worden. Eine dieser Drohungen stand im Zusammenhang mit einer Europareise einer Delegation der Organisation, zu der auch Jakeline Romero Epiayu gehörte. Die Delegation machte auf dieser Reise auf die Menschenrechtssituation der Wayúu aufmerksam.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Alle Konfliktparteien des seit Jahrzehnten andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien verletzen immer wieder das Recht der Zivilbevölkerung, nicht in die Kampfhandlungen hineingezogen zu werden. Sie begehen zudem schwere Menschenrechtsverstösse und Verletzungen des humanitären Völkerrechts. Amnesty International appelliert an beide Seiten des Konflikts - die Guerillagruppen und die Sicherheitskräfte - die Menschenrechtsverstösse und Verletzungen des humanitären Völkerrechts sofort und bedingungslos einzustellen.
Die Konfliktparteien - zum einen die kolumbianischen Streitkräfte, die entweder allein oder im Einvernehmen mit den Paramilitärs agieren, zum anderen die verschiedenen Guerillagruppen - machen sich weiterhin schwerer Menschenrechtsverstösse gegen Angehörige der indigenen Gemeinschaften schuldig. Zu den Verstössen zählen Drohungen und Tötungen. In den vergangenen Monaten haben in verschiedenen Landesteilen Kolumbiens Angehörige kleinbäuerlicher Gemeinschaften mehrere grossangelegte Demonstrationen durchgeführt.
Sowohl RegierungsvertreterInnen als auch VertreterInnen der Departamentos haben den Vorwurf erhoben, dass diese Demonstrationen von der Guerillabewegung Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia FARC) gesteuert oder infiltriert worden seien.
IndigenensprecherInnen, die sich für die Achtung der Menschenrechte der indigenen Gemeinschaften einsetzen, werden immer wieder zu Opfern schwerer Menschenrechtsverletzungen, darunter Drohungen, Tötungen und Verschwindenlassen.

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